und jetzt

Um die aus meiner Sicht fabelhaften Objektive der alten analogen Minolta Dynax weiter zu verwenden, wäre die Sony α Serie geeignet, sagt der Minolta/Sony Kundendienst als dies auch diverse Foren im Internet bestätigen. Allerdings werden sich die Brennweiten der alten Objektive um den Faktor 1,6 erhöhen, was kein richtiges Problem sei, man es aber dennoch wissen solle. Der Bildausschnitt würde größer und man kann/muss weniger dicht ans Objekt ran.

Zur Entscheidungsfindung besuchte ich einen örtlichen Fachhandel, um mich in Sachen DSLR beraten zu lassen und auch um eine DSLR in die Hand zu nehmen. Die Preise dort sind deutlich über denen im Internet, doch dafür bekommt man auch vor Ort Beratung, bzw. eine fachgerechte und faire Betreuung, sollte man zumindest meinen. Gerne unterstütze ich bei beratungsintensiven Waren den örtlichen Fachhändler, auch wenn ich damit einen Preisvorteil aus dem Internet verliere. fair play!

In der Vitrine des örtlichen Fachhandels also ist der Platz des kleinsten in Frage kommenden Modells (α230) leider leer, erst ab Modell α380 steht zur Ansicht. Das Modell α230 sollte laut Schild 379€, Modell α380 schon 429€ kosten. *gulp* Das ist mir zu viel, was ich auch direkt sage. Er hört nicht weiter auf mich und beginnt über die α380 zu referieren. So lasse ich es passieren, man kann ja vielleicht etwas lernen und muss ihn doch erneut bremsen, denn das von ihm verwendete Vokabular und die beschriebenen Techniken sind mir nicht geläufig. Wenn überhaupt möchte ich ein wenig komfortabler knipsen und nicht die Raum-Zeit-Krümmung in der 3. Paralleldimension, außerhalb der Matrix 3.2A BETA bestimmen. Er kommt runter und es entwickelt sich doch noch ein angenehmes Gespräch, in dessen Verlauf er mir auch die α380 in die Hand gibt.

Die fühlt sich überraschenderweise komplett Scheiße an, viel zu klein für mich und meine Hände. Ich fummle mit spitzen Fingern dran herum, kann sie auch nur sehr unbequem halten. Das wird also nichts, dafür war die Zeit dann wenigstens gut. Er ist aufmerksam und holt sofort die α450 aus dem Schrank. „Halten Sie die mal.“ Sie ist deutlich besser, weil größer in der Bauweise, die Bedienung sowie auch Haltung weniger filigran, würde also schon gut passen. Aus den Augenwinkeln sehe ich jedoch das Preisschild, was mit einer 5 beginnt und fast beim vollen Hunderter endet. No way, was sich auch in sichtbaren Runzeln auf meiner Stirn bemerkbar macht.

Fassen wir zusammen: Das von mir ursprünglich ausgesuchte Einstiegsmodell passt haptisch überhaupt nicht, er weiß das ich ’nur‘ knipsen will, kein Semi-Profil bin und/oder werden möchte. Als guter Verkäufer versucht er mir dennoch das Modell α450 schmackhaft zu machen. Erst beim 3 Mal „das mag alles sein, die ist mir dennoch zu teuer“, lässt er nach und plötzlich wird er hektisch, da ich Anzeichen gebe den Laden verlassen zu wollen. Das Modell α230 gäbe es ja leider nicht mehr, deswegen wäre auch die Auslage leer, aber ich solle mich doch einen Moment gedulden, wofür sagte er mir nicht. Er tippert stattdessen auf seinem Keyboard herum, starrt auf den PC-Monitor, murmelt, verschwindet in einer Tür hinter dem Tresen und steht unvermittelt wieder hinter mir. Er hätte nun doch noch ein Modell α230 gefunden, was er mir für einen absoluten Sonderpreis würde geben wolle. Erneut sage ich, die Modellreihe ist mir zu klein, die könne ich nicht richtig bequem halten. Er kontert mit einem beachtlich attraktiven Preis und geht wieder hinter den Tresen. Aus der Schublade unter dem PC zauber er flink den Karton mit dem Modell α230 heraus. Ach? Das war dann der Punkt, an dem ich das Gespräch auch innerlich als beendet betrachtete. Die günstigen Modelle unterm Tisch zu verbergen und nur im „Notfall“ hervor zu holen ist eine Verkaufspraxis, die ich nicht gutheißen kann.

Da ich mich auch von seinem Preis nicht erweichen lassen will, packt er auf sein Angebot noch 2 Sony-Objektive und benennt einen neuen Preis. Der ist weiterhin höchst verlockend, aber ich bin irgendwie sauer, zumal sie mir nicht passt, da ändert auch der Preis nichts. Auf die provokante Frage wo die α230 nun plötzlich herkommt, wo sie doch nicht mehr vorhanden wäre, weicht er mehr oder weniger ungeschickt aus. Dies hinterlässt keinen guten Eindruck bei mir und er weiß auch, dass ich dies denke. Er weicht weiter zurück, versteckt sich fast hinterm Tresen, ich gehe.

Auf der anderen Seite hat er mich auch vor einem „Fehler“ bewahrt, indem ich das zu kleine Modell aufgrund des Preises gezogen hätte anstatt auf das Modell α450 oder größer zu sparen (auf die Uhr habe ich doch keinen Bock). Ob ich beizeiten dann bei ihm kaufen werde, weiß ich jetzt noch nicht, ich fühlte mich zwar recht gut beraten, doch am Ende auch etwas verarscht. Da bin ich sehr nachtragend.