Das erste Date

Weil Katja im Kommentar nicht gar gekocht werden will, hier also die aus meiner Sicht oberpeinliche Geschichte des ersten Dates in Fragmenten, ist leider schon zu lange her.

Sie war arrogant und spröde und ich hing vermutlich genau deswegen an ihren Lippen, völlig verknallt und jenseits der Vernunft. Jeder Satz ein Lied, jeder Schritt ein Tanz, jede Berührung eine Eruption. Wir waren ca.14 glaube ich, mit knutschen war nichts, nur züchtig Händchen halten war gestattet. Sie hatte eine wesentlich ältere Freundin, die sie wohl coachte, wie genau sie mit den Jungs grundsätzlich umzugehen hatte.

Sie arbeitete als Aushilfe bei einem Tierarzt und ich traut mich sie zu fragen, ob ich sie nachmittags abholen und nach Hause begleiten dürfte. Natürlich gewahr sie mir diese Gunst und ich lief auf Wolken. Endlich alleine mit ihr, meiner Regine. Vereinbarungsgemäß stand ich also 20 Minuten(!) vor ihrem Schluß vor der Tür und wartete zappelig. Doch was sahen meine Augen, da kam ja noch einer Kerl auf die Tür zu gesteuert, vor der auch ich wartete. Er war einen halben Kopf größer als ich und lehnte siegessicher lächelnd neben mir an der Mauer.  Ich kannte ihn aus der Nachbarklasse. „Was willst Du hier, ich warte auf jemanden, geh weg“, stieß ich aufgeregt aus. Er neigte den Kopf etwas und meinte, dass soll dann doch wohl die Regine entscheiden, wer wegzugehen hat. „Ich war zuerst hier, also verschwinde gefälligst“. Er rührte sich nicht. Er rührte sich einfach nicht, ich war ratlos – hilflos – verzweifelt. Der Leidensdruck nahm zu, nur noch 10 Minuten und sie würde aus der Tür kommen, oder früher. Oh Gott, sie lies mich sicher einfach stehen, er war ja größer. Diese Schmach und Schande, die von ihm in der Schule genüsslich breitgetreten würde. Der Nebenbuhler fummelt mitten in meinen Gedanken einen Kaugummi aus der Hose und bot mir frecherweise auch noch einen an. 5 Minuten, ich hielt es nicht mehr aus und rannte ohne einen Blick zurück zu richten einfach davon.

Am nächsten Tag in der Schule wurde ich zuerst keines Blickes gewürdigt. Erst in der Mittagspause (Ganztagsschule) kam die zischende Frage, wo ich gewesen wäre. Ich versuchte mit dem Supermann’schen Hitzeblick mir ein Loch in den Boden zu brennen, ging aber nicht. dämliche Comics. Was das gewesen sei, sie zu versetzen? So musste sie mit K. nach Hause gehen und würde jetzt auch überhaupt mit ihm gehen, weil ich ja nicht da war. Ob ich durch schnelles Scharren mit den Händen mir ein tiefes Loch in den Rasen buddeln könnte? Mit so einem wie mit mir wolle sie nichts zu tun haben, ich könnte ja nicht mal jemanden abholen.

Hier manifestierte sich die Erkenntnis, dass Weiber immer nur das Eine wollen => wirklich abgeholt werden.