Am schlimmsten

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sind die Dinger, in denen richtig viel Arbeit und Kopfzeugs steckt. Da feilt man Stunden um Stunden, liest alte und längst fertige Sätze wieder und stellt sie prompt um, verschlimmbessert sie, vergisst Sachen, fügt neue hinzu, rechnet, recherchiert und relativiert, nur um sie beim nächsten Lesen wieder wegzustreichen. Je öfters man das jetzt endlich Fertige noch einmal liest, umso unfertiger erscheint es, umso schlechter wird es, umso schlimmer wird der Zweifel, ob und wie es in der jetzigen Form ankommen wird. Das hemmt den Fluss und blockiert den Kopf. Mach es so, wie Du es für richtig hälst und sorge dafür, dass es andere so einfach wie möglich verstehen.

Am schlimmsten ist es dann, den Punkt nicht mehr zu finden, der Punkt wo man aufhören muss zu feilen, wo man es weglegen und auch abgeben muss, weil man es sonst so richtig verhunzt. Fertig wird es schließlich/letztlich nie. Diesen Punkt sieht man alleine selten und eher schlecht, der will auch nicht gesehen werden. Daran merke ich, es muss genau jetzt raus und weg von mir, so lassen wie es ist. Es kommt der unweigerliche Punkt, da muss ich springen und warten wie nass das Wasser wird. Ist es dann weg, bin ich erleichtert, beruhigt und dann kommt die schlimme Nervosität. Handy aus, Mail aus, ich will nichts erfahren, jetzt ganz bestimmt nicht. Lieber mag ich mich im Ungewissen suhlen und mich erst selbst wieder beruhigen und sammeln. Ich bügle jetzt, muss weg vom Rechner. Es ist so wichtig. Hab ich alles?

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