Nebeneffekte 1

So ein Firmenumzug kostet Kraft, auch wenn ein Umzugsunternehmen einen Großteil der Gegenstände bewegt hat. Der Aufbau der Technik vor Ort ist dann wieder eine eigene Sache. Doch wenn man nach dem Aufbau und ordentlichen Verkabelung von 25 Arbeitsplätzen und 10 Servern an den Patchfelder steht und die Verbindungen herstellt, die man in nur schwer lesbarer Schrift von verknitterten Zetteln abliest, dann jeden Platz abgeht und Netzwerk und Telefon prüft, dann das Licht hinter sich ausmachen kann, ist das schon ein sehr befriedigendes Gefühl. Sich bewusst zu machen es geschafft zu haben, ist durch nichts zu ersetzten.

Doch heute Morgen schaute ich aus dem Fenster und suchte mein Auto auf der Strasse. Es dauert einen Augenblick bis ich mich erinnerte, dass obwohl vor der Haustür immer ein Platz frei ist ich den Wagen einige Entfernung weit weg geparkt hatte. Ich kann keinen Grund nennen. Der Tag gestern war etwa 19 Stunde lang, vielleicht deswegen.

aufpassen

Aus Gründen fällt das Frühstück am heimischen Tisch aus und ich warte bis ich im Büro bin. Während ich in der Büroküche stehe und zwei frische Brötchen mit dem Philadelphia-Milka Teufelsgemisch zubereite, blubbert der Kaffeeautomat an der Seite und baut meinen Milchkaffee zusammen, der Erste heute. Plötzlich steht er neben mir und fängt an zu reden, Lieferung….blubber…Verzögerung….bla…Beleg….blub… Ich unterbreche ihn und frage, was er glaubt, dass ich gerade mache. Brötchen schmieren sag er völlig korrekt. Ich gestehe ihm 10 Punkte zu. Und was glaubt er beabsichtige ich mit den fertigen Brötchen und dem fertigen Kaffee zu tun. Vermutlich frühstücken, stellt er wiederum völlig korrekt fest. Weiter 10 Punkte kommen auf sein Konto. Zum Abschluss frage ich, was er glaube ich während des Frühstücks und/oder dessen Zubereitung nicht ausführen kann? Er stutzt, also helfe ich. Am Schirm sitzen und Belegauskunft geben, zumal man selbst sowohl über alle Programme, sowie auch über die Kenntnisse verfüge diese Auskunft selbst einzuholen, anstelle gestressten und frühstückshungrigen Admins zur heiligen Zeit mit derartigen Banalitäten aus der Konzentration zu reißen, nur weil sie eben da stehen.

Wenn man weiß es ist etwas verkehrt

enhanced-buzz-25157-1281049011-23es aber nicht findet, partout nicht findet. Man trinkt einen Espresso und noch einen, dann stellt man die Suchmethoden um, findet wieder nichts, schaut tiefer, findet Sachen die man gar nicht sucht. Wenn man schon mal da ist, kann man das gleich fixen. Aber das man man sucht, findet man nicht. *argh* Man wechselt von der Tiefe in die Oberfläche und findet weiterhin nichts. Man traut dem Braten aber  dennoch nicht, weil es ist etwas verkehrt, weil man den Fehler selbst gemacht hat und eigentlich auch gleich wieder korrigiert hat. Es könnte noch etwas übrig geblieben sein. Könnte? Müsste? Der Bauch hat sonst immer Recht. *sigh*

Wenn man das Ganze 1 Stunde lang gemacht hat, muss man aufhören, weil sonst wird man wahnsinnig. Weiß man doch, es wird noch eine ganze Weile weiter im Kopf arbeiten und rattern. #narv

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Abschweifung

Das sitzt man in dem Konferenzraum, den man über die letzten 23 Monaten doch recht gut kennen gelernt hat. Das heutige Meeting fühlt sich irgendwie ‚komisch‘ an. Vielleicht weil ich vor 23 Monaten exakt an der Stelle meines heutigen Gegenüber saß und ebenfalls ein Bewerbungsgespräch hatte. Heute jedoch sitze ich dort wo vor 23 Monaten mein heutiger Chef saß, die Personalchefin ebenfalls auf dem damaligen Platz und wir interviewen zum ersten Mal gemeinsam einen Bewerber für meine Abteilung. Nach dem Meeting haben die Personalchefin und ich den gleichen Gedanken: ‚Ist doch eigentlich noch gar nicht so lange her.‘

lange gehalten

Damals ® in 2000 noch im damaligen Büro war es eine Art „running Gag“ eine Fehldruck-CD unseres so sorgsam gehegten Produkts auf dem Tisch als Untersetzer zu haben. Nur nicht verkommen lassen. Meine CD konnte ich seinerzeit gerade noch rechtzeitig retten und fortan hatte dieses kleine Stück auf dem heimischen Schreibtisch sein Auskommen. Es hielt bis dato unzählige Tassen und Gläser aus, bis es beim letzten Tee plötzlich zersprang. Ein komisches Gefühl diese kleine alte und fehlerhafte Stück Plastik zu nehmen und darüber nachzudenken, was in der Zeit so alles passiert ist.  Was ist aus den lieben Menschen um mich herum geworden?

Weil letztlich zum Großteil nutzlos geworden … und doch … Sentimentalität … manchmal nervt es und doch …. auf eine gewissen Weise auch wieder nicht. Es war eine tolle Zeit, die ich mit tollen Menschen erleben konnte. Daran erinnert diese falsch bedruckte Stück Plastik auf dem Weg zum Mülleimer.