Installationsmehrkampf 2/2

erster Teil

Man installiert also den Installer (es hilft währenddessen etwas flacher zu atmen und/oder den Server zumindest nicht zu sehr anzustarren), anschliessend den USB-Treiber. Dabei überlegt man, dass man die Servicepacks auch gut auf DVD (‘ne doch besser CD) hätte brennen können, aber das ist jetzt auch egal, jetzt ist man ja schon so weit gekommen. Der USB-Treiber wütet auf dem alten System herum und der Stick kommt nach einem Neustart wieder dran. Das Gute: Die Büchse friert nicht ein. Das Schlechte: der Stick kann nicht gelesen werden, weil der Kerl am Keyboard einen Stick mit extFAT-Dateisystem (wer zum Teufel macht so was?) erwischt hat und das kann das dumme W2K irgendwie nicht. Also zurück an den Rechner, dazwischen die Häme der Kollegen erfahren, ein oder zwei Kaffee trinken, ein Telefonat führen, bisschen was sinnvolles arbeiten, vergessen was man eigentlich wollte, dann den Stick wieder finden, diesen in FAT32 formatieren, die Servicepacks neu drauf kopieren und zurück in den Server-Raum trotten. Die erneute Häme der Kollegen schüttelt man in dem Stadium des Installationsmehrkampfes schon eher lässig ab. Das ist etwas persönliches zwischen dem Server und dem Admin geworden. Hier geht es um eine Demonstration der Überlegenheit des Admins. Ums gewinnen.

Der Stick wird nun erkannt und gelesen, SPs kommen auf den Desktop (nur nicht husten jetzt) und es kann losgehen. Die Installation der W2k-SPs ist rein von der notwendigen Zeit aus gesehen ein sehr ordentliches Geduldsspiel, war es schon immer. Nach einigen Hin- und herlaufen wegen der Neustartens (Remote geht bei dem Ding nicht mehr so richtig) überlegt man sich, ob man nicht eben das defekte Remote auch gleich fixen soll. Man entscheidet sich vorerst mal dagegen, weil irgendein guter Engel leise ‘lass es sein – BITTE’ flüstert. Ist es zu laut im Serverraum hört der Admin es nicht und macht es dann vielleicht dennoch. Das wäre im Mehrkampf die Kür mit den extra Punkten. Kann man sich aber nichts für kaufen.

Also die SPs sind dann irgendwann auch mal installiert und man kommt zurück zum eigentlichen Starter des Ganzen. Die uralt-CD des Programms ist jedoch dermaßen verkratzt, dann man ernsthafte Zweifel entwickelt, das die überhaupt gelesen wird. Hätte ja man auch mal vorher schauen können, aber nun ist man nun schon mal soweit, ….Sie ahnen es, die CD wird abgewiesen, rubbeln am Hosenbein hilft nicht, also zurück an den Rechner, (man gewöhnt sich auch an Häme) und die CD in den Brenner eingelegt. Der kann auch mit weniger guten CD noch gut umgehen. Der schafft sie tatsächlich zu lesen und nun entscheidet man, ein Image von der CD zu bauen um damit eine neue CD zu brennen. Wäre da nicht der Kopierschutz auf dem defekten Scheissding. Mal wieder typisch, nichts funktioniert, aber der verschissene Kopierschutz tut. Na gut, die erneut aufkommende Häme fühlt sich mittlerweile irgendwie gut an. In den Weiten des Internets findet man hilfreiche Möglichkeiten, entschuldigt sich in Gedanken und zum Wohle des ruhigen Gewissens beim Hersteller, den es längt schon nicht mehr gibt.

Die neu gebrannte CD wird feierlich zurück zum W2k getragen und der Installer darf nun und der User kann am Ende seine Datei öffnen. Man hört ihn glücklich an seinem Platz jauchzen und sich geräuschvoll an dem alten vertrauten Interface ergötzen. Es ist ein herrliches Gefühl, wenn man zum Sieger über die Technik wird.

Installationsmehrkampf 1/2

In jedem kleinen oder mittelgroßen Server-Raum den ich kenne, gibt es mindestens einen Server, der läuft so vor sich hin. Um den kümmert sich eigentlich kein Admin so richtig, weil da irgendein unwichtiger Scheiss drauf läuft, schon immer. Abschalten und migrieren kann man die Kiste nicht, weil der Service kaum oder nur noch wenig frequentiert wird, eine Lizenz nicht transferierter ist, oder man keinen Installer für der Scheiss sehr hat und und und. Man bekommt meist auch kein Budget, weil keine Not und überhaupt braucht es doch keiner. Bis auf einen oder zwei Kollegen, von denen man weiß und die fast schon darum betteln die Kiste bitte am Leben zu lassen, sobald man diese User darüber informiert, dass die Büchse nun endgültig offline geht. Man lässt sie laufen, bis sie ausgeht und dann ist halt Schluss. Wenn Sie jetzt nicht verstehen was ich meine, fragen Sie bitte einen Admin in Ihrer Umgebung, er erklärt es Ihnen sicher.

Das also zur Vorgeschichte. Der Installationsmehrkampf geht so:

An dem Server muss man irgendwann doch etwas machen, zum Beispiel weil ein User eine ururalt-Datei nur noch einmal öffnen will/muss. Es handelt sich um eine Maßnahmen innerhalb der umgehend todbringenden Priorität 1++**. Man kann aus Gründen keine aktuelle Maschine nehmen und so erinnert man sich an den einsam vor sich hinlaufen Server (W2k). Der Admin wägt ab, Viewer suchen vs. neue Version (ist meist sowieso nicht mehr kompatibel) und entscheidet sich für die vom User dargebotene Installationsdatei auf seiner Original-CD.

Legt man diese ins Laufwerk will sie jedoch kurz darauf ein Service-Pack (SP) des Betriebssystems vorfinden. Dabei fällt einem dann ein: ja stimmt, auf dem Ding läuft ja nur SP2 (Insel-System, kommt nicht nach draußen, nur LAN – macht also nichts). Man findet das SP3 und auch gleich noch das SP4, lädt es von einem anderen Rechner herunter, der vorhandene Internet Explorer 4 wird erst gar nicht auf das heutige Internet loslassen und schiebt die SPs auf ein globales-Netzlaufwerk (Share). Am W2k will man auf das Share zugreifen, das geht aber nicht. Neu verbinden geht auch nicht, es erscheinen sehr merkwürdige Meldungen die man vielleicht noch wegen des Wortlauts amüsiert einem Kollegen zeigt, aber verbinden will sich der Bock partout nicht. Den Kampf will man nicht auch noch eingehen, denn wozu gibt es USB.

Man nimmt einen heutzutage durchaus üblichen Stick mit 64GB aus der Lade und schiebt die SPs vom anderen Rechner drauf. Der Server erschrickt sich jedoch vor den mobilen 64GB dermaßen und friert erst einmal ein. Der Schuldige ist der USB-Treiber, der im System-Manager nach dem Not-Neustart anklagend sein gelbes Ausrufezeichen zeigt. Also wieder zurück an anderen Rechner und den zuletzt kompatiblen Treiber des Board-Herstellers gesucht, flugs heruntergeladen, ein andere USB-Stick <2GB ist auch gefunden und rein damit. Oh, der Installer verweigert den USB-Treiber, weil der nach einem aktuellen Installer schaut, der (natürlich) nicht drauf ist. Der kommt ja mit dem SP3. Klar oder? Können Sie bis hierhin folgen? Ja? Gut. Wir sind noch nicht fertig.

Wieder zurück an den anderen Rechner um den nun zuletzt kompatiblen Installer zu finden. Den dann gemeinsam mit dem USB-Treiber auf CD gebrannt und zurück an die Büchse. Die CD lädt und lädt und lädt, bis der Server zugibt die CD dann doch nicht lesen wollen, weil er nicht kann. Die entnommene CD ist blitzsauber, dennoch wird sie mehrfach über das Hosenbein gezogen und wieder eingelegt. Das Spiel wiederholt sich, so lange bis man eine neue CD gebrannt hat. Hat man viel Pech, vergisst man die ‘defekte’ CD aus dem Laufwerk des Servers zu holen und freut sich gemeinsam mit der frisch gebrannten neuen CD beim zurückkommen, weil die Kaputte nun plötzlich doch läuft. Hätte man ja … aber ach, alles prima. 

(Teil 2 folgt)

suchen und nicht finden

Ein regelmäßiger Copy-Job einer Reihe von Dateien und Ordnern auf einem w2003Server wird benötigt. Das hat nichts mit Faulheit zu tun, als vielmehr … ok eigentlich doch mit Faulheit. Admins wollen alles machbare möglichst automatisieren, dafür ist das Zeugs schliesslich auch da.

Die Struktur und Funktion der Batch-Datei wird zuerst lokal an Dummy-Dateien und -Ordnern getestet, so live auf einem Server zu spielen ist mir zu heikel. Als alles zu meiner Zufriedenheit funktioniert, bewegen ich die Batch und eine exclude-Datei (ich brauch nicht jeden Ordner) auf dem Server und passe ich die notwendigen Pfade sehr gewissenhaft an. Ich kontrollieren die Pfade insgesamt 3 Mal bevor ich einen Testlauf starte. Es funktioniert alles wie es soll. Dann fällt mir auch, dass ich die Batch im falschen Verzeichnis liegen habe und bewege sie in das eigentlich richtige. Danach passe ich Pfade in der Batch auf die geänderten Verhältnisse an, ein Testlauf schlägt fehl – kein Error, kein Eintrag in die Ereignisliste, nüscht. Ich prüfe die Pfade, die Berechtigungen, Dateigröße und Integrität (hash md5), alles ohne Befund.

Nach einem Not-Espresso prüfe ich noch einmal alles, weil man sich ab einem Punkt irgendwann selbst misstraut. Wieder ist alles richtig. Ich bewege die Batch wieder zurück zum ersten ‘falschen’ Ordner, passe die Pfade wieder an, Testlauf erfolgreich. Die Batch kommt wieder ins richtige Verzeichnis und ich bitte einen Kollegen die Pfade anzupassen, Berechtigungen zu prüfen, etc, dessen Testlauf schlägt wieder fehl.

Um nicht noch mehr Zeit zu verschwenden lasse ich die Batch nun entnervt dort wo sie ist und dokumentiere dies im AdminsLog. Ich darf Schokolade. Und wieder wurde dank mangelhafter Serversoftware wertvolle Lebenszeit sinnlos verschwendet. 

Freudiges Vergessen

Weil eine Kollegin nach ca. 10 Monaten intensiver Nutzung den Plaste-PC mit dem vergammelten Win 7 nicht mehr vernünftig arbeiten kann, darf dieser 2000 € teure Entwicklungsmaschine mit zu mir nach Hause. Während die Kollegin eine kurze Auszeit nimmt, will ich den Tisch-Trabbi neu aufsetzen und bei der Gelegenheit auch eine SSD einpflanzen.

Ich habe wirklich und wahrhaftig vergessen, was das für eine zeitvernichtende Müllarbeit ist, erst das Grundsystem installieren, dann Treiber (online auf dem Mac) zusammensuchen und diese einzeln installieren, Updates fahren, Netzwerk-Treiber nochmal installieren weil nach Updates kein WLan mehr da, x-Neustarts, etc.

Nach nunmehr ca. 3,5 4,5 Stunden mehr oder weniger intensiver Zweisamkeit (weil man muss irgendwie immer dabei bleiben) ist es nun nahezu betriebsbereit, doch ist das Nutzerprofil noch nicht zurückgesichert (bin schon sehr gespannt ob die das wenigstens mittlerweile gelernt haben), dazu muss noch diverses Zubehör (Firefox, eclipse, AntiVirus, Grafikzeugs, et.c) installiert, dann auch noch aufgeräumt und die mitunter immer noch gefährlichen Windows Default Settings optimiert werden.

Was bin ich froh, das ich diesen Dreck privat nicht mehr dulden muss, sondern nun dafür schön brav bezahlt werde.

Nachtrag 29.12.2012:
Ich könnte mir auf die Schenkel schlagen vor Vergnügen, so lächerlich ist dieser Müll. Zuerst das Gute, in der Theorie kann man Nutzerprofile von einem Win7 auf das Andere transferieren. Wenn man zuvor (nun das Schlechte) mit dem eigenen Windows Easy Transfer dieses in eine Datei gepackt hat. Blöd nur, wenn das nicht mehr geht, weil die Platte schon ausgebaut ist, bzw. Das alte Windows nicht mehr starten will. Wie kann man für so einen unausgegorenen Mist nur Geld ausgeben? Das kann jede noch so kleine Linux-Distri besser und das Zeug kostet keine Unsummen. Leute spart euer Geld, kauft Euch was vernünftiges und lasst diesen Ausschuss aus Redmond im Regal liegen. Und kommt mit nicht damit, dass dieser Schiss einfacher zu bedienen sei. Und nun mach ich es auf die manuelle Weise, copy-and-paste der Dokumente und einzelner Anwendungsdaten, hab ja sonst nichts zu tun.

narv

Ich kann gar nicht aufzählen, wie oft und an welchen Stellen überall herum gefragt wird, „und wie findet ihr Windows 8“,  oder „findet ihr es auch so toll wie ich“ (woher soll ich das denn wissen du Schwachkopf). Solange es nur Threads in Foren oder News sind, kann man die problemlos ausblenden oder ignorieren, nur wenn man mir die Frage direkt schreibt, wird es mir zuviel. So sollten sich die potentiellen zukünftigen Ex-Kontakte nicht wundern, wenn ich sie bitte zum Teufel zu gehen und sich bei der Gelegenheit ihr Windows 8 in den eigenen Anus zu schieben, sich anschließend auf ein Pferd setzten und im Galopp durch Mexiko reiten. // RANT OFF