Marktanteil

Bei meinem heutigen Spaziergang durch die City habe ich mich ein ums andere Mal gefragt, wie groß wohl der Marktanteil von Adidas an dicken weißen/grauen/schwarzen Jogging-Hosen im Segment der halbstarken pubertierende Jungs, vorzugsweise mit Migranten-Hintergrund und ultra-Undercut, der gerade mal kurz vor dem Iro halt macht, sein mag. 

Was ist das, dass diese Jungs (keine Mädchen) glauben lässt, es wäre cool ständig so zu tun, als sie just gerade aus dem Studio kommen? Irgendwie mag es ja cool sein, doch wegen der stellenweise schneidenden Kälte gleich 2 Jogging-Hosen übereinander anzuziehen nur um weiter cool zu bleiben, ist schon ziemlich vorbei. Obwohl, in dem Alter ist die Vernunft nicht sonderlich ausgeprägt, da bin ich ja von der besten jungen Tochter von allen (z.B. bauchfreie Winterkleidung und ähnliche Merkwürdigkeiten bei heftigsten Minusgraden) ja abgehärtetÄhnliches Getue muss es mit den Sport-Ballet-Turnschläppchen auf sich haben. Je dünner die Sohle und (ganz wichtig) je wenige Schnürsenkel sichtbar, umso wichtiger und angesehener ist der Träger in der Gruppe. Und der darf dann beim gehen auch am meisten im Gang wippen, das gehört scheinbar so, das muss vermutlich so. Aber da machen sich die anfangs erwähnten lockeren Hosen dann wieder bezahlt. macht also schon Sinn so.

In einer Art uniformen Verhalten tragen sie auch immer Sweatshirts mit Mützen dran. Und sie haben sie auf. Alle. Erstaunlich. Früher in der Schule galt es als völlig daneben, also wenn man die Mütze von Anorak (scheußliches Wort) aufzog. Also bitte ja, man hatte damals schon dem Regen oder anderen Wettern zu trotzen. Wie die Jungs die Feuchtigkeit ihn ihren Baumwollsachen ertragen, nötigt mir auch indes schon Respekt ab. Unsere Anoraks waren schliesslich aus Plastik, die das Wasser brav aufnahmen und nicht abperlen liessen, so wie die Werbung das ja versprach. Vielleicht deswegen trägt der schlaue junge Mann in dieser Montur gleich 2 oder 3 von diesen „Hooties“ übereinander, einer davon wird schon trocken blieben. Auch hier wieder, es macht einen gewissen Sinn.

Dann fing einer der Fünf das Spucken an, also nicht geradeaus und jemanden an, sondern immer nur ein klitzekleines Bisschen auf die Strasse, ständig, mal links, mal rechts, wo er stand oder ging, er tänzelte 2-3 Schritte, redete dabei mit seinem Nachbarn, er spuckte links, dann wieder 2-3 Schritte und spucken rechts, dann ein angedeuteter Kreis um einen Anderen herum und in die Mitte spucken. Die Anderen fühlten sich dadurch animiert oder provoziert und taten ihm plötzlich nach. Markierten die ihr Revier?

Sehr verwirrend das alles. Ich saß also in einem Café, bei meinem zweiten Espresso und fühlte mich angesichts dieser geballten Eindrücke schon irgendwie recht alt und konservativ, so in Jeans und Lederjacke ohne Kapuze drunter. Vielleicht sollte ich mir auch so einen Hootie zulegen. Den Gedanken führte ich nicht zu Ende, das muss ich mit der Gattin besprechen, wenn sie wieder da ist. Den dritten Espresso, auf den ich eigentlich doch Lust hatte lies ich dann aus, zuviel Koffeein muss ja auch nicht sein.