Betteln

Grundsätzlich gebe ich Bettlern oder Menschen die mehr oder weniger offensiv um eine milde Gabe bitten, kein Geld. Allenfalls und ohne erkennbares Entscheidungsmuster frage ich hin und wieder, ob ich eine Tasse Kaffee oder etwas Essbares geben darf. Manche werden frech und mosern daraufhin, weil es keine Kohle gab (das sind dann wohl die Möchtegern-Bettler), andere wieder sind dankbar und nehmen gerne an. Jeder der sich so präsentiert hat sicher eine eigene Geschichte, manche mögen wahr sein, andere wieder nicht. Ich will nicht sagen, dass es mich kalt lässt, dennoch blende ich es aus, gehe ohne etwas zu geben vorbei und habe auch in der Regel kein schlechtes Gewissen davon.

Neulich in der Fußgängerzone saß ein Bettler im wahrlich erbarmungswürdigen Zustand. Auf einer Sitzfläche von Pappe und Styropor hockend, strecke er ein Bein halb von sich, auf dem anderen saß er. Er hielt sein beiden Hände zu Schale geformt hoch, den vorbei laufenden Passanten entgegen. Er murmelte jedes Mal wenn einer auf seiner Höhe war etwas unverständliches und hoffte so auf eine milde Gabe. Neben seinen beiden auf dem Boden liegenden schedderigen Laufkrücken lugten unter einem Fetzen Karton, noch die Absätze von zwei Schuhen hervor, er selbst war auf Socken.

An dem Bettler störte mich ganz entschieden, dass er einen messerscharf geschnittenen Haaransatz im Nacken hatte, der zudem auch ganz penibel ausrasiert war. Die Haare waren zauselig aufgestellt, doch bewegten sie sich trotz normaler Länge keinen Millimeter. Gel oder Haarspray ? Die Hände waren dreckig, die Fingernägel kurz und rund gefeilt, nichts schwarzes unter den Nägeln. Seine Schuhe hat er neben sich gestellt, blöderweise konnte ich die schief gelaufenen Absätze sehen. Ein wirklich dämlicher Fehler, für mich war dies somit ein Faker. Dennoch bot ich ihm einen Kaffee und etwas vom Bäcker an, jedoch hat er dies ausgeschlagen und nur weiterhin seine Hand aufgehalten. Geld hat er dennoch keines bekommen.

Wie handhabt ihr das mit Bettlern und Menschen die Euch um eine milde Gabe bitten?

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erwiesene Unvernunft

Eigentlich wollte ich nur die reparierte Uhr des Schwagers abholen, weil in seiner Stadt kein adäquater Händler mehr tätig ist. Während der Wartezeit lungerte ich leichtsinnigerweise und arglos an den Vitrinen herum und sah

Ingersoll - Geronimo 1601K

Als dann mein Lieblingsuhrmacher ein feines Lederarmband an die Ingersoll Geronimo hielt und mir dann auch noch einen tollen Preis vorschlug, war es um mich geschehen. Es folgte kompletter Kontrollverlust mit direkt beim Verlassen der Räume einsetzendem extrem schlechtem Gewissen, Bauchgrummeln und dem festen Vorsatz sich dieses Jahr nicht mehr unvorbereitet (aka. ohne Geld, EC- und/oder Kreditkarte) in seine Räume zu begeben. Dieser Mensch ist ein Hexer. Eigentlich wollte ich doch nur die Uhr des Schwagers abholen und …. *sigh* sie ist aber auch schön und es ist schrecklich, wie wenig Widerstand ich letztlich leistete.

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verlockend – und doch wieder nicht

Vor 2 oder 3 Jahren habe ich mich schon mal für audible interessiert, weil deren Abo-Model für Hörbücher rein vom hören-sagen schon reizvoll war. Ein tiefer Blick in die damalige FAQ sagte jedoch etwas anderes, weil wenn das Abo erlischt gleichzeitig auch alle(!) bezahlten Hörbücher nicht mehr zur Verfügung stünden und man sein Geld quasi verbrannt hat. Das Brennen von CD ist keine Option, dann kann ich mir das Hörbuch auch gleich als CD kaufen. Wenn man es geschickt regelt, Angebote und Gebrauchtbörsen ausnutzt, kostet das auch nicht viel mehr.

Amazon verschickt derzeit einen Flyer mit seinen Lieferungen, der ein kostenloses audible Hörbuch-Abo für 30 Tage offeriert. Hört sich ja erstmal ganz verlockend an. Nun könnte man auf die Idee kommen, sich anzumelden, das Hörbuch zu laden und sich noch vor Ablauf der 30 Tage wieder abzumelden.

Liest man in den FAQ von audible findet man dieses:

Wenn Ihr Abonnement bei uns ausläuft oder Sie es kündigen, erhalten Sie automatisch den Status eines A-la-Carte-Kunden. Das bedeutet, dass Ihr Konto und somit auch Ihre Online-Bibliothek bestehen bleiben und Sie Ihre bereits gekauften Hörbücher so oft Sie möchten herunterladen können. Im Prinzip ändert sich für Sie also nichts.

Nur wenn Ihr Konto durch uns gelöscht wird – was wir nur auf Ihren ausdrücklichen Wunsch tun -, können Sie nicht mehr auf Ihre Titel zugreifen. [quelle]

Hörte sich immer noch gut an, könnte also klappen mit den kostenlosen Hörbuch. Ich war schon am ausfüllen, als ich beim Ausfüllen über einen Link zum Widerufsrecht innerhalb der AGB stieß:

…. Audible gewährt Ihnen innerhalb der ersten Vertragslaufzeit eines Audible-Abos oder beim ersten Einzelkauf eine 30-Tage-Geld-zurück-Garantie. Soweit Sie einen Vertragsschluss in Form des Einzelkaufs oder eines Audible-Abos vorgenommen haben, können Sie als Audible-Nutzer diesen Vertragsschluss innerhalb von 30 Tagen ab Datum des Vertragsabschlusses stornieren und erhalten von Audible den Rechnungsbetrag zurück. Dieses Sonderrecht gilt auch nach Download eines Audiotitels innerhalb der ersten 30 Tage. Im Zuge dieser Abwicklung werden die Audiotitel in Ihrer persönlichen Online-Bibliothek automatisch gelöscht und stehen Ihnen nicht mehr zum Abruf zur Verfügung. [quelle]

Liest sich für mich, als wenn nach Kündigung des Test-Abos das Nutzungsrecht erlischt und das kostenlose Hörbuch weg ist. *hm* audible mit seinem DRM stinkt immer noch und ich vermeide es weiterhin, mich mit denen einzulassen. Da pfeife ich auf das protzig publizierte TÜV-Zertifikat für sicheres einkaufen, wenn der Flyer doch nur eine Mogelpackung als Lockangebot ist.

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