421km grillen

Zumindest sagt dies das allwissende Google-Maps.

[Bild © maps.google.com]

Die FunGunners haben zum in der Nähe vom Eydelstedt (s.o.) zum kleinen Chorsingen geladen und endlich schaffe ich es mal einen Großteil der Truppe kennen zu lernen. Gerüchten zufolge werden geistige Getränke zum Ausschank kommen, sowie auch Nahrungszubereitung am offenen Feuer stattfinden soll. Das alles mehr oder weniger alles unter dem Himmelszelt. Heijha, dass wird ein Spaß. Und das ausgerechnet mir, als extrem Anti-Camper. Naja, es wird schon werden. Wir ‘kennen’ uns nun schon seit ~4 Jahren und immer nur via Telephon, Chat, GameServer und Teamspeak. Leider hat es zeitlich nie gepasst, dass ich mal dazu kommen kann. Diesmal aber. Bis morgen Ihr Schnuckies. Und passt mir auf den ISMO auf, dass der nicht ins Wasser fällt. Ich habe Ihn und sein neues iPhone die letzen Tage schon genug gequält. Wäre doch wirklich schade, wenn er sich so kurz vor dem Ziel noch ausschießen würde.

[iPhone torture]

[klick auf die Bilder zum vergrößern ]

Nachtrag:
Es waren genau 435km. Ich bin ob der Präzision der Karten immer noch schwer beeindruckt.

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Auf verlorenem Posten…

… ist man, wenn man eins uns andere Mal gegen diese wieselflinken Aldi-Kassiererin den Wettbewerb “ich-bin-zeitgleich-mit-einräumen-fertig-wenn-der-letzte-Artikel-piept” zu gewinnen versucht. Ich weiß. dass man es nicht schaffen kann ohne dabei seine Ware zu zertrümmern, dennoch versuche ich es immer wieder. *unbelehrbar*

… ist man, wenn eine Dame gesetzteren Alters deutlich sichtbaren Stress damit hat, dass kein Kassendings (zum trennen der Ware auf dem Kassentransportband) da ist. Ich also meine Ware hinter Ihr so gestapelt, dass einerseits ein Zwischenraum sichtbar ist und alles nicht so aufgetürmt da steht. Dennoch hatte sie es geschafft, bis zur Kasse die Ware mittels des gut positionierten Unterarms unser beider Beute so zu trennen, damit nichts aus Versehen vermischt wird. Ja, und ich habe mich nicht rasiert, sah demzufolge wie ein vertrauensunwüridges Miststück aus und gerade die klauen bekanntlich ganz besonder gerne unbezahlte Waren von Band. *kopfschuettel*

… ist man, wenn in der Nachbarschaft gebaut wird und die Handwerker anstatt auf die Baustelle zum parken sich vor die Nachbarhäuser stellen. Somit darf man seine Einkäufe freudig um zig Autos herum schleppen. *nerv* Dann sieht man sich beim herausnehmen eines 6packs Tuborg Biers der wirklich witzigen und komplett unerwarteten Frage ausgesetzt: “Kannsch Bier?” Ich frage: “Wie bitte.” Er sitzt im Führerhaus eines Lieferwagens bei offenem Fenster und nach draußen gelegten Ellenbogen: “Kannsch Bier?” (saudummes grinsen) Ich: Oh ja danke, ich nehme 3 und denken Sie bitte daran Tanta Anna anzurufen.Die will auch sicher noch welche.” Dieses Gesicht war unbezahlbar. *schmunzel*

… ist man, wenn man einer Obststandkassiererin irrtümlich einen 5 Euro Schein in die Hand drückt, die Rechnung aber schon 7 Euro macht und sie dann anstelle etwas zu sagen, nur telepathischen Kontakt mit Dir aufzunehmen versucht. Man steht sich dann 15 Sekunden gegenüber, in denen sich beide fragen: “Was jetzt?” Merke: Beim Einkaufen nicht telefonieren, hinschauen was man macht”. Ich fand es sehr nett, dass sie nicht zwischen gequatscht sondern gewartet hat. *peinlich*

… ist man, wenn jemand fragt wo die Hasselbachstrasse in Wiesbaden ist und man mehrfach aber erfolglos versucht zu erklären, das die Strasse “Hasengartenstrasse” heißt. Vermutlich nuschle ich aufgrund meines unrasierten Kinns in den Stoppelbart und deshalb ist das alles so schwer zu verstehen. *sigh*

… ist man allerdings nicht, wenn die beste Tochter von ihrem alten urlaubenden Vater ein Mr.Tom mitbringt. *mampf*

Das Ding hat sicher 100.498 kcal, aber lecker ist er immer noch. Dafür gehe ich nachher wieder laufen. Versprochen!

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damals 1991

Wie war das damals? Alles verdrängt…gut verdrängt. Gestern bin ich eher zufällig in der Flimmerkiste an einer Sendung hängen geblieben. Eigentlich wollte ich mich müde schauen, war aber zu früh im Bett und dann ein Herz für Lilli. Die Sendung beschreibt erschreckend wie ein krankes Kleinkind vorher und dann später mit einem Spenderherz lebt.

Eine Mutter der man die Angst um Ihr Kind ansieht und dennoch versucht Haltung zu bewahren. Warum versucht Sie das? Das Kind merkt davon nichts, es lebt vor sich hin. Die viele Technik macht die Kleine nicht nervörs, sie kennt es nicht anders. Das Kind lacht. Wie kann es blos lachen? Die Mutter leidet und zerbricht stückchenweise, ich glaube es zu sehen. Muss man das filmen? Doch die Mutter hat einen Dickkopf und will sich nicht abfinden, liebe sie solange es dauert…..wir kennen das. Verdammt. Muss der Film wirklich sein? Ich will schalten und kann nicht. Die beste Tochter von allen hat uns ganz zu Anfang richtig Angst gemacht. Das kleine junge Herz wollte nicht, schon als sie noch gar nicht geboren war. Wir hatten solche Angst, so viel Angst. Ich sehe Lillys Eltern, ich sehe uns. Ich sehe uns im gleichen Krankenhauszimmer sitzen so wie die Eltern von Lilly. Ich hasse diese Erinnerungen. Geht wieder weg. Die dauernde Frage: Haben wir morgen noch ein Kind? Was tun wir wenn sie es nicht schafft? Was können wir tun um sie zu behalten, ihr helfen, sie retten. Wie soll es weiter gehen falls…..? Bitte kämpfe kleine Maus, hilf uns, bleib da, tut doch was mein Gott, helft uns. Sie kämpft, wir sind jenseits des Randes und können schon lange nicht mehr. Wir warten irgendwie. Leben dumpf in den Tag hinein und warten. Liliys Mutter schöpft Hoffnung, sie hat den richtigen Arzt. Wir lernen unsensible und brutale Ärtze kennen, doch auch barmherzige, liebevolle und sanfte Schwestern. Die beste Tochter von allen kämpft, sie kämpft immer weiter und lässt sich nichts gefallen. Von keinem. Wir fassen ein jeden Tag ein neues Quentchen Mut und rappeln uns hoch. Sie ist klasse und macht immer weiter. Endlich ein Arzt der weiß und uns hilft. Er drückt die richtigen Knöpfe und tut das richtige. Danke, wer immer diesen Mann geschickt hat. Endlich. Lilly bekommt überraschend ein neues Herz. Die Mutter lacht. Lilly lacht. Unser Arzt kämpft auch, zieht uns mit, holt uns aus dem Tal und sie lacht. Sie lacht endlich. Sitzt und lacht. Lilly geht es auch schlagartig besser, viel besser. Ich sehe Bilder, viele alte Bilder, die Mutter ist glücklich und froh. Wir tragen nach schrecklicher Zeit unseren einzigen Schatz nach Hause. Hoffentlich nie wieder, endlich… danke. Machs gut Lilly. Danke für die Erinnerung. Es war ist ein Geschenk.

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eine schlechte und vier gute

16:40 Uhr, es klingelt das heute bereits mehrfach verfluchte Telefon im Büro:

Die beste Tochter von allen: Hi Papa.

Ich (entspannt): Hi Schatz.

Die beste Tochter von allen (aufgekratzt): Ich habe eine schlechte und 4 gute Nachrichten.

Ich: Wie wären “vier gute und eine schlechte”? Klingt andersrum irgendwie freundlicher.

Die beste Tochter von allen (weiterhin aufgekratzt, ich höre sie grinsen): Ok, ich habe vier gute und eine schlechte Nachricht.

Ich (Hammer erwartend): Ok, zuerst die Schlechte bitte.

Die beste Tochter von allen (sachlich): Ich habe die Physikarbeit versemmelt. Ne 4.

Ich (aufatmend): Schäm Dich. smile

Die beste Tochter von allen (freudig): Ich bekomme aber dennoch eine 2 im Zeugnis.

Ich (noch mehr aufatmend, weil den Unterscheid zwischen guten und schlechten Nachrichten kennt sie. Es kann also nur noch schönes kommen): Super. Klasse gemacht. Was sind die anderen 3 Guten?

Die beste Tochter von allen (stimmlich hüpfend): In Deutsch bekomme ich auch eine 2, die Englischarbeit war eine 2, somit bekomme ich auch hier die 2 und überhaupt ist alles klasse.

Ich (mithüpfend): Wow, das ist klasse, prima. Ist das ein geiles Gefühl?

Die beste Tochter von allen (weiter hüpfend): Und wie geil das ist. ..*wortschwall*

Ich (laut grinsend): Wie schaut nun der Durchschnitt vermutlich aus?

Die beste Tochter von allen (feixend): Müsste so um die 2,3 werden.

Ich (sprachlos): ….

Die beste Tochter von allen: Papa?

Ich: Und das von der 4,3 des letzten Jahres. wow.

Die beste Tochter von allen (freudig): ja. 4,3 vom letzten Jahr. Geil oder?

Ich: Ich freue mich sehr und bin auch sehr sehr stolz auf Dich. Das hast Du prima hin bekommen.

Die beste Tochter von allen (erfreut): Danke.

Ich (froh eine fleissige Tochter zu haben): Bitte, oh mann.

Die beste Tochter von allen (neutral): Ja total geil. *wortschwall*

Ich: Job ruft, muss leider auflegen, bis heute Abend. *kusswerf*

Die beste Tochter von allen: Ok, bis später.

*klick*

Wir sind so was von stolz auf die Kröte, es fehlen die Worte. Nach all den mühevollen Gesprächen, bitten und betteln, zwingen und drängen, beknien und beschwören, nach endlose langen Wochen mit überstrapazierter Geduld und beharrlichen Standpunkten, geht dieses tolle Mädchen hin und macht aus einem miserablen Notendurchschnitt von 4,3 eine wunderbare ~2,3.

Sie hat es letztlich doch begriffen das sie nicht unseretwegen zur Schule geht. Aber was war das für eine ‘Arbeit’? Ich mag das nicht nochmal machen und sie sicher auch nicht. Ich bin überzeugt, dass sie insbesondere mich mehr als einmal zur Rundreise zum Mond-Mars-Saturn hätte schießen wollen.

Alles Schatz, solange Du Dich nicht mehr so hängen lässt!

/stolze Mama und stolzer Papa/     [crosspost aus geplagte-eltern.de]

[Bild © unbekannt]

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