untrügliche Zeichen

Auch ein sicheres und ebenso untrügliches Zeichen für die nahende Winterzeit ist, wenn die Gattin nach neuen Puzzeln verlangt. Also begibt man sich in den hierzulande wohl besten Kinder- und Spielzeugladen überhaupt, Wirth in Mainz. Das ist noch ein echter Spielzeugladen, hemmungslos vollgestopft und verwinkelt, über 3 Etagen, Personal das sich aus kennt, beraten kann und nicht nur Schachteltexte abliest. An dem Laden habe ich mir als kleiner Bub schon die Nase an den Fensterscheiben platt gedrückt, als Märklin und Plastikbausätze von Segelschiffen noch das Maß wirklich ‚aller‘ Dinge waren. Nun ja, ich mag solche Läden sehr, umso mehr freue ich mich, dass dieser eine Spielzeugladen immer noch den Ketten dieser Welt wirkungsvoll Kontra bieten kann.

Und ganz ehrlich, sie hatte keine Sekunde ein schlechtes Gewissen dieses Monster auszulassen:

Kaufgrübeln

Die letzten Tage haben die Gattin und ich geräumt. Wie die Wilden den überfüllten Dachspeicher auf Vordermann gebracht, etliche wenn nicht gar alle Schränke ausgeräumt, Inhalte betrachtet, Zeugs entsorgt oder doch behalten, unglaublich viel Papier entsorgt oder zum Shreddern gegeben. Das war tüchtige Arbeit, aber es hat sich gelohnt, fast alles ist auf der Reihe jetzt.

Beim Schränke wühlen fällt mir meine alte Fototasche mal wieder in die Hände. Drinnen verpackt liegt meine alte Minolta Dynax 500si und meine beiden Objektive. Hammer, die hatte ich ja völlig aus dem Gedächtnis verloren. So richtig fotografieren kann ich nicht, ohne Auto-Schisslaweng bin ich hilflos. Auch mag ich mich mit dem ganzen Zeugs nicht weiter befassen, ich mag drauf halten und knipsen, der Rest ist Sache der Technik und nicht meine. Damals™ mit der analogen Dynax war dies ein recht teures Verhalten, weil 40% jeden Films umsonst entwickelt und gleich wieder entsorgt wurden. Der photographische Enthusiasmus wurde demzufolge sehr schnell und sehr deutlich gebremst, wenn nicht sogar fast erstickt.

Die Eigentümerin des alten Fotoladens hier im Ort war damals%trade; überaus hilfreich und entwickelte auch mal Filme ohne Berechnung, eine echte Fachfrau hinterm Tresen, noch richtig vom alten Schlag. Dennoch war die analoge Fotografie auf Dauer nichts für mich. Daher legte ich die Spiegelreflex irgendwann weg und knipste fröhlich mit meiner ersten kleinen DigiCam (einer Canon irgendwas) weiter.

Nun liegt die olle Dynax wieder vor mir und ich frage mich, ob man die Objektive wenigstens noch gebrauchen kann. Das Gehäuse zu verkaufen wird vermutlich nicht mehr möglich sein. Nach Recherche und Auskunft des Minolta-Kundendienstes sind Minolta-Objektive mit AF in der Bezeichnung (meine sind AF35-70, AF70-210) mit allen Sony-DSLR Alpha-Kameras voll kompatibel, da Sony Minolta/Konica aufgekauft habe. *gulp* Für andere Fabrikate solle man bei den jeweiligen Fabrikaten nachfragen.

So bequem meine schmale Digiknipse (Lumix) auch sein mag, mit einem echten Tele und einer richtigen Spiegelreflex zu knipsen, hat schon richtig Spaß gemacht, war zwar letztlich nur zu teuer, aber dennoch spaßig. Darüber muss ich nochmal nachdenken, ob ich mir tatsächlich doch noch eine DSLR anschaffe. Nur so rein vorsorglich natürlich habe ich mich mal umgesehen, die Sony A 330 wäre schon ein lohneswertes Schätzchen. Ach Mensch, da will man sich nur mal eben informieren so rein aus Neugier etwas dazu lernen und dann passiert so was.

Studentenschuhe

Meine Sneakers-Zeit ist irgendwie wieder vorbei, so bequem und locker sie auch sind, ich habe keine Lust mehr Schuhe zu tragen, die mit übergroßen Markensmybolen ausgestattet sind, nur damit man sie vom Konkurrenzmodel besser unterscheiden kann. Alleine vom Aussehen her geben sich alle Hersteller kaum noch etwas. Stattdessen mag ich wieder mehr Leder und kein Plastik mehr an den Füßen tragen, wieder richtige Sohlen mit Absätzen und keine Dunlop-Streifen auf der Unterseite. Endlich wieder mit richtiger Schuhcreme ordentlichen Glanz auf die Schuhe bringen und nicht nur mit einen feuchten Schwamm drüber wischen und trocknen lassen. *hmpf*

Zu meiner Jugendzeit trugen gefühlte 85% aller männlichen Studenten ausschließlich Clarks, aufgrund der intensiven Trageweise und Dauer im teilweisen sehr erbärmlichen Zustand. Doch deren Clarks (vornehmlich in braun) fielen einfach nicht auseinander. Damals noch in Mainz unterwegs mochte sie nicht, weder Clarks noch so wirklich die Studenten. Warum mir  heute nun diese Clarks so ausnehmend gut gefallen und ich welche haben will werde, mag man meinem zunehmenden Alter und der damit einhergehenden Weisheit zurechnen und überhaupt, weg jetzt mit den Sneakers.

Cordoba

Das ist der Name einer Stadt in Spanien, hier jedoch ist es auch der Modellname der Gitarre, die ich mir am letzten Montag geholt habe. Mittlerweile habe ich mich schon ein paar Mal mit diesem wunderschönen Instrument zurückgezogen und damit herum gespielt, also Stimmübungen, mich allgemein damit vertraut gemacht, die Namen der Saiten gelernt (e-a-d-g-h-e) , versucht die Finger zum selbsttätigen Finden der Seiten zu trainieren und überhaupt. Am kommenden Montag geht es los, der erste ernsthafte Unterricht, sehr aufregend das alles.

Es ist im Übrigen eine völlig normale Gitarre, auf Hochglanz poliert, Korpus aus Fichten, Decke aus Zeder, goldene Wirbel, Saiten aus Kunststoff, normale Größe, die klassische Ausführung und keine Western. Und doch ist sie auch wieder nicht normal, es ist nämlich meine!   Das Headerbild ist somit auch wieder neu.