Frickeln

Es wird mal wieder Zeit zum am Linux herum frickeln. Unter „frickeln“ versteht der gemeine Linuxer das um eine Anwendung herum hampeln (mit oder ohne Hardware), die eben nicht „out-of-the-box“ läuft, sondern abseits der READMEs und vielschichtigen Anleitungen zusätzliche kreative und separate Zuwendung braucht. Früher war es noch schlimmer als heute und doch trifft man immer wieder im Zusammenhang des Frickelns auf Situationen, die wenn unvorbereitet auftreten, den Frickler schier verzweifeln lassen. Nur nicht erschrecken lassen, Linux funktioniert im Alltag hervorragend, es kann nur spaßig werden, wenn man sich abseits der üblichen Nutzungswege versucht.

Da wir keinen Videorecorder mehr besitzen, kommt es bei der televisionären Unterhaltungsplanung temporär zu gewissen Engpässen. Meine Zeit am Fernseher ist vollkommen überschaubar, doch hin und wieder möchte ich mir auch gerne etwas ansehen. Aufgrund dessen jedoch weil ich meine Wünsche immer zu spät anmelde, komme immer öfters zu kurz. Wie z.B. letzthin bei Signs, welches blödsinnigerweise parallel mit Greys Anatomy/Private Practise/Good Wife lief (ergo war das DVB-T am töchterlichen Mac belegt), die Gattin indes war schon mitten beim Super-Nanni/raus aus den Schulden sehen, somit hatte ich wieder mal Pech und ging stattdessen auf die Map zum BF-BC2 zoggn. Dieser nun wiederholt aufgetretene Zustand löste ganz nebenbei und eigentlich unbemerkt die Lust am Frickeln aus. So ertappte ich mich gestern Abend, wie ich quasi in Trance und ferngesteuert Ausschau nach DVB-T Hardware hielt, die sowohl in Linux als auch am Mac läuft. Ist letztlich alles nicht so einfach, weil jeder Hersteller glaubt die Welt genese an ausgerechnet seinem eigenen Süppchen am besten.

Lange Rede kurzer Sinn, im Digitrade DVB-T USB-Stick habe ich so rein zufällig die potentiell passende Hardware gefunden, die sowohl unter Linux, als auch auf einem Mac laufen soll. Und so werde ich mich die kommende Woche daran versuchen, mir einen digitalen Videorecorder zu basteln, nur für mich und ganz alleine.

Das zukünftige System wird dann noch mit MythTV verhübscht und somit auch plattformübergreifend nutzbar gemacht, alles wird als *.mpeg, *.mp4 oder *.avi exportierbar sein. Evtl. sogar mit einen eigenen Web-Interface, so das ich es ggf. auch von außen erreichbar machen kann. Das heiß, auch von unterwegs schnell was aufnehmen lassen zu könne. *harhar* (<= Tim Taylor Heimwerkergrunzen) Seit ein paar Monaten läuft ja im heimischen Netzwerk ein kleiner eee-PC als Music-Server, der hat sowieso nicht genug zu tun, also muss er herhalten. Das wird sehr spannend, so was von.

Am Rande bemerkt: Frickeln ist nach meiner Ansicht durchaus Testosteron gesteuert. Früher gingen die Männer, nur um sich zu beweisen, mit ihrem Messer oder Speer bewaffnet in den Busch. Dort wurden mit Vorliebe wilde und gefährliche Tiere aufgestöbert, um eines für die Ernährung der daheim gebliebenen lieben Familie zu erlegen. Dann wurde „es“ nach Hause gebracht und alle hatten den mutigen Jäger für seine heroische Tat gefälligst zu bewundern.

Von diesem Bild inspiriert zog ich also heute morgen los, nur mit einem Messer einer Kreditkarte bewaffnet, hinaus in den Wald das Internet, suchte und fand ein Tier einen Online-Shop. Angreifen kann ich noch nicht, erst muss ich das Tier beobachten die Lieferung abwarten. Ich werde viel kämpfen lesen und falls ihr die kommende Woche wilde Kampfgeräusche Brüllerei/Schreie aus dem Rhein-Main-Gebiet hören solltet, die Chancen sind recht groß, dass es das Tier der ruediger ist, weil das Tier sich wehrt das Linux/DVB-T/MythTV nicht so wollen, wie sie laut Anleitung eigentlich müssen sollten.