Erinnerungsstücke

Anlässlich des Posts hofft Paula in einem Kommentar, dass ich das ‘richtige Andenken’ gefunden und verwahrt habe. Was ist das Richtige?

Das erste Mal ihres Ablebens bewusst in der Wohnung zu stehen und sich klar darüber werden, was man im Begriff ist gleich zu tun, tun muss. Gnadenloses aussortieren und entsorgen, weil man kann nicht alles aufheben oder mitnehmen, verwahren, benutzen, behalten. Es geht einfach nicht.

Letztlich kommt so viel in die Tonne was ihr lieb und teuer war und es fühlt sich richtig scheisse an. Irgendwie wie ein Verrat. Dennoch geht es nicht anders, ich weiß nicht wohin damit. Außenstehenden mag es herz- oder pietätlos erscheinen, aber fast alles muss am Ende entsorgt werden, nur weniges kommt zur Seite, weil nützlich für sich selbst oder potential zum verkaufen hat. Die vielen Erinnerungen an den großen Rest werden verdrängt, während man geschäftig und nach außen aufgeräumt die Wohungsauflösung mit dem Dienstleister plant, bespricht und vereinbart. Man erfährt beiläufig, dass sie immer wieder mal ihren unvergleichlichen Käsekuchen für den Dienstleister in Nachbarschaft gebacken hat. Augenblicklich habe ich den Geschmack auf der Zunge, so oft und gerne wie ich den auch genossen habe.

Wenn die Auflösung dann passiert, haben wir unsere Sache schon gemacht, die Wohnung ist bereinigt, kann weg, ich habe mich getrennt. Alles musste dennoch in die Hand genommen werden und dabei erinnert es an die eigene Kindheit, sieht sich in der alten Wohnung auf der Kücheneckbank sitzend und die Kuchenschüssel ausschleckend, oder im Wohnzimmer spielen, Schimpfe bekommen weil man etwas bewegt, was sehr zerbrechlich ist. 

Die Zuckerdose eines uralten Kaffeeservices steht auf meinem Schreibtisch und beherbergt meine SD-Karten.
Die Zuckerdose eines uralten und längst unvollständigen Kaffeeservices, das sie anlässlich ihrer Heirat in den 50-iger Jahren als Aussteuer bekommen hat, steht nun auf meinem Schreibtisch und beherbergt
SD-Karten. Irgendwas muss da schließlich rein.
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Amtsschimmelkommunikation

Die derzeitige Situation macht es nötig mit diversen Ämtern und anderen offiziellen Autoritäten zu kommunizieren. Telefonisch geht das ja recht gut, sofern man jemanden erreicht. Doch sobald Unterlagen eingereicht werden sollen oder benötigt sind, fällt jede dieser Stellen binnen 1/10 Sekunden zurück in die Steinzeit und verweigert jedwede elektronische Kommunikation. Nein, PDF gehe gar nicht, Fax auch nicht, E-Mail ist sowieso Teufelszeug, man benutze es nur für Werbung und so, es müsse unbedingt Papier am besten noch in beglaubigter Form vorgelegt werden, sonst ginge rein gar nichts. Das Wort “Drucker” habe ich mich gar nicht erst getraut auszusprechen. Soviel zur Digitalisierung also.

Ich habe zwar mit der Rückständigkeit der diversen Stellen gerechnet, aber so wie es mich gerade trifft, dann doch wieder nicht. Die Neandertaler schämen sich nicht nicht mal für, es ist denen völlig normal und sie versuchen auch nichts anderes. In deren Hemisphären ist das Internet ist immer noch das blaue E auf dem Desktop, mit vielen nackten Menschen, wo böse Sachen passieren von denen man überall liest, Hexenwerk.

Also bekommen die Herrschaften ihr heiliges Papier, es hilft alles wehren und argumentieren nicht. Deswegen stehe ich in der PostAgentur und muss mich erstmal erkunden was ein Brief heutzutage kostet. Mit 3-4 Seiten DIN-A4 kostet das 0,90€. Der freundliche Mensch schaut leicht irritiert, weil ich mich ob des lächerlichen Betrages und der stark verzögerten Kommunikationswege auch amüsiert zeige. Sorry, sage ich, soweit ich mich erinnere habe ich meinen letzten Brief verschickt, als die Jahreszahlen noch mit 200 begannen. Wie kann ich den sicherstellen, dass die Briefpost auch ankommt? Per Einschreiben und Rückschein, käme dann auf ca. 5€. Ich lache lauter auf. Hat er nicht verstanden.

Muss ich mich wohl fügen. Ob ich die Briefe besser mit Wachs verschließen soll? Keine Ahnung ob die armen Leutchen in den Poststellen mit Klebestreifen und ähnlichem überhaupt umgehen können.

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Markenvertrauen

Die Autoradios von Kenwood habe ich seit ich sie nutze als höchst zuverlässig und langlebig erlebt. Hier ist wieder eines: 14 Jahre wurde es alt, zuerst hat im alten Corsa, dann im neuen Corsa und zum Schluss im Wagen der Gattin tadellos und fehlerfrei gewerkelt. Ich zögere daher keine Sekunde und bestelle direkt ein neues der Marke für die Gattin. Außerdem passen die meist ohne wüste Adapter-Kombinationen in Opel Autos, zumindest in die Älteren.

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Jetzt werde ich doch unsicher

Die DSGVO für Blogs wie meines hier umzusetzen dachte ich wäre mir schon gelungen. Von wegen, jetzt kommen die Juristen auf den Plan und fangen an Blogger wie mich mit seitenweise Geschreibe und Auslegungen dermaßen zu verwirren und zu verunsichern, dass ich jetzt gar nicht mehr wirklich weiß.

Vor ein paar Wochen habe ich schon am Impressum und an diversen anderen Sachen gedreht und dachte eigentlich damit dann durch zu sein. Dem ist aber offensichtlich nicht so. Je näher der Zeitpunkt der Gültigkeit kommt, umso mehr Panikartikel muss ich finden, umso mehr lese ich von anderen Bloggern denen es nicht anders geht als mir, je mehr ich lese umso mehr Sorgen mache ich mir.

Genau jetzt kommt zum ersten Mal der ernsthafte Gedanke thatblog tatsächlich schliessen zu müssen/wollen. Kein Scheiss. Muss ich mir zu meiner eigenen Sicherheit das ganze Juristengedöns tatsächlich antun, nur weil ich hin und wieder etwas über mich und meinem Umgebung in meinem Teil des Internets schreiben möchte, mich über Menschen freue die mich hier virtuell besuchen und vielleicht mal einen Kommentar hinterlassen?

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