herzhafter Lacher des Tages

Familie mit zwei Kindern tollen vorsichtig in der Brandung. die Große dürfte 3-4 Jahre sein, die Kleine kaum mehr als 12 Monate, die Familie kommt aus Holland. Die Kleine wird noch gestillt, so zieht sich die Mutter nach einigem Quengeln auf eine Liege zurück und will sie anhalten. Plötzlich schreit die Kleine und schüttelt sich sichtbar im Arm der Mutter. Die beginnt das Lachen und ruft zum weiter im Wasser mit der Großen spielenden Mann, ob er Trinkwasser eingepackt hätte, die Kleine schmeckt das Salzwasser an ihrer Brust. Der Mann lacht mit, doch verneint. Da wir direkt daneben liegen frage ich, ob ich aushelfen darf und halte ihr meine Flasche hin. Sie lacht mich auf herzerfrischende Weise an und nimmt die Flasche. Das leise prustende Kind lege sie vor sich zwischen die Beine auf der Liege und dreht sich von mir weg. Mit einem nun vom Frischwasser nassen Handtuch reinigt sie von mir abgewandt die Brust und hält sofort das Kind wieder an. Das gibt nun Ruhe und trinkt, sie gibt die Flasche wieder zurück, bedankt sich und kümmert sich restlachend wieder um die Kleine.

Aufzugsstress

Aufzüge sind immer wieder ein Quell der Freude, sei es nun das es morgens auf dem Weg ins Büro nach frischem warmen Essen duftet, oder ein Rasierwasserartist eine kleine Tour gefahren ist, oder man erlebt die Leute, die Angst haben nicht rechtzeitig rein- oder wieder raus zu kommen. Ein neue Quelle ist der Discounter-Aufzug, der den unterirdischen Parkplatz mit dem Verkaufsraum verbindet. Es ist nur eine Etage, doch mit bestücktem Einkaufswagen quasi ein Muss um zurück zu Wagen zu kommen.

Es steht eine Frau in der Nähe des Aufzuges am bevorzugten Discounter in der Nähe. Den Wagen über den Rand voll gepackt, ein kleines Mädchen (3 oder 4) springt umher, hüpft herum, oder gemessen an den Geräuschen spielt sie Pferd. Die Mutter lümmelt lässig am Wagen, eine Telefon zwischen Schulter und Kopf eingeklemmt, mit den beiden Händen eine Zigarette und ein Feuerzeug haltend. Ich laufe mit meinem Wagen in Ihre Richtung, während sie die Kippe ansteckt, ohne das Telefon abzunehmen. Die beginnt zu reden. Das Kind entfernt sich hüpfend von ihr, bis es auf Höhe der Auftzugstür ist. Die Tür geht auf und die Kleine schaut verschmitzt zur Mutter zurück und hüpft flink in den Aufzug. In dem Moment, in dem die Tür sich schliesst schreckt die Mutter hoch und schaut suchend umher. Die Hin- und Her-Blicke werden hektischer, das Telefon fällt in den Wagen, die Kippe und das Feuerzeug auch. Sie bewegt sich in Richtung wo sie die Kleine wohl zuletzt wahrgenommen hat, mehr Hin- und Her-Blicke, Panik macht sich im Gesicht bemerkbar. Ich bin auf Ihrer Höhe und sage ihr, dass die Kleine in den Aufzug gestiegen sei. Sie schaut irre zu mir, zum Wagen, zum Aufzug, weiß nicht so recht was sie nun machen soll. “Passen sie auf meinen Wagen auf” befiehlt sie mir und rennt die Treppe neben den Aufzug runter.

Ich bleibe beim Wagen und höre unten im Keller die Mutter nach dem Kind rufen. Kurz darauf kommt sie mit dem Kind im Arm die Treppen hoch und schimpft sachte mit der Kleinen, dass sie ohne die Mama nicht mehr in den Aufzug gehen soll. Sie kommt zu mir, bedankt sich und geht mit dem Kind im Arm hinter den Wagen. Sie legt die freie Hand an den Holm und mit einem kurzen Ruck schiebt sie den vorwärts zum Aufzug, die Tür geht wieder auf, wir steigen gemeinsam ein. Ihr steht der Schrecken noch im Gesicht, sie atmet schwer, ist blass, ihre Stirn glänzt nass während die Kleine über ihre Schulter hinweg mit mir flirtet.

Ohrwürmer der Kindheit

Im Blog der Herzdamengeschichten gibt es einen Gastbeitrag von dasnuf, der auch hier mitunter ziemlich ungute Erinnerungen wieder wachruft.

Jedes Kind hat seine Musik, wir lernten das bei Übernachtungsbesuchen und waren froh über die Abwechslung in der Beschallung, sofern das Gastkind eigene Kassetten mitbrachte. In der Regel sassen sie im Kinderzimmer beisammen, spielten in mehr oder weniger Eintracht und im Hintergrund dudelte der rot-gelb-blaue „my first Sony“ (mit Akkus) vor sich hin. Über Stunden und bis zum ersten Streit habe es bei den Kindern die unausgesprochene Einigkeit, die Cassette nicht zu wechseln, sondern stets umzudrehen. Wir oft haben wie die Kinder dabei ertappt, wie sie spätestens Sonntags dann jedes gehört Wort in einem zeitlich tadellos synchronen Gleichklang mitsprachen oder sangen. Die Kinder hatten ihr Freude daran, wir indes weniger.

An die Grenze des Erträglichen wurden wir bei Urlaubsfahrten gezwängt, wo das Kind beharrlich drauf bestand die eine Cassette oder die Andere zu hören. Es waren keine Namen oder Titel nötig, wir wussten stets was gemeint ist. Da half auch nicht versuchsweise die Vernunft des Kindes zu wecken und an die Verkehrsnachrichten zu erinnern. Es wusste längst, dass das Radio diese automatisch einblenden konnte. Wir lernten dann auch schnell die Cassette wieder zum Ausgangspunkt bei Auftreten der Meldung zurückzuspielen.

Von Detlev Jöcker und seiner „si-sa-singemaus“ habe ich stellenweise sogar geträumt und ich bin auch heute noch überzeugt, dass ich seinerzeit eine veritable Allergie (mit gefühltem Ausschlag!) wegen „1-2-3 im Sauseschritt” entwickelte. Da half auch kein unabsichtliches Verstecken der Kassetten oder die Hoffnung, dass das chaotische Kinderzimmer und die bewusst ausgebliebene Ermahnung zum Aufräumen der Eltern, die Kassetten doch bitte verschlucken möge (bei den Socken funktioniert das schliesslich auch). Wir litten schlimm, aber Hauptsache dem Kind ging es gut.

Heute haben wir einen grob kompatiblen Musikgeschmack. Wir möchten glauben, dass unsere Geduld und Ausharren in der Kinderzeit hierfür verantwortlich ist. Das entschädigte für die Jahre zuvor. Zumindest ein bisschen.

unaufälliger

Der kleine Junge steht nahe am Bein der Mutter, die am Eingang des Discounters auffällig lächelnd und einen Tick zu laut einen Mann begrüßte und sich in gleicher Lautstärke um sein Befinden erkundigte. Der Junge schaute abwechselnd zu dem Mann und wieder zurück zur Mutter. Die beiden Erwachsenen gehen nach einer gewissen Zeit in entgegengesetzten Richtungen davon. Der kleine Junge bleibt stehen und ruft der Mutter zu, wer das denn war. Die Mutter kommt eilig den Schritt wieder zurück, beugt sich zu dem Jungen herunter und zischt ihn leise aber nicht böse an, dass er leise sein soll. Der Junge fragt wiederum sehr laut wieso. Die Mutter schaut hektisch zu dem Mann, mit den sie sich eben noch unterhalten hat, der aber weiter seines Weges geht. Dann zieht sie den Jungen zu sich und sagt leise, das sie es auch nicht wisse. Der Junge schaute verwirrt, man konnte von außen seinen Gedankengang erraten. Er fragt sich warum die Mama dann mit dem Mann geredet hat, wenn sie ihn kennt. Die Mutter fasst den Jungen am Arm, richtet sich auf und zog ihn zum Eingang. Der Junge wiederholt seine Frage, die Mutter antwortet nicht, sondern zischt ihn jetzt etwas weniger freundlich an, er soll still sein und nicht so laut reden. Dann ging die automatische Tür zu, durch die die Beiden gegangen sind und die weiteren Worte verstummten. Der Junge fügte sich widerwillig der Mutter, während er aus der Glasfront im Eingangsbereich nach dem Mann schaute, der mittlerweile seinen Einkaufswagen in den Kofferraum eines Wagen lud.