verschoben

Der Wocheneinkauf kann manchmal ganz amüsant sein und manchmal sind wir beide wochenmüde und schlaff und wollen eigentlich gar nicht hier sein. Zu viele Menschen und zu viel Bewegung um uns herum. 

Ich greife den vor mir stehen Einkaufswagen und schiebe ihn lustlos in Richtung Kasse. Hinter mir schreit es “lassen Sie meinen Wagen stehen”. Grundsätzlich schau ich mich wegen Zurufe ohne meinen Namen nicht um, gehe also weiter. Man fasst mich unsanft am Arm an und schreit erneut, ich solle gefälligst den Wagen stehen lassen. Ein schneller Blick meinerseits bestätigt, das ist tatsächlich nicht mein Wagen. “Sorry” sage ich, drehe mich um und gehe ohne Fremdwagen zurück in die Richtung, in der ich meine Wagen bewusst zuletzt wahrgenommen hatte. Derweil tobt die Furie weiter, was mir einfiele und es eine Unverschämtheit sei. Die Aufregung nicht nachvollziehen, außerdem habe ich heute keine Lust auf Menschen. Vermutlich war es ihre Lebensaufgabe all die guten Sachen zu suchen und zu finden, deswegen tobt sie. Ich kümmre mich nicht weiter gehe meines Weges. 

Ein Passant hat sie Szene wohl bewusst verfolgt, erlebt meine Gleichgültigkeit und fühlt sich berufen der Dame ein “Jez hals maul un ge weidä” zuzurufen. Dann geht er neben sie und schiebt _ihren_ Wagen weiter. Sie schaut entrüstet und beginnt in Wortgefecht mit seinem Rücken. 

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Nervös

Das Handy am Ohr gehe ich im Luft- und Sonnenbad (Lufti) am FKK-Bereich vorbei, der sich hinter einem hohen Bretterzaun befindet. Eine füllige Frau stürzt mit einem riesigen Handtuch bekleidet aus dem Eingang, als wenn sie den nächstbesten Menschen der nicht flüchtet auffressen möchte. “Habbe sie do ewe üwwer de Zaun gegnipst?” “Nein”, sage ich nachdem ich das Telefon kurz vom Ohr nahm, “ich telefoniere.” Sie schaut wütend auf mich, dann aufs Telefon in meiner Hand, dann wieder auf mich. Ich gehe meines Weges und spüre noch viele Meter weiter ihren Messerblick im Rücken. Kurz vor dem Aufgang zur öffentlichen Liegewiese drehe ich mich um. Sie steht steht immer noch da, die Hände in die Hüften gestemmt, schaubend und nur auf einen Anlass wartend mir hinterher zu stürmen und mich platt zu walzen. Die Gattin kommt und drückt mir die Liege in die Hand, während sie am Automaten um die Eintrittskarten steht. Wenn sie wüsste, dass sie mich wohl gerade gerettet hat. Die Furie wacht weiter am Zaun entlang, ich scheine entlastet, froh darum.

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