Eismütze

Bei Miki ergab sich eine Situation, die mich an eine peinliche Gegebenheit aus meiner Kasernenzeit erinnern lies. Warum nicht also doch einen Rückblick wagen:

Auch ich hatte also eine Kasernenzeit, wann und wo genau die war ist nicht weiter wichtig, nur das sie in Hessen in der Nähe der damaligen Innerdeutschen Grenze stattfand und sie (die Zeit) so richtig bis zur Unterkante Kinn und durchgängig scheiße war. Die Winter dort waren damals übel, geprägt von viel Kälte, Schnee und eisigen Winden.

Zur Disziplinierung mussten wie seit jeher die Frischlinge natürlich auch die eigene Kaserne bewachen und 24/7 Streife auf dem Gelände laufen. Bei jedem Wind und Wetter musste sichergestellt sein, dass sich niemand unbefugt innerhalb des Geländes aufhielt. Höchst überflüssig das Ganze, aber so war es nun mal. Wir, das waren 8 Mann plus Wachleiter, hatten eines Nachts eine besonders kalte Nachtwache, gemessene Spitze waren -24°C. Den Großteil der Nachtwache hatten wir uns mit heißem Tee über Wasser gehalten, die Stimmung war dennoch so richtig am Boden. Der Wachführer kam gegen 4.00 Uhr auf die glorreiche Idee, den Tee mit etwas Rum zu versetzten. Uns war es nur recht, bei der Kälte traute sich kein böser Bube vor die Tür und selbst wenn, bei dem Schneestrum fände er längst nicht mehr den Ausgang wieder. Nur wir mussten in der Gegend herum latschen, wir taten also widerwillig aber dennoch diensteifrig wie uns geheißen. Die Streifen wurden zum Aufwärmen und Tee trinken in kurzen Abständen immer wieder unterbrochen, was sich durchaus positiv auf die allgemeinen Grundstimmung auswirkte. Nicht das wir besoffen waren, wir waren allenfalls sehr heiter und die Kälte war auch plötzlich kein so großes Thema mehr. Wir blödelten und hatten unseren Spaß. Der Wachführer machte gegen 5.30 Uhr den unpopulären Versuch den restlichen Rum aus dem Verzehr zu ziehen, weil er plötzlich nicht ganz unberechtigt disziplinarische Konsequenzen befürchtete. Wir setzten uns jedoch durch und versprachen mithilfe des Alkoholtesters nicht über 0,4 Promille zu gehen.

Um 6.30 Uhr war Wachablösung, wir beseitigten bis dahin die letzten Spuren, auch damit die Tageswache nicht in Versuchung geführt wurde und steuerten somit zielstrebig auf 0,7 Promille zu. Die Nachtwache trat ab und versammelte sich in einer Stube zum “ausklingen lassen”, weil normalerweise war nach dem Wachdienst erst einmal 8 Stunden frei. Wie es der Zufall wollte, hatte einer noch eine Flasche Rum über, so wurde wieder Tee gekocht und nebenbei auch gefrühstückt. Die 0,8 Promille waren sicher längst überschritten und ich hatte eindeutig genug, als ich mich entschloss ins Bett zu gehen. Doch zuvor wünschte ich mir noch eine schöne heiße Dusche. Während die Anderen sich weiterhin dem Tee widmeten, genoss ich das heiße Wasser.

Unser Zugführer (aka. Vollblutarschloch => VBA) war ein selten kopfkranker Kerl, den wir oft genug und liebend gerne auf die Haube eines LKWs schnallen wollten, wenn wir uns nur getraut hätten. Dieser Kerl musste mal scheinbar wieder in seine Unterhosen ejakulieren, also wollte er um ca. 8.00 Uhr eine Alarmübung abhalten, sprich er lies unter lautem Gebrüll alle Mann antreten. Jedenfalls kam ich gerade aus der Dusche, als die Jungs schon am röteln waren und mir Anweisungen zuschrieen. 10 Minuten später standen wir beim -15°C vor der Unterkunft und marschierten ab ins Gelände. Unsere Truppe war ja nun schon gut drauf, die Laune ließen wir uns auch im Marsch nicht verderben. Während VBA im warmen Auto saß, marschierten wir unfreiwillig fröhlich in der kalten Landschaft herum, er bestimmt froh über seine nassen Unterhosen und wir weiterhin leicht betäubt vom Tee.

Im Gelände angekommen sollten wir unsere Stahlhelme aufziehen. Ich verweigerte, weil es nicht ging. Die Mütze war an den  Haaren teilweise festgefroren, die Haare außerhalb der Mütze waren ebenso steif. Ich traute mich auch nicht zu ziehen, da ich erwartet meine Haare brechen zu hören. In der Hektik des Fertigmachens hatte ich mir die Haare nicht getrocknet, sondern bin nur in die Klamotten gehüpft und gleich mit raus. Das ich als einziger ohne Helm in der Reihe stand fiel natürlich auf, worauf sich der Wixer extra einen scheueren konnte und mich antreten lies. Es folgten Anschiss und Paradepauke, die Mütze blieb drauf, denn die war fest.

Die Übung musste ich nicht mitmachen, ohne Stahlhelm war es keine wixfähige Übung für ihn und so trottete ich zurück in die Unterkunft, setze mich ins Warme und wartet bis ich die Mütze wieder lösen könnte. Die Zeit nutze ich und schrieb eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den VBA. Gebracht hat sie außer einer öffentlichen Entschuldigung des VBAs, die abgelöste Wachtruppe in die Alarmübung mit einbezogen zu haben, jedoch scheinbar nichts. Im Alarmfall könne auch keine Rücksicht genommen werden, auch dafür wären Übungen schließlich da. Das wir Rum mit Tee hatten, ging glücklicherweise am VBA vorbei. Wer immer die Pfefferminzbonbons erfunden hat, dem gehört ein Denkmal gesetzt.

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Freude

Das nächste Projekt der Gattin. Ich ahne schlimmes, angesichts 2.000 definitiver Fehldrucke, mangelhaft ausgestanzter Teile,  falscher Farben und überhaupt. Ich freue mich schon auf neue Schimpfereien.

2000 Teile Entspannung - der Turmbau zu Babel

Beim letzten Werk ging es schon bemerkenswert ruhig zu, doch das war im Verhältnis ja auch einfach.

2.000 Teile Farben

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Fernbedienung

Wir gehören zu den Menschen die einen Fernseher im Schlafzimmer haben und es genießen warm eingemümmelt zu liegen und sich Schrott und Blödsinn anzusehen. Weil wir es nicht einsehen zusätzlich zu den GEZ-Gebühren auch noch Kabel, Abo und andere idiotische Sachen zu blechen, nutzen wir nur DVB-T.

Die Gattin widmet sich dem gestrigen Tatort und ich leere den Feedreader. Der Tatort ist fertig und da sie heute arbeiten muss, macht sie Schluss. Da ich glücklicherweise frei habe lese ich alles fertig und will mir sogar noch den Film SWAT ansehen. “Schatz, mach bitte etwas leiser”, mault sie dann aus den Tiefen des Kissens. Eilfertig will ich ihrem Wunsch nachkommen, weil sie recht schnell grummlig reagiert, sofern sie aktiv am schlafen gehindert wird. Ich fische also die Fernbedienung (HiTec genannt) hervor und drücke die Taste zur Verringerung der Lautstärke, doch nichts passiert. “Schahatz bitte,” werde ich um die überfällige Aufmerksamkeit ermahnt. Ich entschuldige mich und lege die Verantwortung uneingeschränkt in Richtung  der Fernbedienung, die tut ja schließlich nicht und nicht ich. Also schäle ich aus dem Mümmelbett und reguliere die Lautstärke per Hand. Die Gattin ist zufrieden und ich mach mich, da ich nun schon mal draußen bin, auf den Weg zum Schrank für neue Batterien. Nachdem ich wieder schön eingepackt liege und die erste Werbepause kommt, will ich mal eben schnell durchknipsen und …… wieder passiert nichts. Die HiTec knarzt im Plastik, doch war es schon, kein knipsen, keinen Bock aufzustehen und von Hand (wer bin ich denn?) und nun also Werbung. Super. Danke.*grmlz*

Die Batterien sind neu. Aldi ist auch nicht mehr so ….. . Also wieder hoch und das letzte Päckchen der Batterien geöffnet. Dieses Mal teste ich aber die HiTec, bevor ich mich wieder einrolle. Doch außer dem vertrauten Knarzen und kommt sonst nichts. Ach Mist, warum muss das doofe Ding ausgerechnet jetzt kaputt gehen. Die Gattin beschwert sich indes im ¾-Schlaf ob der Störungen durch mein ständiges aufstehen und wieder hinlegen. Ähm, ja – ständig – klar. Ich finde mich damit ab nicht knipsen zu können und ertrage die selten dümmliche Werbung in den Filmpausen. Es ist Folter, meine Gedanken kreisen um eine kurzfristige Lösung des Problems “liegen bleiben wollen und Technik nicht bedienen können”, ich bin wohl fernbedienungsüchtig.

Ich beginne mich auch wegen der beiden leeren Batterienpacks zu ärgern. Den Beleg habe ich sicher nicht mehr, außerdem sind Batterien in der Regel vom Umtausch ausgeschlossen, was ich sowieso schon immer als völlig ungerecht empfinde. Ich bin fernbedienungssüchtig. In Ermangelung der knipsender Erleichterung versuche ich mich ausweichend erneut an der HiTec, drehe Batterien in der Fassung, prüfe die Polarität, schüttle und versuche somit Wackelkontakte auszuschalten und knarze mit dem Ding so vor mich hin, was die Gattin zu sehr missfälligem Rückkopplungen nötigt. Das eigentlich bereits gefasste Vorhaben das Handbuch heraus zu kramen und eine Rücksetzung zu erlesen, gebe ich rein vorsorglich schon mal auf, reizen muss ich sie ja nun auch nicht. In der Einschlafphase ist sie wie erfahren recht empfindlich. Somit ergebe ich mich in mein Schicksal und erwäge sogar den Film wegen der Werbung sausen zu lassen. So richtig gut ist er nicht, aber ohne wirklich müde zu sein schläft es sich schlecht.

Heute morgen dann klemme ich den DVB-T erst einmal vom Netz und krame das alte Gerät aus dem Speicher, der kluge Mann baut schließlich vor (clickclick). Die gestrigen Batterieversager funktionieren dort fehlerfrei, also ist das Gerät defekt. TechniSat hat einen prima Kundendienst, also rufe ich an und will die Kiste einschicken, ist gerade mal 4 Monate alt. Wir klären die Sachen schnell und eher beiläufig fragt er, ob ich denn die Fernbedienung testweise schon umgestellt hätte. Hä? Es folgt eine kurze Einweisung über 1 HiTec und 2 Endgeräte einer Marke und wie man das umstellt. Nie gehört. Er weißt mich kurz ein und nun machen die gerade frisch erschienenen Tasten SAT1 und SAT2 auf der HiTec plötzlich richtig Sinn. Und das mir, der Handbücher eigentlich immer und gerne liest, nur das hier wohl aus Versehen nicht. *hmpf* Und siehe da, nach Umstellung funktioniert die HiTec wieder. Fein. Muss wohl einer von uns aus Versehen die Umstellung gedrückt haben. Da ich es natürlich nicht war, muss ich die Gattin ins Gebet nehmen und sie über diese tolle Zusatzfunktion aufklären. Nur für den Fall.

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