guck an

Bei meinen ersten Kinobesuch müsste ich so 10 oder 11 gewesen sein. Zu der Zeit gab es die praktische Ferienkarte in der Sommerferien, die Schüler in den Genuss allerlei Reduzierungen brachte, wie z.B. kostenlos Bus fahren, reduzierte Preise fürs Schwimmbad, kostenfreie Teilnahme an Verstaltungen, usw. Und es gab Kino, jeden Freitag nachmittag um 15.00 Uhr, sogar ohne Begleitung eines Erwachsenen.

Sofern mich mein Gedächtnis nicht trügt, war mein erster Kinogang ein schrecklicher Gozilla Film im damals besten und größten Kino in Mainz, dem Residenz. An dessen Außenwand, genauer zur Seite der Großen Langgasse prangert seit ich das Kino kenne (hoffentlich täuscht mich meine Erinnerung nicht) ein großes Wandbild mit Marylin Monroe in ihrer wohl berühmtesten Pose, aus dem verflixten 7.Jahr.

IMG 1906

Es ist nun schon vergilbt und blass, aber auch schön in seiner Patina. Und irgendwie ist es auch gut, dass immer wenn ich dort vorbei gehe, das Bild noch da ist. Hoffentlich kommt es nie weg, egal wie schäbig es auch aussehen möge, es gehört einfach dorthin.

Damalsbiszumabwinkenhörenmusik-08

[daily]x1toe6_bruce-hornsby-every-little-kiss_music[/daily]

[Bruce Hornsby & the range – every little kiss]

Der Mann mit seiner Musik hat dafür gesorgt, dass ich eine ganze Zeit in den 80i-gern ernsthaft versuchte Klavier zu lernen, mangels Geld musste ich es damals frühzeitig aufgeben, der Lehrer war einfach zu teuer.

Meine beste gute Freundin B. zog in ihre erste eigene Wohnung, unter Zustimmung der Eltern und mit allem was dazu gehört. Der Vater rief mich mitten im eigentlich stattfinden Umzug an und bat mich _zufällig_ mal bei ihr vorbei zu fahren, ihm selbst wurde es verboten und bei mir sagt sie bestimmt nichts. Ich war schon anderweitig gebunden, sonst hätte ich sowieso geholfen, doch den Hilferuf konnte ich nicht ignorieren. Bis dahin wusste ich auch nichts davon, dass ihr Freund sich verpisst hatte und B. nun alleine im Umzug-Chaos saß. Ich fuhr also los, unterwegs noch beim Italiener vorbei um Nudeln, Pizza und Salat zu besorgen, Cola und Rotwein.

Ich fand sie in der Wohnung ziemlich aufgelöst und überfordert mit noch einigen Kisten, die im Hinterhof standen. Sie sah mich schweigend an, froh mich zu sehen und augenscheinlich am Ende ihrer körperlichen Kräfte. Stumm nahm sie mir das Essen ab und trottete in die Küche, während ich die restlichen Kisten hoch in die Wohnung verbrachte. Sie blieb oben und wir später aßen und redeten später zusammen in der unfertigen Küche, zwischen Kisten und Kasten, im Hintergrund mit Bruce Hornsby auf einem alten mono Kassettenrecorder. Die folgenden 2 Tage waren wir damit beschäftigt die Kisten auszuräumen und die Möbel aufzubauen, der Vater durfte dann letzlich auch noch kommen. Sie war schon ein ziemlicher Dickschädel, der Kassettenrecorder spielt dabei unzählige Male die Hornsby-Cassette und der Freund wurde zum Ex.

[daily]x1xv8n_bruce-hornsby-the-valley-road_music[/daily]

[Bruce Hornsby & the range – The Valley Road]

erstes Laptop

Das ist ein Fujitsu Siemens 735Dx CD, PI MMX/133MHz,  16MB RAM, 12″ DSTN Display, 2 MB EDO-Grafic-RAM, Neupreis: ~2.900DM, mit etwas Beziehungen: ~2.70o,ooDM. Irgendwann Mitte 90.

Beim Wühlen in einer Schublade mit ollem PC-Gerümpel auf dem Dachspeicher habe ich die Setup-CD zu dem Gerät gefunden, noch mit Windows 95.

Ach

Vor 12 Monaten wurden neue Weichen gestellt, Hummeln im Hintern, Freude,  Gelassenheit und auch wieder nicht. Mein Magen war ein Betonmischer.

Mein iCal erinnert mich just gerade daran, was da alles war. Rückblicke sind nicht so mein Ding, zwar irgendwie nett anzusehen, aber nur bei anderen. Doch den Rückblick jetzt genieße ich, mein 2011 war ein Hammer.

Und weil immer noch nicht Schluss und alles besser ist, wurde heute das stlv. aus dem Job-Title entfernt. HUA!