Roger Cicero in Mainz

Zusammen mit der Gattin und der besten Tochter von allen waren wir also vorgestern bei Herrn Cicero und haben dem beigewohnt, was er auf der Bühne veranstaltet. Den Mädels hat es sehr gefallen das war die Hauptsache und mir? Tja, und mir….. Wer noch auf eines seiner Konzerte gehen wird oder möchte, sollte nun hier möglicherweise aufhören zu lesen.

Roger Cicero in Mainz

Die Big-Band war richtig klasse, es wurde überwiegend tolle Musik zum besten gegeben, daran gibt es rein gar nichts auszusetzen. Mit einer Pause von ca. 20 Minuten hat das Konzert respektable 3 Stunden gedauert. Mich hat die Person des Herrn Cicero im Laufe des Abends zusehends enttäuscht. Warum? Meiner Auffassung nach war er auf der Bühne nicht präsent, also so wie ich es von ihm erwartet hätte. Er hat eine gute Stimme, trifft mühelos die Töne, kommt auch in höheren Lagen gut zurecht, doch die Person selbst ist so unscheinbar, so blass auf der Bühne. Ganz komisch das alles. Es gab kein wirklichen Stagetalk, nur sehr seichte Einleitungen (wenn überhaupt), lahme Scherzchen, das alles sah zu sehr mal eben schnell abgespult aus, so ohne Feuer aus seiner Richtung. Die Band ging dagegen teilweise ab wie Zäpfchen, dann bremste er danach irgendwie. Kann man sicher auch anders und vor allem besser machen. Zweimal ist er im Publikum gewesen, während er weiter gesungen hat. Das war dann wohl der gefühlte Hitparade Gedächtnisgang. Die Stimmung im Publikum fand ich durchwachsen.

Was mich sehr viel mehr verstörte, waren die Horden an Schlagerfans um mich herum, die sich in kaum zu zähmenden Enthusiasmus jedem seiner Zeilen anschlossen, völlig arhythmisch zur Musik swingten, außer sich vor Freude wüste Klatschorgien veranstalteten, dabei versuchten auch noch zu tanzen, es dankenswerterweise dann doch sein ließen, ihre Extremitäten waffenartig um sich herum warfen, oder den armen Partner im Würgegriff des temporären Glücksgefühl zu zerquetschten drohten. Es wurde in der Pause diskutiert, ob man zu Florian Silbereisen ( 😯 ) gehen wolle, oder sich andere diesbezügliche Festivitäten gemeinsam gönnen würde. Wo war ich da nur hin geraten? Geschmäcker sind verschieden und das ist gut so, doch mit hardcore Schlagerfans und Humbta-Humbta-Begeisterten hatte ich nicht gerechnet, sondern mit Fans des Swing, des leichten Jazz, eher in der Art.

Mein persönliches Fazit des Abends:

  • Musik und Band klasse, nicht für jeden Tag, aber klasse
  • meinerseits eine nachhaltige Enttäuschung in Sachen Persönlichkeit und Bühnenwesen des Herr Ciceros
  • 60 € /Karte, auch wenn es die 7.Reihe war, am Ende überzogen und unnötig überteuert
  • Schlagerfans sind nicht meine Welt, echt nicht.
  • für mich: einmal und nie wieder

Nur zur Sicherheit (darf man Disclaimer dazu sagen?):

Dieser Text spiegelt meine persönliche Einschätzung und Erfahrung des Konzerts in der Phönixhalle in Mainz, am 11.11.2009 wieder. Wenn jemand andere Meinung sein sollte, darf er mir gerne in den Kommentaren im sachlichen und gepflegten Ton zu einer möglicherweise anderen Sichtweise verhelfen. Bitte hier niemandem gegenüber im Ton vergreifen, andernfalls wird der Kommentar entfernt und die Person von der Kommentarmöglichkeit dauerhaft ausgesperrt. Also immer locker bleiben.