Shorties 72

  • Am Flughafen Frankfurt trotz gefühlter 1.000 Hinweisschilder tatsächlich gleich 2 Mal in den unteren Ebenen verlaufen. Ist mir noch nie passiert.
  • Mein MacBook ist mir vielleicht zu ‚klein‘, ich mag vielleicht ein Größeres haben.
  • Es ist mir aufgefallen, dass wenn ich Abends etwas machen möchte, ich mittlerweile lieber etwas mit der Gitarre klimpere, als die PS3 anzuwerfen, oder ein Buch in die Hand zu nehmen, oder Dokumentation zu lesen. Die Erkenntnis ist komisch, das Gamer-Gen ist also ziemlich weg.
  • War es nicht so, dass ab 01.01.2011 eine einheitliche Aufladesituation für allerlei Kleingeräte mit Akku vorhanden sein soll? Wenn ja, merke ich davon jedenfalls nichts.
  • Flaschenpfandscheisse!
  • xing Premium ist gekündigt, es verkommt von einer leidlich hilfreichen Businessplattform zu einem lästigen Vermarktungsmarktplatz, auch weil gefühlt immer mehr Fuzzies dümmlichen Seminare zu verkaufen versuchen, oder verzweifelt nach neuen Auftraggebern suchen. Brauche ich nicht. xing sieht das erwartungsgemäß anders, gerade habe ich die 3. Mail mit der Bitte um Verlängerung und dem Angebot 3 kostenlose Monate dafür in Empfang zu nehmen gelöscht.
  • Die Treppenliftindustrie dieser Republik scheint sich auf eine ganz bestimmte Sorte von kostenlosen Fernseh- und Wochenzeitungen eingestellt zu haben.
  • Hatte mit einer scheinbar sehr netten Engländerin einen kurzen und gar nicht penetranten Mailwechsel über mögliche Werbung hier geführt.
  • Der Optiker für die neue Lesebrille meinte ich solle aufmerksam gegenüber Kopfschmerzen und Augenbrennen sein. Nach seinen Messungen wäre ich hart an der Grenze für eine Alltagsbrille.
  • Ich spiele immer öfter mit dem Gedanken an einen E-Book Reader.
  • Die letzten Wochen wieder häufiger am Server gearbeitet und neues spannendes Linux Zeugs gelernt. Ich wünschte ich würde mehr mit Linux-Servern arbeiten können, das Gelernte verwässert so schnell wieder.
  • Der Heimserver hat schon wieder Platzprobleme.
  • %crypto an% Ich bekommen die akute Nervosität wegen Dezember/Januar einfach nicht in den Griff. %crypto an%
  • Nun bin auch ich dem Charme von reeder erlegen. designed Software galore!

Shorties 71

  • Mich hat eine merkwürdige Vorliebe für Geox-Schuhe ergriffen, also nicht diese Sportschuhverschnitte sondern schlicht und schwarz und Glattleder und in (nach meinem Gusto) schick.
  • Direkt am Ladeneingang vom Personal ‚angegangen‘ zu werden ist lästig. Mehrfach sagen zu müssen, dass man zurecht kommt und sich umsehen möchte ist es auch. Einzige Hilfe ist sich Inears in die Ohren zu stopfen und Musik zu hören, dann wird man in Ruhe gelassen.
  • Zauberhaft zu sehen und zu erleben, wie eine Mutter mit ihrem Kind im Leseliegesessel mitten im Hugendubel ganz dicht beieinander kuschelten, während die Mutter leise aus einem Buch liest. Große Augen des Kindes, das Gesicht bannt die Seiten mit den Buchstaben, beide Arme unter dem Arm der Mutter verschränkt, der auch das Buch hält. Sie dürfte kaum älter als 7 sein, im vorbeigehen höre ich sie englisch lesen.
  • Lustig war es auch heute morgen auf dem Flughafen, weil das Buchungssystem offline war. Die Admins hatten ohne Zweifel den Spaß ihres Lebens. Die Schlangen vor den Schaltern jedenfalls waren lang, sehr lang und doch ging alles gesittet zu. Die Frau vor uns fragte vielleicht einmal zu oft wie spät es ist, denn was hilft es wenn man weiß, dass es knapp wird. Sie hatte getrocknete Tränen auf der Wange, sie tat mir leid.
  • Eine Mail von Opel, die mir nach meiner 3.(!) Nachfrage dann doch endlich zugestellt wurde. Ich möchte lediglich wissen, ob es ein werksseitiges Einbauset gibt, um das Schlittchen mit Bluetooth und einer Freisprecheinrichtung zu versehen, damit das Nokia auch im Auto tun darf. Das Ding von Nokia ist mir zuviel Gefummel. Jedenfalls bittet man mich um Geduld. *hmpf* 3 Wochen für die Beantwortung einer Frage und dabei ist sie noch nicht mal ansatzweise beantwortet. Mein Chef würde mich aus dem Haus jagen und das zurecht, würde ich so mit unseren Kunden umgehen. Aber dafür leben sie ja Autos.
  • Ein Prospektbote stopfte unseren Briefkasten mit allerlei Papiermüll zu. Da ich zufällig gerade auch am Briefkasten war bat ich ihn doch möglichst weiter zu gehen, ich wolle das viele Werbepapier nicht haben. Er lächelte (ganz wirklich) und meinte lapidar, es wäre ihm egal. Immerhin war er freundlich und ich räume in seinem Beisein den Briefkasten auf der anderen Seite wieder leer und und werfe es in die Papiertonne. Bei Handlungen wie dieser wird einem den Irrsinn gegenwärtig, dem wir Menschen manchmal folgen.
  • Der neue Lieblingsplatz für den samstäglichen Bummelkaffee ist auf einem kleinen Mauerabsatz am Rande des Rathausplatzes:

Zeichen und Wunder

Um 07.00 Uhr auf dem Flughafen Frankfurt, Terminal 1 – Abflughalle. Es wuselt hier dermaßen, es sind für meinen Geschmack um diese Uhrzeit eindeutig zu viele Menschen hier um mich herum. Aber was hilft es, so besetze ich einen Checkin-Automaten und bringe ihn dazu, mir meine Tickets auszudrucken. Dann mache ich mich genügsam auf den Weg zum Gate, schlendere am Duty-Free durch (die Gattin mag nichts und ich finde nichts). Am Gate angekommen trinke ich noch entspannt einen Kaffee und greife  in die Tasche, um die verbleibende Wartezeit mit Musik zu versüßen. Insgeheim freue ich mich schon auf die 3 Folgen Friends (Staffel 02), die ich mir vorgenommen habe während des Fluges zu schauen. Nur greife ich nicht den iPod, sondern ins Leere, kein iPod – nichts – niente – nada.

Der Schreck boxt mir brutal in den Bauch, der Magen darunter krampft sich auch direkt brav zusammen. Noch nie habe ich etwas verloren, selbst einen Schlüssel noch nicht. Halt doch, stimmt nicht, einmal als junger Bursche habe ich einen 20 D-Mark Schein verschlampt. Der Kaffee schmeckt plötzlich überhaupt nicht mehr, ich habe mich zum dritten Mal in der kleinen Umhängetasche vergraben und finde ihn doch erneut wieder nicht. Na toll, in 5 Minuten ist Boarding, die Verlustanzeige und Aufnahme der Sachlage kosten ohne Zweifel >30 Minuten, ich bekomme das jetzt also nicht hin. Ich rufe die Gattin an und schildere ihr meinen Verlust. Boah, was bin ich sauer auf mich, da passe ich einmal für 2 Minuten nicht 100%-ig richtig auf und in dieser kurzen Zeitspanne zieht mir ein Drecksack meinen iPod mitsamt Kopfhörer aus der Tasche. Inbrünstig hoffe ich, dass dem Kerl irgend etwas richtig widerliches, mit möglichst viel Schmerzen widerfahren möge und doch bin ich selbst der eigentliche Trottel. Sie ruft sogleich im Fundbüro/Polizei an und versucht alles weitere zu regeln, während ich in Richtung Berlin fliege.

Es wurde alles aufgenommen und ich solle/könne bitte 3-7 Tage warten, wie sie mir nach der Landung in Berlin schildert. 3-7 Tage sind Folter und Schande zugleich. Kurz ertappe ich mich vor den Arkaden am Potsdamer Platz dabei, meinen Frust in einen umgehende Neukauf ertränken zu wollen. Parallel dazu entwickle ich so etwas Aggressionen wider mich selbst. Es hilft jedoch nichts, die Reisemusik ist futsch, der Pod ist futsch, alles ist futsch. Ich bin der Idiot des Tages. Von wegen, mir passiert es nicht, dass einer lange Finger machen kann. Siehst du doch, du Lusche. Selbsthäme ist nicht sicher nicht hilfreich, aber effizient genug um den Adrenalinspiegel nicht sinken zu lassen. Beim Gedanken, dass ein fremder Mensch mit seinen diebischen und verdreckten Händen, meinen iPod festhält, sich an meiner Musik zu schaffen macht seine schwarzen Fingernägel die polierte und seidig glatte Oberfläche berühren *argh* ich könnte mich ….

Der Tag ist zum Glück äußerst betriebsam und auch sehr interessant, ich vermisse meine Musik und das vertraute Gefühl ihn bei mir zu haben dennoch. So bin ich den Geräuschen des Alltags schutzlos und ungefiltert ausgesetzt. Schlimm wie sehr man daran gewöhnt ist, sich bei Bedarf einfach abkapseln zu können.

Gegen Abend findet sich gottlob doch noch Zeit, sich mit einem lieben Freund zu treffen und noch später am Abend eine beeindruckende Demonstration der Kombination PS3 => 40″ Plasma-TV => Teufel 7.1 Soundanlage zu erleben. Ein erschütterndes Erlebnis, ich will auch so was, frage aber erst gar nicht, weil ich es sowieso nicht darf, das weiß ich jetzt schon. Auch weil das weit über 100 Jahre alte Mauerwerk unserer Behausung diese massiv geballten Schallwellen nicht ohne Schaden überstehen kann und auch auch wegen des Basswürfels, der unserem kleinen Herd rein von den Abmessungen gesehen durchaus den Schneid abkaufen könnte.

Die Gattin hatte zwischenzeitlich von einer Nachricht berichtet, dass ich mich morgen (also heute) doch bitte im Fundbüro auf dem Flughafen einfinden möchte. Der Rückflug war zu spät um noch etwas ausrichten zu können. Als ich heute morgen dann pünktlich um 8.00 Uhr vor deren Tür stand, wollte ich es 3 Minuten später nicht glauben, doch es geschehen wirklich noch Zeichen und Wunder:

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