komische Besitztümer

Einer meiner Besitztümer ist auch ein älteres Nexus 7 Tablet mit Android drauf. Das Gerät war im Schrank verschollen, war es doch eigentlich dafür gedacht der Tochter im Studium zur Verfügung zu stehen. Es war dann doch nicht nötig und so wanderte es in den Kleingeräteschrank. Bei der Suche eines zusätzlichen Ladekabels für ein iPhone fand ich es wieder und dachte es wäre eine gute Idee, sich das nochmal anzusehen. Tellerrand und so. 

Mal abgesehen davon, dass sich die Hardware des Geräts nach heutigen Standards sicherlich am Rande seiner Leistungsfähigkeit bewegt und die Eigenschaft ‘Geschwindigkeit’ stellenweise neu definiert, nach vollständigem Laden des Akkus lies es sich tatsächlich wieder starten. Das Laden dauerte nur 3 Stunden, weil es komplett leer war. Zuerst dachte ich der Akku wäre tiefenentladen und damit unbrauchbar, aber er kam wieder.

Das Passwort des zwangsregistrierten Google-Accounts kannte ich natürlich nicht mehr, deswegen musste ich das Gerät komplett zurücksetzen und ein neues Konto zwangs registrieren. Bis ich überhaupt dahin kam, musste ich bestimmt 5 Mal googeln, weil dieses Android für Neueinsteiger unübersichtlich und inkonsistent in seiner Benutzerführung zusammengeschustert ist.

Irgendwann lies es sich dann mit der entsprechenden Geduld neu aufsetzen. Nach etwa 4 Stunden Update-Odysee (Kennt Android tatsächlich keine inkrementelle Updates?) war es dann im Zustand der Einsatzbereitschaft und ich völlig genervt. Sicherlich ist es nie einfach wenn mal als Fremder auf ein unbekanntes System trifft, doch selbst als beileibe nicht ungeübter User verlangt Android von einem schon ziemliches Verständnis und Geduld.

Die Hardware des Nexus ist dann irgendwann wieder ok, aber ich kann mich nicht mit Mühe in diesem Android bewegen. Ich mag es nicht, es ist hässlich, unübersichtlich und irgendwie komisch unklar in seiner Nutzung. Der Playstore überfordert mich in seinen massigen Nachfragen zur Berechtigung von Apps die ich mir ansehen will, weil die quasi das komplette System nutzen wollen.

Vor allem wollen selbst sie minimalsten Apps immer auf die Kontakte, den Kalender und die Position zugreifen. Keine Erlaubnis, keine App. Ich mach das Nexus wieder aus und erwäge es auf ebay-kleinanzeigen zu verkaufen. Es ist ganz interessant zu entdecken, dennoch werden wir weiterhin keine Freunde, Android und ich.

Unsicherheit

Weil ich nun Besitzer eines Android-Tablets bin, beschäftigte ich mich natürlich auch mit dem App-Store von Google und neuerdings auch von Amazon. Jedoch scheint mir die Sicherheit bei beiden Stores nicht ausreichend gegeben zu sein. Google lässt nur(!?) eine selbst entwickelte Software (aka. Bouncer) über die Apps laufen (nur(?!) Software die andere Software testet? ), Amazon macht scheinbar gar nichts (die Anfrage läuft noch). In die Prüfmechanismen des AppStore von Apple habe ich mehr Vertrauen. Ich weiß, es ist ein künstlich geschaffenes und geschlossenes Habitat, aber es ist unter Kontrolle und für die Sicherheit der Endanwender vorteilhafter, als es von Nachteil ist. Als potentieller Benutzer und durchaus williger Käufer von 3rd-Party-Apps möchte ich jedoch sicher gehen, dass ich mir keine Schadsoftware auf das Tablett lade.

Im Moment habe ich daher nur eine kleine Reihe von mir ‘bekannten’ und vermeintlich vertrauenswürdigen Herstellern geladen. Die Versuche diverse weitere Hersteller aus dem Apple AppStore mit denen aus dem Andorid-Stores abzugleichen ist zwar etwas gewagt, aber zeigen zumindest eine mögliche Richtung auf. Die Bewertungen der Apps im Android-Store bei mir fremden Anbietern nehme ich nur zur Kenntnis. Es ist vermutlich sehr einfach eine beliebige Menge an positiven Rezessionen zu kaufen, ebenso wie man sich ja auch Follower bei Twitter und Freude auf Facebook einkaufen kann. Gut finde ich indes, dass bei der Installation einer Android App stets auch die von der App angeforderten Berechtigungen angezeigt werden, so kann man sich vor Installation immer noch dagegen entscheiden. Z. B. habe ich einen QR-Code Scanner gesucht. Die scheinbar populärste Anwendung verlangte u.a. uneingeschränkten Zugriff aufs Adressbuch, Telefonstatus, Standortinformationen, Konto-Informationen uvm. Wozu brauchen die das? Das war mir suspekt und so habe nach kurzer Suche dann eine andere App gefunden, die nach meiner Ansicht nach nur logische Berechtigungen fordert.

Filme sollte man sich meines Erachtens nach ebenso wenig von Google Play ausleihen, wie von iTunes. Das Angebot ist überwiegend überaltert (thank you German Content-Industrie – you suck!) oder derart uninteressant, dass Tele5 es schon gesendet haben könnte, oder die Sachen auf dem 3 für 10 Euro DVD-Ramschtisch bei einem der Blöd-Märkte findet. Also bleiben für mich noch Bücher und dafür gibt es die Kindle-App. btw: Die Zeit zeichnet hier ein stellenweise sehr düsteres Bild über Amazon und dennoch finde ich als Endnutzer deren Angebot ansprechend. Die Buchpreisbindung an sich finde ich gut, nur sollten die Anbieter bei eBooks aufgrund des Wegfalls der Hardware-Produktionskosten den Preis mehr als deutlich reduzieren.

Update heute 21:59 – Antwort von Amazon:

…. Selbstverständlich werden die Apps, die wir über den App-Shop zur Verfügung stellen, von uns geprüft, ebenso wie Updates zu Apps.

Daher müssen Sie keine Sorge haben, dass beim Herunterladen von Apps aus unserem App-Shop versteckte Schadinhalte auf Ihr Gerät übertragen werden.

Generell ist es für Nutzer von Smartphones oder Tablets empfehlenswert, ein Virenschutzprogramm ähnlich wie bei einem PC zu installieren. …

gestrige Nachmittagsbeschäftigung

Eine bewusste Entscheidung gegen Apple, weil für den Zweck deutlich zu teuer und haptisch zu groß. Das kleine 7″ Galaxy-Tab von Samsung wird nun als eBook-Reader mit reichlich Zusatzfeatures seinen Dienst versehen. Es kann nur WLan, weil das Handy ja bei Bedarf einen WLan-Hotspot bauen und zur Verfügung stellen kann.

In Sachen intuitivem Bedienungskonzept steht das Android 4 System einem iPad im Nichts nach, stellenweise empfinde ich es sogar leichter und besser. In Goolge-Play (aka. App-Store) finde ich die für mich vorerst wichtigen Apps, 16GB interner Speicher plus 16GB Micro-SD sollten auch für die Zukunft ausreichend Speicherplatz sein. Ein feines Stück Technik für knapp 210€ (Amazon Warehouse). Nachdem ich mich gestern Abend recht ausnehmend damit beschäftigen konnte, bin ich jetzt schon sehr zufrieden mit meiner Entscheidung.

Die heuer immer stärker brodelnde Gerüchteküche lässt vermuten, dass Apple ein iPad Mini vorstellen könnte, oder auch eben nicht. Mir ist das letztlich Hupe, selbst wenn dem so wäre wird es mutmaßlich deutlich teurer werden als das kleine Galaxy. Und falls sie es doch machen, kann ich ja immer noch umschwenken.