Eigentum

Einen _fremden_ Haushalt auflösen zu müssen hat auch einen Nebeneffekt. Zum einen muss man sich zwingen zu sortieren, weil zwar alles aufgrund von Erinnerungen oder Gewissenskonflikten verwahrt werden will, es aber aus vielerlei Gründen leider nicht geht. Der Siebprozess ist mehr oder weniger schmerzlich, muss aber sein. Nach einer Zeit wundert man sich, was an Sachen so alles verwahrt wurde: Liebenswertes, Nippes, Schund, Nützliches. Manchmal kann man den Beweggrund erahnen, manchmal eher nicht. Das Gemüt schwankt von lächeln bis Kopfschütteln. Nach einer gewissen Zeit bleibt ein großer Haufen übrig der dann weg muss und ein kleiner Haufen der die Sortierungen überlebt hat. Dem Gewissen geht es nicht besser, schon gar nicht wenn die Sachen auf dem Entsorgungshaufen viele Jahre verwahrt wurden.

Und dann kommst Du heim und schaust Dich bei Dir selbst um, auch damit die _neuen_ Sachen verstaut sind und Du selbst fragst, muss Du das alles wirklich aufheben und verwahren? Wenn ja, wozu? Warum hebst Du so viel Zeugs auf, verwahrst es für mögliche spätere Verwendungen oder Bedürfnisse. Braucht man das wirklich

Mein Blick aufs Eigentum, auf die Sachen um mich herum ändert sich gerade. Ich lasse vieles los, trenne mich, verkaufe oder gebe es einfach so weg. Menschen freuen sich ich bin auf komische Weise erleichtert. Komisch weil ich das noch nicht verstehe, aber ich will mehr Übersicht um mich herum schaffen.

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Das braucht kein Mensch – Stöckchen

Skriptum pflanzt erneut ein Stückchen in die Welt.

Egal wie aufgeräumt eine Wohnung oder ein Mensch auch sein mag: Üblicherweise befindet sich in seinem Besitz immer etwas, mit dem kein anderer etwas anfangen könnte. Und vermutlich auch nicht wollen würde. Doch egal wie wertlos diese Gegenstände auch sein mögen: Nie käme man auf die Idee, sich von ihnen zu trennen. Und zwar aus dem simplen Grund, weil entweder das Herz oder wichtige Erinnerungen daran hängen. …..

Ihr seht richtig, das ist der verrostete Zahn einer Baggerschaufel. Der steht seit x Jahren auf einer kleiner Ecke der Treppe, nahezu direkt vor der Wohnungstür. Das ‘Zähnchen’ steht schon sehr lange dort, die Gattin und ich glauben dieses Stück rostigen Metalls im Zuge der frühkindlichen allumfassenden Sammelleidenschaft der besten Tochter von allen aufgelesen zu haben. Mittlerweile ist er wie ein kleiner Talisman.

Eine sinnfreie Bastelei aus meiner Lehrzeit, die an der Pinnwand unserer Wohnungstür hängt. Kommt unten eine 9V Blockbatterie dran und drückt einen der Schalter, leuchtet die rote, oder die grüne LED auf. Oft möchte jeder aus einer merkwürdiger Gewohnheit heraus einmal eine LED leuchten lassen, bevor er die Wohnung verlässt. Da ist vielleicht auch so ein Dennis The Menace Ding (do not push), oder so. smile

Bücher aus meiner Schulzeit. Geschichte war mein auserkorenes Lieblingsfach von der 7.-9.Klasse. Die Bücher hier waren die Unterrichtslektüre, die ich auch so zum schmökern nutze. Alle anderen Schulbücher sind mittlerweile entsorgt oder im Zuge diverser Umzüge/Aufräumungsaktionen verloren gegangen. Die “Reise in die Vergangenheit” kann ich nicht entsorgen, das bringe ich nicht fertig. Daher stehen die auch immer in einem Bücherregal.

Das erste Auto war ein VW-Derby. Es war die Zeit der Autoschlüssel ohne x Zusatzfunktionen [click], man konnte nur sein Wagen aufschließen und starten, sonst nichts. Das Ding hier ist das Schlüsselmäppchen zu dem Schlüssel, warum ich auch immer ich es schick fand, den Schlüssel dort zu haben.

Klar, die ersten Schuhe der besten Tochter von allen. Die werden gehütet und ganz sicher nicht, um sie irgendwann mal an einem Spiegel zu hängen.

Zu den Zeiten, als es noch zum Tagesgeschäft gehörte mit der Hand anstatt mit Tastaturen zu schreiben, hatte ich die Marotte immer wenn es möglich war mit einem Füller zu schreiben. Dazu nutze ich ein echtes Mont Blanc Meisterstück (nicht die ganz große Version) mit Tank. Heute schreibe ich nahezu ausschließlich mit Tastaturen, dennoch kann ich das Tintenglas nicht entsorgen, sondern verwahre es bei dem gereinigten Füller. Irgendwann kann ich es vielleicht noch einmal nutzen, auch wenn ich dazu die Fähigkeiten den händischen Schreibens erst wieder üben muss [klick].

Jonglierbälle – fragt nicht.

Die beste Tochter von allen hatte in jungen Jahren ein elektronisches Quälding für ihre Musik und Hörbücher. Das Ding schleppte sie über Jahre hinweg den Großteil des Tages und der Nächte mit sich herum. Irgendwann hat sie heraus bekommen, wie sie das Mikro nutzen kann und dabei natürlich prompt eine Märchenkassette (ich hatte die Sicherung vergessen) überschrieben. Die Märchenkassette musste natürlich umgehend ersetzt werden (ich hatte noch eine Kopie) und diese Kassette hier durfte die beste Tochter von allen nach Herzenslust bequatschen. Da sind echt irre Sachen drauf, nur leider haben wir kein Abspielgerät mehr. Irgendwann werden wir sicher mal wieder sie Möglichkeit haben sie abzuspielen, oder auch nicht.

Der Haushalt gäbe noch mehr Sachen her, da wären noch ein bedrucktes Seidenhemd aus den 90igern, an welchem die Gattin hängt, oder mein alter 30W Lötkolben und und und. Hier soll dennoch das Stöckchen zu Ende sein, sonst könnte man glauben ich hätte Trennungsprobleme oder leide an Sammelwut.

Natürlich darf sich jeder gerne das Stöckchen mitnehmen.

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