da macht es pling

Scheinbar schlafe ich endgültig nicht mehr so tief und fest wie früher noch, denn sonst hätte mich ein sattes *pling* mitten in der Nacht vor kurzem nicht aus dem Schlaf schrecken lassen. “Scheiss Party-People” dachte ich noch und dreht mich wieder um, oder so. Erst am nächsten Morgen sah ich was mich tatsächlich geweckt hatte:

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Und ja, das ist eine Staubschicht unter den verbliebenen Saiten. Schauen Sie bitte nicht hin und gehen weiter. Danke.

Mama hat gesagt

Wir parken nebeneinander, im Wagen neben mir sitzt ein 7-jähriger Junge, den ich vom sehen kenne. Er erkennt mich auch, zumindest winkt er zurück, die Mutter ist für mich nicht sichtbar. Der Junge sitzt auf dem Fahrersitz, sicher nicht mit dem Einverständnis der Mutter und spielt Auto fahren. Nach einem schnellen Blick sehe ich, dass es ein Automatik ist und der Schlüssel nicht steckt. Ich widme mich meiner Besorgung im nahen Lädchen und komme wieder zurück. Der Junge steht jetzt neben dem Wagen auf dem Parkplatz und heult Rotz und Wasser, die Mutter weiterhin nicht sichtbar. Aus dem Wagen brüllt die Musik-Anlage, die geschlossenen Türen können den Lärm nicht verdecken.

Ich gehe zu dem Jungen und versuche ihn zu beruhigen. So erfahre ich, das “DieMamahatmirerlaubt *schnief* michaufihrenPlatz *schluchz* zusetzenundaufsiezuwarten *schniefschluchz* ichsollabernichtsanfassen *schluchz* undichhabirgendwogedrückt *schnief* undjetztistessolautundichweißnichtwiedaswiederleise *schluchz* geht. *schniefschluchz* Der kleine Kerl ist richtig verzweifelt. Auf die Frage, ob ich mir das mal ansehen soll, nickt er heftig, während er sein Schluchzen und Schniefen wieder unter Kontrolle bekommt.

Ich öffne die Tür und sehe ein Pack Tempo, aus dem ich eines ziehe und ihm gebe, damit er sich die Nase schnäuzen kann. Das Radio ist eines ohne Drehknöpfe, nur mit Tasten. Ich drücke die Taste zum Verringern der Lautstärke bis die Musik nur noch sehr sachte säuselt. Er beruhigt sich und drängt wieder in den Wagen, sein Tempo drückt er umständlich in die wohl etwa zu große Jeans, sagt danke und schiebt sich an mir vorbei, wieder auf den Sitz.

Er ist wieder ok, dennoch frage ich wo seine Mutter denn sei. Die wäre in einem Laden um was umzutauschen, ich solle aber bitte nichts sagen, dass er die Musik so laut gemacht hätte. Natürlich verspreche ich ihm das, frage aber, ob ich noch einen Moment warten soll, bis die Mama wieder da ist. Nein, sagt er, er könne jetzt wieder allein. Dann zieht er die Tür hinter sich zu und drückt den Verrieglungsknopf herunter. Er lächelt schüchtern und winkt mir erneut zu. Zu gerne würde ich wissen, wie er der Mutter das verheulte Gesicht erklärt, muss aber auch nicht sein.

laut einkaufen

Üblicherweise gehen wir zu zweit für den Wocheneinkauf. Da die Gattin heuer jedoch außerhäusig weilt, darf ich alleine. Dazu muss ich ausführen, dass ich beim Einkaufen irgendwie immer latent genervt bin. Nicht von der Gattin, sondern vom Personal, den Promotern und sonstigen Menschen, die mich ungefragt anquatschen um mir irgendeinen Scheiss an den Hals halten, für den ich vielleicht und möglicherweise Interesse haben könnte. Das kann ich partout nicht leiden, das macht mich zuerst mürrisch, nach 4. Vorfall werde ich ungemütlich und versuche durch von weitem sichtbare Zornesfalten auf der Stirn beim werbenden Gegenüber nachaltigen Eindruck zu schinden. Das klappt aber nur mäßig, ein Schild zum Umhängen mit dem Schriftzug „brauche/will ich nicht, danke für Ihre Mühe – viel Erfolg noch“ hat mir die Gattin untersagt, ich soll das aushalten, sie könne es ja auch. Ungerechtigkeit. überall.

Heute also darf ich alleine und so blitzt es mir doch einfach Kopfhörer auszusetzen und Musik laufen zu lassen. Das klappt hervorragend, ich habe meine Ruhe, die aufdringlichen Werber lächeln mir sogar an, weil ich breit grinsend und sachte wippend durch die Gänge laufe. Herrlich. Ab und zu versucht einer dennoch sein Glück und stellt sich mir in den Weg. Doch die Musik ist so laut, dass ich nichts von denen hören kann und nur Fischsprache sehe. Der Werber gibt auf und sucht sich andere Opfer. WIN! Ich habe es so genossen, das Einkaufen und die Musik, eigentlich bin ich extra sogar etwas länger durch die Gänge gelaufen, weil die neue CD von Vertical Horizon ist wirklich klasse. Schmissig, tolle Gitarren, Melodien und überhaupt, laut und toll…


Vertical Horizon – Broken by you