Plötzlich

werde ich angesprochen, ja man will sogar etwas von mir. Ich soll doch bitte mal meine Aufmerksamkeit auf das %unter_die_Nase_gehaltene_Papier% legen, es wäre wichtig, ich könnte etwas tun für %irgendwen/irgendwas%. Da vergisst man einmal seine In-Ears und hat sofort einer dieser aufdringlichen Promotern quasi an sich hochklettern.

Etwas überdrüssig bitte ich ihn darum mich in Ruhe zu lassen und er möge sich jemand anderen suchen. Meine Bitte klang für ihn irgendwie völlig anders, als meine Worte eigentlich an Bedeutung hatten. Er versuchte es also noch einmal und ich nahm ihm mit einem schnellen Griff sein Papier aus der Hand und schaute ihn böse an, sehr böse anstatt einfach weiter zu gehen. Er machte einen Schritt zurück und motze, ich solle mich nicht so anstellen und es täte ihm leid. Ich ging wortlos weiter und legte sein Papier einige Meter später auf eine Brüstung. Seine Schritte klangen hinter mir, vermutlich um sich sein Papier wieder zu holen. 

Heute

Seit gestern Abend verspüre ich Lust auf

Cola Flaschen

So richtig Lust und Schmacht auf das Zeugs. Die Gattin lässt sich trotz massiver Unlust dennoch überzeugen, den anstehenden Wocheneinkauf ein klein wenig auszudehnen und einen Abstecher in die Innenstadt zum Gummibärenladen einzustreuen. Alles nur um den männlichen Drang nach Süßem nachzugeben. Jaja. 🙂

Der Regen wartet brav, bis wir aus dem städtischen Parkhaus heraus sind und die Richtung zum Gummiladen einschlagen. Das war überraschenderweise dermaßen voll, dass wir beide gleichzeitig davor zurückschreckten hinein zu gehen. Draußen warten? Ach ne, lass uns noch was bummeln, halbe Stunde oder so. Die Gattin ist wenig begeistert, der Regen verkommt derweil zum nieseln. Die Laune steigt daraufhin etwas.

Nebenbei gefragt, ist jemandem außer mir ebenfalls schon mal aufgefallen, dass Regenschirme eigentlich fehl konzipiert sind? Der mittige Griff ist völlig doof angebracht, denn durch die dadurch erzwungene Haltung werden nur ca. 50% (links / rechts) oder gar weniger der Regenschutzfläche verwendet, der Rest wird quasi ungenutzt mit sich herum getragen. Mehr sogar noch, denn die allermeisten Regenschirmträger können mit dieser vom Körpermittelpunkt versetzten Haltung und dem eigenen vergrößerten Durchmesser gar nicht umgehen. Anstrengend wird die Sache für die Umgebung dann, wenn man selbst keinen Schirm hat (minimaler Niesel braucht keinen Schirm) und eine Auslage betrachtet, dann eine fremde Frau mit Billigschirm in der Hand unter den Baldachin gesellt und sich versucht weiterhin eine Zigarette anzustecken. Mit dem Riesenlederbeutel in der Armbeuge hängend kann dies schon eine beachtliche Übung sein, wie ich im Spiegelbild des Schaufensters sehe. Der Schirm wackelt derweil bedrohlich, bis sich links ein Mensch von der Frau über das mordlüsterne Drahtende des Spanngerüstes des Schirmstoffes beklagt und auch ich rechts von ihr zu maulen beginne, weil auch mein Ohr sauber ist. Sie entschuldigt sich zwar glaubhaft, machte aber keine Anstalten den Schirm am wackeln zu hindern, die Kippe ist wichtiger. Links und rechts rücken wir von der Frau ab, was sie zur Kenntnis nimmt. Die Kippe qualmt endlich und sie zieht gierig den Rauch in die Lungen.

Die Gattin möchte überraschend mal eben in den Laden rein, um nach Hosen schauen. „Wenn wir schon mal da sind“, sagt sie. Wir erspähen ein verlockendes Preisangebot ihrer Lieblingsjeansmarke. Ich selbst könnte ich auch mal wieder in den Levis-Laden gehen. Aber zuerst stöbern wir zwei Jeans für die Gattin zutage, die prima sitzen und schon immer so gesucht wurde. Die Beiden kommen mit und der Gattin geht es daraufhin zusehends besser.

„Sag mal“, meint sie dann, „wolltest Du nicht letzte Woche noch einen neuen Schal haben?“ Stimmt, da hatte sie recht, wie doch immer. In die Schal-Abteilung finden sich dann auch schöne Stücke für uns beide. Aus Gewohnheit und weil wir es immer tun wenn wir in dem Laden sind, ‚wandern‘ wir auch durch die Herrenabteilung. Da sehe ich einen Posten reduzierte Marken-Hemden. Die Reduktion um 35€ ist heftig, die Ware ist makellos. Da schaut Mann doch mal genauer hin. An der Kasse später erschrecke und ärgere ich mich auch wieder, manchmal kein Maß finden zu können. Aber gut, ich kann einige meiner alten Hemden sowieso nicht mehr sehen, die verticke ich dann 2nd Hand oder in eBay. Die Berechtigung des Kaufes ist somit gefunden und der Ärger verfliegt wieder.

Das Nieseln hat aufgehört, wir wollen zurück zu Gummikalorienladen, der Levis-Laden ist ja näher. Die Gattin gibt mir Recht, dass ihre zwei Jeans meine Hemden nicht aufwiegen und so gehen wir zu meinen hoffentlich neuen 501. Dort wollen gleich zwei unbedingt mit mir mitkommen, eine sogar in schwarze. Die letzte schwarze Jeans ist schon ziemlich lang eher. Wir schlendern ordentlich bepackt die Fußgängerzone entlang, quatschen und schauen, lästern und lustwandeln. Als wir am Parkautomaten stehen überkommt mich das vertraute Gefühl noch etwas vergessen zu haben. Wir machen uns erneut auf den Weg zum Süßwarenladen, der Regen nieselt weiter vor sich hin. Der Laden ist mittlerweile leer und wir können die leckeren Kalorien mitnehmen, bevor wir dann endlich den Wocheneinkauf erledigen.

Nach dem Ausladen schauen wir noch schnell in den Briefkasten und finden einen Brief. „Steuer!“, *gulp* mehr muss die Gattin nicht sagen. „Soll ich?“, fragt sie mich. Nee, erst ausladen und dann öffnen. Sie zögert kurz, weil sie will schon rein schauen, lässt es aber dann doch sein. Später dann kommt bei einer Tasse Kaffee Rückzahlung in unerwarteter Höhe zum Vorschein. Ha. 😛

Ach so: Shopping-Score: 5:8 (ich gewonnen) 8)