Selbstgespräch

Vor der Chinabox warte ich, bis mein Bami-Goreng (bisschen schärfer) fertig ist. Der Gehweg ist fast leer, bis auf einen Mann, mit rapselkurzen dunklen Haare, Jeans und alten Turnschuhen. Er geht auf meiner Seite eilig, jedoch in kurzen Schritten entlang. Ohne ihn zu hören (iPod ist auf dem Kopf) sehe ich, wie sein Mund ständig auf und zu geht und er mit einer Hand vor seinem Bauch herum fuchtelt. Bluetooth-Headset auf der mir abgewandten Seite? Kurz bevor er auf gleicher Höhe zu zu mir ist, verlangsamt er seinen Schritt, dreht sich dabei leicht zu mir und spricht mich an. Ich lupfe den rechten Ohrhörer und lausche wie er mir sagt, er habe vergessen zu tanken. Kein Headset zu sehen. Weil ich nicht reagiere, sagt er erneut, er habe vergessen zu tanken und geht langsam weiter. Was erwidert man auf so einen Satz? Na ja, sage ich, dank tanke halt jetzt. Er stutzt mich über die Schulter an und lässt mich sogleich wissen, dass ich keine Ahnung hätte und geht seinen Weg in gleicher Geschwindigkeit wie zuvor weiter. Ich weiß, ich hätte auch meinen Mund halten können.

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Frank Turner im Schlachthof

Der Schlachthof in Wiesbaden ist ein Kulturzentrum in Wiesbaden, die WebSite ist zwar nur verfluchte Flash-Scheiße, die Lokalität jedoch ist durchaus ansprechend, in etwa wie die Batschkapp in Frankfurt, nur etwas größer und deutlich mehr punkig. Eine eigentlich gute Akustik im Saal und ausreichend Platz, reichlich Parkplätze in der Nähe.

Frank Turner jedenfalls war auf meinem Radar, auch aufgrund des folgenden Videos als alternativer Singer/Songwriter und Indie-Musiker einsortiert:

[youtube]YaLmmE2hVI4[/youtube]

[Frank Turner – Love Ire & Song]

falls youtube nicht läuft => click

So dachte ich kleine 16 Euro für ein Konzert mit ihm hier um die Ecke wären eine gute Idee. Um es kurz zu machen, sie (die 16 Euro) waren es für mich so was von nicht wert.

Die Vorgruppe namens Crazy Arms spielten Punk, oder so etwas in der Art. Leider kann ich es nicht genauer sagen, weil außer fürchterlich laut und völlig übersteuert ich kaum etwas musikalisches von den Jungs mitbekam. Der Sänger brüllte fortwährend ins Mikrophon, ob es ein Text war, oder das Rezept für Blätterteig kann ich ebenso nicht mit Bestimmtheit sagen, alles endete irgendwie auf “a” oder “wah”, kann aber auch eine Störung im Mikrophon gewesen sein. Es ist schreckliche und überdrehte Musik die meinen Ohren wirkliche Schmerzen zufügte. Nach der 2. konzertierten Geräuschverursachung bin ich ans Schlittchen und habe mir meine Ohrstöpsel geholt. Danach war der Lärm, worin sicher auch irgendwo Rhythmus und Takt versteckt waren, seitens der Lautstärke zumindest erträglich. Den Rest der Laune verdarb mir der Mensch am Mischpult, der alleine die Bassgitarre jenseits erträglicher Lagen ansteuerte und er es partout auch nicht merkte, dass dies nichts mehr mit “Konzertklang” zu tun hatte. So quält man Boxen, die einem nicht selbst gehören und man sehen will, wie lange sie mitmachen. Der Bassist selbst rupfte wie wild an seinem Instrument herum, als wenn es Baumwolle zu pflücken gäbe. Es hat keinen Spaß gemacht, absolut und wirklich nicht. Die restlichen 2 vertonten Startversuche einer Boeing 727 verbrachte ich außerhalb des kleinen Saals, leider ohne iPod vor der Tür, denn den hatte ich *argh* zu Hause vergessen.

Als dann Frank Turner auf die Bühne kam und gleich flott mit seiner Gitarre loslegte, wähnte ich den Abend schon gerettet, da fing der ebenso an wie seine Vorgruppe, zwar deutlich melodischer doch Punk bleibt nun mal Punk. Immer wieder schien ihm auch ein Zwerg ins Ohr zu pusten, er möge doch mit seinem Publikum kommunizieren. Um mich herum fingen dann vereinzelte Menschen an auf der Stelle zu hüpfen und zu zappeln. Nun begriff auch ich endlich, dass ich hier vollkommen und total falsch war und verlies vorzeitig die Startbahn das Konzert.

Musik ist Geschmackssache und das ist gut so. Wenn ich jemals so richtig gründlich vertan habe, dann wohl hier. *grusel*

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Kopfrauchen

Den Großteil des Tages denke ich einer geschäftlichen Situation entlang, die ich zu planen habe, ohne jedoch alle Umstände und Parameter zu kennen. Man will natürlich auch Kosten und Aufwand wissen. Aufgrund der vielen Unbekannten käme die Nennung dessen jedoch einem erfolgreichen Wurf von steinernen Knochen gleich, die in wundersamer Weise auf den Boden fallen und dort etwas formen, was Schamanen vielleicht deuten könnten, ich jedoch nicht. Dennoch versuche ich und rechne hin oder her und kalkuliere und werfe doch die Hälfte wieder über den Haufen. Es bleibt aber immer ein Stück übrig. Wenn ich in dem Tempo weiter mach, bin ich nächste Woche fertig, nur dann ist es zu spät. Mir ist nach Ablenkung, der Kopf braucht eine Unterbrechung.

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Vergesslichkeit

In einem Gespräch verschwindet ein bestimmtes Wort/Begriff, das/den man wenige Minuten zuvor noch bewusst verwendete, ist wie Pause drücken. Ein erst grauer, dann zunehmend weißer Fleck im Gedächtnis, Blockade der Zunge, unfähig das Wissen/Nichtwissen hörbar zu formulieren, das Wort ist weg, einfach weg, man kennt es noch, weiß was es ist, was man damit macht, nur plötzlich will es sich nicht mehr bezeichnen lassen. Je mehr man sich konzentriert, um das Wort möglichst schnell wieder zu holen, umso verwaschener wird es. Sehr verwirrend.

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