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Rebekka war so freundlich meine Frage zu beantworten. Nun will ich auch über den Grund der Frage eine Auskunft geben:

Ich habe mir verschiedene Sessions der diversen re:publica Veranstaltungen auf Youtube angesehen, bzw. diese begonnen aber dann meist nach wenigen Minuten wieder abgebrochen. Dann habe ich einiges gelesen und mir meine Meinung dazu gebildet. Ich erlebe das alles wie eine Konferenz, an der man am Ende eine Absichtserklärung verfasst, beim nächsten Mal eine Absichtserklärung zu verfassen, die eine Absichtserklärung zum Ziel hat. Oder anders ausgedrückt: Wenn eine Inselbevölkerung sich darüber beklagt wie schlecht die Festlandregierung doch ist, die aber zu weit weg ist um zuzuhören, kann man soviel lamentieren wie mal will, es juckt niemanden warum man lamentiert.

Auf re:publica oder ähnlichen Veranstaltungen treffen sich Leute, die alle irgendwie intensiv im Internet zugange sind und tauschen sich ohne Einschränkungen zu erfahren darüber aus. Das ist prima. Aber mehr ist es nicht. Man sollte weder z.B. ein freies Internet, ein politisches Statement über solche Veranstaltungen stellen, oder dort hineintragen, denn die passenden Entscheidungen hierzu treffen leider andere. Man selbst kann wenn es passiert zwar auf sich und auf die bedrohliche Lage aufmerksam machen, doch wenn die/der Machtinhaber es nicht möchte/für gut hält, bleibt einem nur sich auf den Boden zu werfen und mit den Füssen zu trampeln. Die nächste Wahl kommt bestimmt? Ja und – was passiert dann? Same shit – different color.

Ich bin in dieser Sache engstirnig und wenig offen, doch bezeichne ich derartige Veranstaltungen ohne die Leute die die Macht etwas zu bewegen inne haben, als  Freizeitveranstaltung unter Gleichgesinnten. Jedem sei von Herzen gegönnt sich auf solchen Veranstaltungen umzutun, sich einzubringen und seinen Punkt zu machen. Wenn er wieder wegfährt, muss er sich im Klaren darüber sein, bleibt der Punkt dort. (no offense!)

 

Ungemütlich

Seit kurzem gibt es für Max OS X 10.8.x die GPG Tools (Windows hat die http://www.gpg4win.de, für Linux gibt es GnuPG), die auf simple Weise eine Signierung und Verschlüsslung von E-Mails ermöglichen. Wer möchte, mit dem kommuniziere ich also gerne per verschlüsselte E-Mail. 

Auch ich habe nichts zu verbergen, dennoch möchte ich nicht das wild gewordenen Behörden im In- und Ausland scheinbar ohne Hemmungen und Scham meine Privatsphäre und jedes Menschen in meinem Dunstkreis ignorieren und die im unserem Grundgesetz festgeschrieben Grundrechte ohne Kontrolle und Anlass in Eigenregie außer Kraft setzten. Just weil sie glauben, es könnte unter Umständen ein Anlass vorhanden sein, der den Strip rechtfertigt. Seinerzeit in der Kaserne habe ich noch gelernt, dass erst der konkrete Anlass oder ein stichhaltiger Verdacht vorhanden sein muss, um Maßnahmen der polizeiliche Überwachung nach richterlicher Verfügung gegen eine bestimmte Person oder eine Gruppe wahrzunehmen. Ich kann mich nicht erinnern, dass diese aus der Unschuldsvermutung abgeleitete Vorgehensweise aus dem Grundgesetzt entfernt worden wäre. 

Heute schnüffeln unsere Behörden und fremde Länder in jeder Privatsphäre nach Belieben herum und diejenigen die hierzulande eigentlich verpflichtet wären dies zu kontrollieren, kümmert es nicht weiter. Es könnte ja sein, dass irgendwo und irgendwann ein Islamisten-Trottel seinen blöden Arsch zusammen mit vielen anderen Menschen in die Luft jagen möchte und ich und/oder mein Umfeld damit irgendwie in Kontakt ist. Angesichts der gedroschenen Phrasen in der politischen Landschaft muss ich als Bürger sogar vermuten, die finden die umfassende Überwachung eigentlich gut und unterstützen es wo sie können, solange das Engagement  nicht in der Öffentlichkeit landet. Sie halten das Gesicht in die Wahlkampf-Kamera, grinsen semi-inteligent und simulieren Betroffenheit, sie versprechen halbherzig sogar Aufklärung und widmen sich dann der nächsten Wahlkampfveranstaltung. Wer das glaubt, hat es nicht anders verdient. Unsere politische Führung hat ausnahmslos einen Eid auf unser Grundgesetz geschworen, aber vermutlich wegen dem vielen Wahlkampf und anderen wichtigen Sachen längst vergessen, was es heisst. Keinem dieser Flitzpiepen unterstelle ich, in der Angelegenheit die Interessen der eigenen Bürger wahrnehmen zu wollen. 

Nebenbei erwähnt wurde ich vor kurzem fast ausgelacht, weil ich ja als Blogger meine Privatsphäre quasi schon längst aufgegeben habe und bereits gänzlich gläsern bin. Wieso ich mich also überhaupt aufregen würde? Wieder einmal bin ich konfrontiert mit dem falschen Bild, den nicht bloggende Menschen von uns Bloggern haben. Es ist letztlich völlig sinnlos zu erklären, dass man als Blogger selbst bestimmt, was und wie man etwas veröffentlicht. Man begibt sich bewusst und mit kontrollierten Informationen in die Öffentlichkeit. Das hat für mich nichts mit der Aufgabe der Privatsphäre zu tun.

Vor knapp 20 Jahren sind tausende Menschen in die Normannenstrasse gestürmt und haben geholfen die Stasi aufzulösen, auch weil ihnen die umfassende Überwachung gehörig gegen den Strich ging. Man reklamierte Privatsphäre für sich. Heute hört man nahezu von jedem Menschen, mit dem man über die Abhörskandale ins Gespräch kommt, „ich habe nichts zu verbergen„. Das ist doch falsch. Nur tun kann man nichts. Auf die Strasse gehen und sich beklagen und protestieren, ja sicher – aber es ändert sich nichts deswegen. Es dürfte klar sein, dass das was die Behörden einmal in den Händen haben, nicht mehr loslassen werden, selbst wenn man es uns glauben machen will, sie hätten es nicht mehr. Wir haben es versaut, weil wir die haben machen lassen. Und jetzt müssen wir damit leben. 1984 ist Wirklichkeit geworden.

Nachtrag: zeit online 

der fragwürdige Hype

Das iPhone fand ich als Hardware schon von Anfang an zu teuer und in den Tarifen des ehemaligen Exclusivanbieters verpackt einfach nur unverschämt, es wurde somit bisher erfolgreich ignoriert. Am Donnerstag jedoch wurde mir geschäftlich eines der Geräte quasi aufgezwungen (jaja Luxusprobleme, I Know) und da liegt es jetzt und macht neben dem N8 rein körperlich keine schlechte Figur. Sicher sammelt es gegenüber dem N8 alleine nur im Handling schon einige Pluspunkte, doch die Kamera ist eine Schmach und das Ding kann ja noch nicht mal per Bluetooth Bilder oder Dateien versenden, Dokumente erstellen oder öffnen, Filme lassen sich nicht synchen (weil bereits mit anderer iTunes Bibliothek verbunden), , mein Mac lies sich erst nach dem 3.Versuch per Bluetooth verbinden (Tethering geht dennoch nicht, weil Telekom hier nicht will oder kann 😯 ), Sync nur mit Kabel(!), usw. Jetzt nachdem ich mich mit dem Ding etwas beschäftigt habe, finde ich es in Summe öde und langweilig. Ein bekennender iPhone Junkie aus meinem Bekanntenkreis hatte mein N8 vor ein paar Tagen in der Hand und stellte fachmännisch fest, es wäre ja viel zu langsam. Ich fragte ihn woran er das denn festmacht, weil er nur die Bildschirme durch wischen gewechselt hat. Der Wechsel der Bildschirme wäre ja so was lahm. Ja stimmt, beim Nokia passiert es ca. 0,25s verzögert gegenüber dem iPhone. So what? Anyway, ohne den sicherlich reizvollen AppStore (den ich nicht nutze) ist das ganze Teil im Vergleich zu anderen heute aktuellen Smartphones in meinen Augen einfach nur peinlich, nichts rechtfertigt den nun schon seit Jahren andauernden Hype um das Gerät. Und doch werde ich es mir mir herum tragen müssen.
Aber irgendwas ist ja immer.