200 Puls

Ich rufe aus dem Auto beim to-go Thai an und bestelle gebratenen Reis mit Gemüse, Hühnchen und Sate-Spieße mit Erdnuss-Sosse zum abholen auf meinen Namen. Aus dem Lautsprecher blökt mich eine weibliche Stimme in komisch gefärbten Deutsch an, ob ich 24 wolle. Nein sage ich und wiederhole meine Bestellung, sie erwidert wieder mit 24. Da ich die Nummern nicht kenne sage ich ihr, dass mir ihre Nummern nichts sagen und sie solle doch bitte auf Ihre Karte sehen und meine Bestellung dort mit der Nummer dort abgleichen. Sie bellt mir erneut entgegen, ob ich 24 wolle und vielleicht 19. Ich wiederhole mich erneut, schon ziemlich genervt, sie versteht wieder nicht und spricht in einer mir unbekannten Sprache ins Telefon. Aha, das ist also das Problem, sie versteh kaum Deutsch und kann nur grob die Nummern von der Karte. „Hole andere Frau für deutsch“, rufe ich. Als Antwort will sie mir wieder 24 und 19 andichten. Ich atme tief durch, spüre ich doch, dass mir die Geduld gleich abhanden kommt. „Hole Mann für deutsch“, starte ich meinen letzten Versuch, sie schweigt.

Weil ich dachte sie hatte schon aufgelegt, rufe ich sehr laut „Scheisse noch eins“ und fluche dann weiter, (weichgespülte Fassung folgt hier:) warum solche Menschen hier unbedingt leben wollen, wenn sie noch nicht mal unsere Sprache vernünftig sprechen und warum zum Teufel jemand in einem to-go Fastfood-Laden mit nicht vorhandenen Deutschkenntnisse überhaupt ans Telefon geht? In Gedanken mache ich mir schon Überlegungen, wie ich Siri dazu bringe eine Rufnummer eines anderen Ladens in Wiesbaden zu finden, als plötzlich eine klare Stimme fragt, ob sie mir helfen könne. Erleichtert und ob meines doch nicht privaten Ausbruches auch peinlich berührt mich endlich verständlich machen zu können, gebe ich meine Bestellung auf. Sie wiederholt meine Bestellung sehr freundlich und entschuldigt sich für die Kollegin. Mein Puls fährt wieder runter. 

(200 Puls?)