Leben auf der Baustelle

Wir halten uns wacker, zicken uns nicht an, sind nicht gereizt, hätten wir es aber doch gerne schon geschafft. Eine von den geschätzten 2,5 Wochen wohnlichen Provisorien haben wir überstanden, der Hausstand ist seitdem vollständig abgedeckt, oder so geschickt im Haus verteilt, dass ihm nichts passieren kann. Man reduziert die Sachen des täglichem Umgangs auf ein Minimum und es geht, man braucht nicht viel, nur das Nötigste, sehr reduziert und simpel. Ab morgen ist die Wohnung für eine Zeit unbewohnbar, wir gehen daher für ein paar Tage ins Hotel. Ein sehr komisches Gefühl, fremde Menschen in den eigenen 4 Wänden zu wähnen, zu wissen, dass diese Menschen an den Wänden wüten müssen. Schöner wird es sicher werden, aber es dauert noch. Wenn sie schnell sind, vielleicht auch nur eine Woche. Das Umfeld wird sich ändern, die Wohnung wird sich ändern, wieder komisch aber auch neu. Ob wir fremdeln werden?  Wir sind gespannt und uns graust es auch vor den notwendigen „Nacharbeiten“. Und dann, schon wieder keinen Reiseurlaub in diesem Jahr. Vielleicht ist es auch deswegen, weil wir es uns immer wieder vornehmen? 

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zuschauen ist schwer

Ich erlebe wie die ehemalige Tätigkeit nun von anderen Menschen weiter geführt wird. Das ,was ich 10 Jahre lang getan und ohne dabei zu protzen aufgebaut und geprägt habe, wird von Amateuren weitergeführt. Die können froh sein, das ich dort nichts mehr zu sagen habe, es juckt es mich so richtig in den Fingern die neuen Köpfe zu knacken. Doch es ist nicht mehr meine Verantwortung, ich darf nicht hinsehen, so schwer es mir auch fällt.

aha des Tages

Nach nunmehr 30 Jahren arbeiten stehen mir also noch weitere 20 Jahre ins Haus. Nicht das es mich jetzt überrascht, aber es so amtlich und schwarz auf weiß vor sich zu sehen …. ist schon komisch. Das amtliche Papier soll informieren, ich weiß gerade nicht ob ich das gut oder schlecht finden soll. 20 Jahre, meine Güte.

Nebensache

Wir konnten uns bei dem schönen Wetter heute nicht aufraffen, die Innenstadt ist festverseucht, schlechtes Gewissen und doch auch wieder nicht. Lasst die Väter saufenfeiern, Ruhe ist auch etwas schönes. Jeder beschäftigt sich mit Sachen die sonst gerne liegen bleiben, meist still und für sich und doch gemeinsam.

Ich suche derweil ein Photo, natürlich ein bestimmtes und finde es nicht. Frust und Gedanken, wie man die Misere der unsortierten Photos auf dem Mac lösen könnte. iPhoto kann ein tolles Tool sein, wenn es denn genutzt wird, doch das habe ich bisher nicht. Jetzt wird es plötzlich Zeit und streune so durch die Jahre. Dabei finde ich auch längst verschollen geglaubte Dokumente, wie z.B. das Ergebnis meines 2. Unfalls aus dem August 1988:

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Die Geschichte dazu ist kurz und knapp erzählt, ich bin zu forsch auf eine Autobahn und habe einem für die Verkehrssituation eigentlich zu schnellen Fahrer eindeutig die Spur geklaut, er erwischt mich hinten links und schießt mich aus der Spur, der Ford und ich drehen uns ein paar Mal und ich komme wie durch ein Wunder ohne in weitere Wagen einzuschlagen am Seitenrand zum stehen. Außer Blech und reichlich Gummi auf der Straße war nichts passiert.

Ich mochte den Ford von Anfang an schon nicht sonderlich, doch zu dem Zeitpunkt war die Verfügbarkeit und der Preis des Wagens wichtiger. Meine Mutmaßung nach wäre ich ohne das sehr stramme Fahrwerk des Fords sicher nicht nur mit einem Schleudertrauma aus der Sache heraus bekommen. Der Wagen war danach fertig, die Werkstatt diagnostizierte einen wirtschaftlichen Totalschaden, weil ich den Schaden selbst zu tragen hatte, lies ich es sein und verkaufte ihn an einen Bastler.