Zicken-NAS

Das Backup-NAS meldet sich mit einem Problem. Der einmal im Monat laufende SAMRT-Test der alten Platte meckert darüber, dass ein “complete-read-write-fail” aufgetreten ist. Die Oberfläche des Backup-NAS meldet zwar der Platte ginge es gut, doch dem SMART vertraue ich mehr. Die Platte muss raus, denn der baldige Ausfall ist im Bereich des Wahrscheinlichen.  

Auf Amazon entscheide ich mich erneut für eine WD-RED, also eine Platte speziell für NAS konzipiert. Zum Austausch fahre ich das NAS herunter, nehme den Träger aus dem NAS, tausche die Platte aus und schalte das NAS wieder an.

Nach weniger Minuten kann ich die Oberfläche wieder aufrufen und im Speichermanager die neue Platte sehen. Die ist natürlich noch nicht nutzbar, weil neu und noch nicht formatiert. Beim Versuch dieses zu tun, kommt jedoch vom NAS immer wieder der Fehler

“[Single Disk Volume: Drive 1] Formatting failed(Cannot unmount disk)“

Ratlos recherchiere ich und finde heraus, das dies scheinbar eine Eigenart des QNAP-2-Bay-NAS ist. Die erste Platte in einem 2-Bay-NAS ist die Platte auf der auch das System selbst läuft, die kann nicht im laufenden Betrieb neu formatiert werden, man läuft sonst in ein Henne-Ei-Problem.  

Die Platten #1 und #2 einfach zu tauschen löst das Problem auch nicht, weil auf der Platte #2 das System nicht zu finden ist, also wird das NAS Startprobleme haben. In einem 4-Bay NAS mit RAID 5 kann man die neue Platte einfach einstecken, das System kümmert sich um alles weitere. Mein Backup-NAS ist nur ein 2-Bay (Schächte). 

Die Lösung ist eine komplette Neuinitialisierung des NAS:

  • man sollte ein valides Backup der Daten haben, oder sofern die ‚malade‘ Platte noch nicht ausgefallen ist sollte man dieses nun erzeugen, denn am Ende der folgenden Vorgehensweise sind die Daten weg, das lässt sich leider nicht vermeiden
  • in der Systemsteuerung eine Sicherung der Config herunterladen
  • NAS über die Oberfläche sauber herunterfahren
  • beide Platten aus der jeweiligen Schachtverankerung lösen und etwas herausziehen
  • das NAS starten und evtl. mit dem Qfinder im Netzwerk suchen (nur falls der DHCP eine andere IP vergibt)
  • die Oberfläche begrüßt mich mit dem Assistenten zur Neuinitialisierung des NAS
  • dem Assistenten folgen, bis die Aufforderung kommt die erste Platte wieder einzustecken
  • dann die Einrichtung von Netzwerk, Zeitzone, NTP, bis es zur Einrichtung der Festplatten geht
  • für meine Zwecke reicht ein JBOD, ich stecke die 2.Platte wieder ein und kann nun das JBOD auswählen
  • die beiden Platten werden anschliessend neu formatiert und in das neue JBOD eingebunden
  • nach 15 Minuten ist das BackupNAS wieder online und hat das JBOD online
  • nun noch die zuvor gezogenen Sicherung der Config wieder zurückspielen und im Freigabemanager ggf. die Freigaben überprüfen und ggf. neu erstellen

Die Oberfläche des Systems suggeriert einem, das man die Platte quasi im laufenden Betrieb austauschen kann. Man kann nicht, deshalb dieser Blog-Eintrag.

Bastelstunde – Backup für ein Medien-NAS

Meine Medien (Filme, Musik etc.) liegen auf einem QNAP NAS (TS-419 P II – 4 Bay, 2.73TB im RAID 1, was eine Nettokapazität von 8,06TB ergibt). Die Macs, iPads und Linux hier im Haus verbinden sich bei Bedarf via WLan/LAN auf SMB-Freigaben und holen sich was sie brauchen, Windows darf das nicht, weil es nur noch ein Rechner für Steam ist. Backups machte ich bis dato via manueller SyncJobs auf externe Platten, die ich danach verräumte.

Das funktioniert, dann wird man zu faul, vergisst es, macht es trotz Vorsatz doch wieder nicht und plötzlich hat man ein 4 Monate altes Backup. Das geht so nicht, denn in dem medien-NAS steckt eine Unmenge Geld und Arbeit. Das muss geändert werden. Backups gehören weitestgehend automatisiert und ausgelagert.

1. Backup der Muisc-Libary
Alle Musikdaten (iTunes) liegen auf meinem MacBook und werden via CronJob und rsync regelmäßig im WLan aufs NAS gespiegelt. Die TimeCapsule eignet sich hierzu leider nicht, die ist zu klein. Eine neue 3TB zu kaufen wäre eine Möglichkeit, aber was mache ich dann mit den Videos? QNAP bringt diverse Backup- und Synctools gleich mit, man muss Sie nur zweckmäßig einsetzen.

Das Medien-NAS kopiert somit die komplette bereits gespiegelt iTunes-Library vom MacBook mitsamt Nebendaten einmal die Woche des Nächtens auf einen separaten Dropbox-Account. Als Privatmensch kann man dort 1TB mieten, das kostet nur 99€ im Jahr. Man kann auch mehr kaufen, jedoch nur als Pro-Account mit einer Mindestabnahme von 5 Lizenzen. Jeder dieser Lizenzen kostet 10€ im Monat, also 50€, oder 600€ im Jahr. Die 5 Stück muss man nehmen, ob man sie braucht oder nicht. Google kommt mit 10TB, jedoch für 99€ im Monat, das sind 1.188€ im Jahr. *gulp Es gibt noch andere Anbieter auf dem Markt, meist im europäischen Ausland. Dort kann man als Privatmensch einen Account von 10TB oder mehr Cloudspeicher für 10-20€ im Monat anmieten, doch im Kleingeduckten steht dann, dass die Accounts nur mit 10mBit Anbindung versehen sind, oder sonstige Nutzungseinschränkungen besitzen. Bei 10mBit läge die maximale Datenrate bei ~1,1MB/s, realistisch sind 800kb/s. Alleine die Videos auf dem NAS würden auf diese Weise über 30 Tage brauchen bis das initiale Backup fertig wäre. Für diese Zeit wäre mein Internetanschluss aber maximal ausgelastet. Das ist inakzeptabel und auch nicht funktional. Amazon und sein CloudLösung zog ich auch in Betracht, habe aber die Berechnung der möglichen Kosten nicht auf die Reihe bekommen. Da bin ich zu blöd für und habe es dann gelassen. 

2. Backup der Videothek – was ich letztlich gemacht habe
Über eBay erwarb ich ein kleines QNAP NAS (TS-219 P II – 2bay) ohne Platten, eine 3TB und 2TB lagen noch im Schrank. QNAP erlaubt gottlob verschiedene RAID-Modi, darunter auch JOBD. Damit werden die Platten im NAS zu einem logischen Verbund zusammengefasst und die Kapazitäten nahezu aufsummiert. Da es ‘nur’ ein Backup sein soll, benötige ich keine Redundanz. Somit hätte ich ca.5TB an Backup-Kapazität, reichlich für meine Zwecke.

Da ich kein LAN-Kabel durch Haus ziehen kann und nicht will, WLan zu weit weg ist, bleibt nur noch Power-LAN als alternatives Tool der Wahl. Power-LAN leitet mittels spezieller Adapter den Netzwerktraffic durch das hausinterne Stromnetz. Ich habe keine Erfahrung damit, also erstmal musste ich mich kundig lesen. Das deutsche Unternehmen Devolo ist wohl der bekannteste Anbieter dieser Adapter, andere Hersteller aus dem chinesischen Raum siegen im Preisvergleich, stürzen aber in Punkte Qualität und Zuverlässigkeit gnadenlos ab. Gekauft habe ich dann Devolo 550 Lan StarterKit. Etwas Sorge hatte ich nach der Lektüre wegen der doch stellenweise sehr alten Elektroinstallation im Haus, doch wenn ich Steckdosen mit den neuen Kabeln nutze, sollte es gehen. So habe ich mich die ganze Woche schon drauf gefreut meinen Plan endlich live zu testen. 

Nachdem alles aufgebaut und konfiguriert ist (ist mit etwas Wissen um QNAP und Netzwerk nicht wirklich schwer) habe ich als erstes den Datendurchsatz und die Stabilität am Power-LAN getestet.

Datendurchsatz mit Devolo-Powerlan im Altbau:
innerhalb der Wohnung (nur Altverkabelung): 12-18MB/s leider nicht sonderlich stabil
innerhalb der Wohnung (nur Neuverkabelung): ~25MB/s sehr stabil
NAS im Keller (Neukabel – aus dem DG und 2 Etagen dazwischen) ~13MB/s sehr stabil – check, das reicht mir.

Für das initiale Backup stelle ich das NAS wieder in die Wohnung und später kommt es in den Keller, ein Fliegennetz drüber damit keine Tierchen hinein krabbeln können, eine kleine USV um Spannungsschwankungen auszugleichen und fertig.

Leider ist eine der Platten aus meinem Schrank doch defekt, die muss ich noch tauschen. In einem Jahr wird der vorab bezahlte Dropbox-Account aufgelöst und alles wird runter in den Keller gesichert. Ich habe mir quasi mein eigenen kleines Backup-Rechenzentrum gebaut.  

Kosten:
NAS TS-219 P II: ebay-kleinanzeigen 110€
Devolo Power-Lan: Amazon 80€
WD 3TB Neu-Platte: Amazon 110€
USV: Amazon 80€
Zeitaufwand: 2-4 Stunden

Die QNAP NAS sind bei der Netzwerkkonfiguration manchmal ziemlich zickig, da darf man nicht die Geduld verlieren. Wer Fragen hat oder Hilfe beim eigenen Aufbau einer zweckmäßigen NAS-Backuplösung braucht, darf sich gerne in den Kommentaren melden.

try and success

Aus Gründen will ich meine Musik nicht mehr auf dem NAS haben, sondern lokal auf dem Mac. Das erfordert zumindest in meinem Fall erheblichen zusätzlichen Plattenplatz, der in Form einer 1TB Scorpio 2,5″ Western Digital Blue kommt. Glücklicherweise sind die Preise bei den großen 2,5″ Platten mittlerweile erschwinglich. Der Versuch eine 1,5TB Platte einzubauen schlug übrigens fehl, die Platte war 1,5 mm zu dick.

Was ich getan habe, um die Musik-Dateien von einem NAS lokal auf den Rechner zu holen und dabei alle Playlisten mit transferieren (Ausgangssituation bei mir: 1 SSD auf dem das System installiert ist, eine 2. interne Festplatte nur mit Dateien (click), NAS mit Musik-Dateien auf einer Freigabe) :

  1. TimeMachine (sofern vorhanden) temporär abgeschaltet.
  2. Das iTunes mit der alten Bibliothek gestartet und unter „Ablage -> Mediathek -> exportiert“. (Es wird dabei eine xml-Datei erstellt, mit der ich nach dem erfolgen Umzug die bis dato sehr sorgsam gepflegten Playlisten ohne weitere Arbeiten reanimiere.)
  3. iTunes geschlossen, mit gedrückter „alt“ Taste erneut gestartet und eine neue leere Mediathek erstellt. Zweckmäßig ist hier den vorgeschlagenen Standardpfad (z.B ~/Musik/iTunes 1) unverändert zu belassen, oder sofern man die Dateipfade ‚umgebogen‘ hat, die neue Mediathek auch dort zu platzieren
  4. Alle(!) Programme geschlossen und vorhandene Platte im Rechner (also die, die ich ersetzen will) mit dem Festplattendienstprogramm von Mac auf die neue Platte (per USB-Konnektor angeschlossen) geklont. (mittels Zweckentfremdung der Wiederherstellung aus dem Festplattendienstprogramm // mit Carbon Copy Cloner kann man auch eine Systemplatte im laufenden Betrieb klonen, doch das ist leider kostenpflichtig geworden – ACHTUNG: nach dem erfolgten Klonen und Einbau in den Mac unbedingt die Rechte auf der Dateien-Platte prüfen (CMD+I) und ggf. korrigieren.) 
  5. Die Musikdateien direkt vom NAS auf eine USB-Platte transferieren. (geht einfach schneller als alles übers LAN zu ziehen)
  6. Die neue, geklonte große Daten-Platte in den Mac einbauen. ACHTUNG: Wenn man wie ich einen DIY-Hybriden gebaut hat, ist es ggf. sinnvoll die geklonte Platte an den Mac eigenen Anschluss anzustecken, der Controller des Bausatzes (wie in meinem Fall) kann die große Platte nicht korrekt erkennen, was zu sehr merkwürdigen und schier unlösbaren Fehlermeldungen (z.B. ‚Der letzte Block konnte nicht geschrieben werden‘ oder ‚Beim Schreiben ist ein Fehler aufgetreten 060879‘ oder die Platte ist schreibgeschützt und der lässt sich nicht aufheben) führt.
  7. Alle Musik-Dateien (5.) in das passende Verzeichnis der neuen Mediathek kopiert. (iTunes bietet auch den Punkt der „Mediathek zusammenlegen“ an, doch dazu muss man mit der alten Mediathek arbeiten und das wollte ich hier nicht. Die Musikdateien werden dann automatisch vom NAS auf die Festplatte kopiert, was am Ende dazu führt, das weil die alte Mediathek als Datenbank erhalten bleibt, jedes Stück doppelt in der  Mediathek geführt wird. Eine als Zombie-Eintrag mit Ziel auf das NAS, der andere Eintrag stammt aus der Zusammenlegung. Das zu bereinigen ist eine Höllenarbeit, die sich keiner antun sollte. Also besser ist etwas Handarbeit. Wenn die Mediathek nicht so groß ist, kann dies aber eine einfachere Vorgehensweise sein.)   
  8. Alle kopierte Musik-Dateien über „Ablage => Zur Mediathek hinzufügen“  in die neue Mediathek einbringen. 
  9. Wenn fertig (nicht vorher), unter „Ablage => Wiedergabelisten => importieren“ die unter 2. exportierte Datei importieren. (iTunes verlinkt intern die richtigen Musikdateien automatisch wieder zur jeweiligen Playlist).
  10. Fertig.

Stichpunkt Datensicherung:
Auch auf einem ordentlichen NAS mit im RAID geschalteten Festplatten, muss man seine Daten regelmäßig wegsichern. Ausfallsicherheit ersetzt kein Backup. Je nach Größe der neuen lokalen Mediathek kann das zu einem Problem werden. Ich verwandte bisher eine 500GB TimeCapsule (TC) von Apple und lasse den Mac automatisch und unauffällig im Hintergrund sichern. Damit das auch weiterhin funktioniert, musste ich meine TC wegen der zusätzlichen Musikdateien mit einer neuen und größeren Festplatte versehen. Mit etwas handwerklichem Geschick ist das nicht schwer zu bewerkstelligen (click) und zudem viel günstiger als eine neue TC zu kaufen. Mein MacBook hat nun eine SSD (128GB) für das System, Festplatte (1TB) für Daten, die gepimpte TimeCapusle kann nun 2TB. Die erste Sicherung nach dem Umbau dauert länger, weil TimeMachine das umgebaute System komplett sichern will. Ich habe nicht heraus gefunden warum, weil ja nur Dateien hinzugekommen sind und keine Änderungen an den vorhandenen Dateien stattgefunden hat. 

Fragen können gerne als Kommentare gestellt werden. Vielleicht hilft der Kurzablauf anderen Menschen, die ähnliches vor sich haben und sich nicht so sicher sind, indem was sie vorhaben.