Bitte

Die Gattin wünscht in Mainz zu bummeln. Hier nun die Bitte an die Mainzer Ladenbesitzer doch die guten Sachen jetzt nicht sofort wieder wegzuräumen. Wir brauchen wirklich dringend blaue (nicht jedes blau ist auch DAS Blau) flache Schuhe und braune (nicht jedes braun ist auch DAS Braun) Hosen. Endlich. Bitte. Ich kann nicht auf ewig nach den Sachen mitjagen und dabei nie ein Erfolgserlebnis haben. Das demotiviert mich ungemein, die Gattin jedoch stachelt es nur an. Sie sehen das Problem doch nun auch, oder?

Hosenkauf mit Dame

Drama. Entweder es hat zuviel Auswahl und Frau weiß so nicht welche würdig ist anprobiert zu werden, oder die Preise sind mit einem Würfel ermittelt worden (3 Würfe-3Stellen), oder die Passform ist katastrophal. Man fragt sich derweil nach welchen Schnitten genäht wird. So viele schlecht sitzende Hosen bei richtiger Größe kann es doch gar nicht geben. Verzweiflung treibt uns in den nächsten Laden. Ach das ist alles nicht so einfach. Außerdem versucht frau mich ständig zu was lila zu überreden. *grumpf*

Warenbandziege

Das Warenband ist völlig leer, weil die Kasse gerade erst öffnet.Aus der Nachbarschlange stürzt eine um ihr Leben kämpfende Frau mit kurzen roten Haaren, verbissenem Mund und richtig Stress in den Augen auf das Band zu. Mein Einkaufswagen und ich bewegen uns nach Ende des Beladens gemütlich ebenso auf das leere Band zu. Sie muss unbedingt zuerst am Band stehen, andernfalls ist ihr Tag wohl gelaufen. Soll sie ruhig und so beladen wir das Band quasi gemeinsam. Zur Sicherheit lege ich den Trenner schon aufs Band und beginne den Wagen zu leeren. Ich bin fertig, die Ziege schaut mich vorwurfsvoll an, denn ihre Warenschlange ist schon am Trenner angekommen, es liegt aber noch Zeugs in ihrem Wagen. „Hätten sie nicht warten können? Meinen Quark und Jogurt mag ich nicht vorne hinstellen“. *ähm* Verdutzt wie ich bin, schaue ich das Förderband entlang und sehe,dass sie ihre zwei Meter sehr weitläufig befüllt hat. „Räumen sie halt das Zeugs vorne etwas zusammen, da ist genug Platz. Sie brauchen nicht pro Artikel 30 cm Platz drum herum.“ „Ich will aber nicht,“ giftet sie mich richtig böse an. „Die Plastikbecher müssen zuletzt, die gehen sonst kaputt. Also bitte.“ Sie macht Anstalten mein Zeugs weiter nach hinten zu schieben, was aufgrund er Schichtung zum Fallen diverser Gegenstände auf meiner Seite des Bandes führen würde. Mein Zeugs belegt 1/3 des Bandes, den Rest hat sie in Beschlag, unsere Warenmenge ist vergleichbar. Ich mache einen Schritt und sie traut sich nicht mehr, schnaubt stattdessen wie ein Walross. Die Kassiererin sitzt derweil und beginnt die Waren der Ziege über den Scanner zu ziehen. Weil die mir noch gegenüber steht und der Wagen auch befüllt ist, türmt sie nun die Waren am Ende der Kasse auf. Als der Platz eng wird, sagt sie zur Ziege, sie möge doch bitte nach vorne kommen. „Ich kann aber nicht, weil der hier mich nicht alles aufs Band legen lässt“, es folgt der triumphierende Blick einer im Geiste bedauernswerten Person. Die Kassiererin peilt übers Band, sieht das Missverhältnis und schüttelt genervt den Kopf. Sie steht auf, kommt auf die Kundenseite und schiebt das Zeugs der Ziege mit zwei schnellen Griffen zusammen. „So, jetzt haben sie Platz.“ Die Gesichtsfarbe der Ziege wechselt nach mehr rosé, der Mund öffnet sich vor Entrüstung. Ich kann mein vorlautes Mundwerk nicht zum Schweigen verdonnern und sage „Na geht doch. Und nun bitte hurtig, ich mag nicht länger warten. Danke.“ Sie hat keine Zeit mehr, denn die Kassiererin macht zügig ihren Job. „Kommen sie jetzt bitte“ sagt diese im bestimmenden Ton. Die Ziege packt mit Wutfalten auf der Stirn den Rest ihres Wagens aufs Band. Dabei nuschelt sie sicherlich keine Freundlichkeiten ins Doppelkinn, zumindest wenn ich ihre Blicke richtig deute. Die Kassiererin ist schnell und wickelt alles zügig ab, sie zwingt die Ziege quasi aus der Kassenzone. Die Ziege ist immer noch hoch erregt und wartet an den Packtischen. Als ich mit meinem Wagen vorbei gehe will sie mir ein Gespräch aufzwingen, was jedoch daran scheitert, dass ich nicht stehen bleibe und ihr deutlich vernehmbares „Arschloch“ mit einem gut sichtbaren Mittelfinger über dem Kopf haltend befürworte.Sachen gibt’s.

OT: Im Luft- und Sonnenband zu liegen und am Nokia diesen Beitrag zu verfassen ist klasse.

Gespräche in einer Ehe – 02

Nach dem Einkauf:

  • Sie: Warum hast Du denn Lätta mitgebracht?
  • Er: Öhm, weil die auf dem Einkaufszettel stand.
  • Sie: Aber die mag ich nicht.
  • Er: Warum schreibst Du sie dann auf den Zettel?
  • Sie: Weil wir Margarine brauchen.
  • Er: Und warum schreibst Du dann Lätta auf, wenn …. .
  • Sie: Du weißt doch was unsere Margarine sonst ist.
  • Er: Ja und?
  • Sie: Kamst Du nicht von alleine auf die Idee, wieder die Betrolli mitzubringen?
  • Er: Wenn Du also Lätta schreibst, meinst Du Bertolli?
  • Sie: Ja.
  • Er: Aha.
  • Sie: Nein. Hättest ja mal mitdenken können.
  • Er: Deine Einkaufzettel sind i.d.R. eine strikt abzuarbeitenden Liste. Aber da ich nun weiß, d …
  • Sie: Moment. So war das nicht gemeint.
  • Er: Ach wirklich?
  • Sie: Jetzt tu nicht so.
  • Er: Also noch einmal, warum schreibst Du dann Lätta, wenn Du Bertolli meinst?
  • Sie: (kleinlaut) Mir fiel nur der blöde Name nicht ein.
  • Er: *rofl*

Startschnittfutter

Freier Stauraum im Hemdenschrank muss zwingend wieder befüllt werden:

In dem Zusammenhang mal was ganz anderes: Kann jemand der hier anwesenden Mitleser erklären, wozu diese eine fiese Nadel (s.u.) überhaupt gedacht ist?

Ich verstehe, dass bis zum Verkauf das Hemd im idealen präsentablen Zustand zu halten ist, doch gerade die „Nobelmarken“ übertreiben es bisweilen ganz schön. Die neuen Hemden zu Hause aufzudröseln ist echte Fisselarbeit, im Schnitt sind 8-12 Nadeln, an mehr oder weniger logischen Stellen verbaut, dazu Seidenpapier in der Zwischenlage, diverse Kragenverstärker aus Pappe und Plastik, dazu noch allerlei Anhängsel und Gedöns. Der Haufen Abfall ist nach dem völligen Befreien der Hemden beachtlich, außerdem mir das Auspacken von Hemden so gar keinen Spaß macht. Regelmäßig verpasse ich dabei die letzte Nadel am Kragen (s.o.) und greife sogar rein, also fast zumindest. Diese doofe Nadel hat da rein gar nichts verloren und auch keine Funktion, da ja davor und dahinter schon die abnehmbaren Verstärker eingesteckt sind. Manchmal lasse ich die Hemden auch von dem Personal vor Ort schon auspacken. Lustig sind dann die verschiedenen Varianten des Augenrollens nach dem Äußern meiner Bitte zu beobachten.