aus 5 wurde 7

Die Cordoba ist weg. Es hatte keinen Sinn mehr, es musste sein. In der Stunde heute morgen kamen mir nicht unbegründete heftige Zweifel, denn die Fingerkuppen schmerzten zwar weniger wild als noch vor ~2 Wochen, aber es fing fast schon wieder an. Die Lehrerin äußerte erneut ihren Verdacht, die Gitarre wäre zu klein für mich und so gab sie mir eine Größere aus ihrem Fundus. Das ging deutlich besser, selbst nach der Stunde hatte ich nur ein leichtes Kribbeln und kein richtiges Autsch mehr, sie hatte also Recht. Dadurch das der Hals etwas schmaler und kürzer, als an dem Fundusmodell ist, ist es auch scheinbar schwieriger für mich die Saiten richtig zu fassen und so drücke ich fester als nötig, was in Folge zu dem bekannten Ergebnis führt. Sie hatte ihren diesbezüglichen Eindruck schon mehrfach erwähnt, ich wollte nur nicht so recht hören, denn die C5 fühlte sich prima an. Nun ja, der Dickkopf, ihr versteht. Nach Ende der Stunde packte ich die C5 ein und fuhr direkt zum Händler nach Mainz.

Der war leicht bestürzt mich zu sehen, erkundigte sich sofort noch bevor ich etwas sagen konnte. Nachdem ich ihm dann mein Problem schilderte, runzelte auch er die Stirn. Meine C5 wäre die doch richtige Größe für mir, Mensur 65 cm, ~5,5cm (Halsbreite am 1.Bund) betete er aus dem Gedächtnis. Er zog seine Vorzeige C5 aus dem Regal, wir nahmen daran Maß und alles stimmte. Wir nahmen meine C5 und stellten fest, sie war zu kurz und zu schmal. Scheinbar eine C3 mit dem Aufkleber einer C5. Aha.

Meine C5 kam direkt aus dem Lager, das Vorzeigeexemplar lies er seinerzeit im Ständer, er hatte ’nur‘ die Aufkleber verglichen und fertig. Das hätte ich an seiner Stelle auch nicht anders gemacht, kein Vorwurf also von meiner Seite. Er ging ohne zu zögern  ins Lager um eine neue C5 zu holen. Kurze Zeit später kam er jedoch mit leeren Händen wieder zurück, denn leider war keine mehr da. Lieferzeit min. 2-3 Wochen, orakelte er, eher sogar noch länger, er warte leider auch auf andere Modelle schon länger. In der Preisklasse hätte er noch andere Modelle, aber die gefielen mir überhaupt nicht. Nie hätte ich geglaubt, dass ich abseits der äußeren Erscheinung auch den Klang einer Gitarre unterscheiden könnte, doch witzigerweise kann ich es jetzt, also ‚ansatzweise‘. Wir fanden demnach keinen wirklichen Ersatz in den anderen Modellen, als er mir den großen Bruder meiner C5, die C7 in die Hand drückte. Ich solle mal versuchen, was ich auch tat. Die war klasse, schön rund, richtige Farbe, noch voller im Klang als die C5, nur ca.150€ teurer als meine. Mein Zögern interpretierte er richtig und so einigten wir uns auf einen anderen Preis. *humba-humba* So haben wir beide etwas davon, er ist die Reklamation los und ich habe nun eine Ortega C7 hier.

16 Kommentare

  1. Oh! Ich wusste überhaupt nicht, was es da alles an Unterschieden gibt, hab’s selber immer nur auf geborgten Gitarren probiert und komme gerade ins Schwitzen, ob es vielleicht daran lag, dass ich die Sehnenscheidenentzündung gar nicht mehr los wurde und ob ich mich irgendwann vielleicht doch nochmal mit einer passend großen (naja, kleinen 😀 ) Gitarre versuchen sollte…

    Dir und der Ortega wünsche ich ein ganz vorzügliches und vor allem schmerzfreieres Zusammenspiel! (Tolles Foto!)

  2. @Katja
    de nada. 🙂

    Wenn ein Anfänger beim Üben mit einer falsch proportionierten oder insgesamt zu großen Gitarre zurecht kommen muss, erlernt er falsche Haltungs- und Bewegungsmuster.

    Kann also schon sein, dass über die falsche Größe Deiner Übungsgitarre Du Dir die Sehnenscheidenentzündung eingehandelt hast.

    Eine Sehnenscheidenentzündung kann auch durch längerfristiges Überstrapazieren der Handgelenke verursacht werden. (quelle: Wikipedia)

  3. Ich dachte eben immer, es läge an der Kombination meiner kleinen Hände mit dem breiten Gitarrenhals. Aber dass es überhaupt so feine Unterschiede in der Gitarrengröße gibt, war mir echt neu. Vorher kannte ich nur den Unterschied zwischen Kindergitarren und solchen für Erwachsene. Wäre mir das heutzutage passiert hätte ich vermutlich wirklich losgegoogelt, damals™ als ich’s lernen wollte, gab’s die Möglichkeiten ja noch gar nicht. *spontan Internet lieb hab* 😀

  4. Ich hatte ja auch keine Ahnung, worauf man da alles achten muß… 😯

    Anyway, ich drück die daumen, daß jetzt alles paßt und gratuliere zu dem Geschäft :top:

  5. neeeee – aus 3 mach 7 ;)!! sehr cool, gibt den wunden fingern hoffnung. *grübel vielleicht brauch‘ ich doch ’ne kleinere geige?… [bei meiner ist der hals ca. 1cm länger als bei anderen geigen, das macht sich schon bemerkbar..]

  6. @Katja
    Ja damals ™ halt. :hachz:

    @Jud & ISMO & blaueSuppe & WeltdesWissens
    merci. 🙂

    @rebhuhn
    Wenn Du jetzt keine Probleme haben solltest, scheint doch eigentlich alles in Ordnung zu sein, nein? Im Zweifel ist es vielleicht ein Versuch wert. Mir fällt es jetzt schon leichter, obwohl es nur wenige Zentimeter sind. Womöglich ist das auch nur Anfängergedöns, man wird sehen. :donno:

  7. ich habe keine konkreten probleme, hätte es aber insgesamt viel leichter beim spielen. dagegen spricht, daß ich sie seit über 10 jahren spiele und den klang bisher besser fand als jede andere von mir gespielte geige [und ich habe viele probiert ^^, auch in höheren preisniveaus..] ;).

  8. Da wünsche ich auch mal gutes Gelingen mit der Neuen und beglückwünsche zu so einer guten Problemlösung.
    :top:

    Das Instrument muss einem schon „passen“, sowohl vom Klang, als auch körperlich, sonst hat man damit auf Dauer keine Freude.

  9. @Michael
    merci, ich bin noch weit weg davon mich danach zu richten, doch ahne ich es wie wichtig es sein kann. 🙂

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