schlechtes Umwelt-Gewissen

Dieser Haushalt hat einen Wetzstahl der bestimmt 15 Jahre alt ist und seinem Namen keine Ehre mehr macht. Schon lange nicht mehr. Nicht das ich es schon lange keinen Neuen gewollte hätte, doch die Gattin möchte keinen, der Alte (aka. glatt wie ein Kinderpopo und daher ZERO schärfende Funktion) geht doch noch. Sie nutzt den nicht, sie drückt lieber fester auf die Messer bis es auch ihr auf den Wecker geht und sie ein neues Messer haben möchte. Das Schärfen eines vorhandenen Messers mit Wetzstahl ist dann meine Sache, letztlich auch nicht schwer. Somit habe ich immer wieder mal die Messer über den Stahl, oder vielmehr über den Boden einer Tasse gezogen, damit so eine gewisse Grundschärfe bleibt. Das habe ich nun eine gewisse Zeit nicht mehr getan und prompt, nach nur wenigen Wochen wird genörgelt, dass die Handgelenke vom zu festen Drücken schmerzen.

Wir sind beide von der Stadt und den Trubel angemessen genervt, also bestelle ich beim Online-Kaufhaus einen neuen Wetzstahl (50% weniger als in der Stadt), sowie neue Jura-Filter und Reinigungstabletten (35% weniger als im Laden). Alles schön gemeinsam und via Prima, damit nur ein Päckchen kommen möge. Nun kommen doch 3 einzelne Paks (*grmpf) und ich finde das schon irgendwie doof. Wären wir in der Stadt gewesen, wären wir Auto oder Bus gefahren, hätten etliche Läden durchlaufen auf der Suche nach dem Zeugs und hätte neben den Aufpreis auch wieder zu viel Menschen um uns gehabt. Dennoch fühlen sich die 3 Paks doof an.

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Und dann war da noch

ein Schraubenhandel. Genauer 7 Regalreihen, jede ca. 10 Meter lang und ca. 2,5m hoch, mit 10 und mehr Böden voller Schrauben, Muttern, U-Scheiben, Spliten und was man sonst noch so zu schrauben braucht. Schrauben für alle möglichen Materialen und Stärken, Köpfe und was wie ich nicht noch alles. Ich habe Muster von den Schrauben dabei die ich brauche. Unsere neuen Severschränke sind gebraucht gekauft und leider nicht ganz vollständig. Nachbestellen daher zu lange, wir brauchen die Sachen schon am Wochenende.

Ich stehe verloren vor der riesigen Auswahl und weiß nicht so recht wo ich anfangen soll. Dann tritt ein Wissender an mich heran, der mit den allumfassenden Kenntnissen. Ich zeige ihm die Muster, er zögert keine Sekunde und schlurft los,  Gaius Pupus es nicht hätte besser machen können. Er spricht nicht mit mir, sondern mit den Mustern in seiner Hand. Unaufgefordert folge ich, er brummelt Größen, Senk- Rundkopf, Stahl, M5 usw. Dann greift er plötzlich in eines der Regale und ich habe flugs auf seine Frage “Wie viel”? antworten. Er zählt die gewünschte Menge ab in eine Schale und schlurft dann mit dem nächsten Muster weiter, ich wieder hinterher. Zur Sicherheit schaue ich hinter und um mich herum, ob da nicht irgendwie eine Kamera versteckt ist. Aber nein, der ist so. Er schlurf und murmelt zu den Mustern, findet, zählt ab, am Ende schüttet er alles in eine Tüte mit dem Kopf, schreibt ohne ein Wort an mich zu richten oder auf eines meiner schüchternen Worte zu reagieren einen Ausgabeschein, dann nickt er in Richtung Kasse und sagt noch” danke”. Hä? Aber ich  solle mit den Blechschrauben aufpassen, die schneiden nur einmal und dann ist sense. Fertig, Abgang. Beide.

Ohne einmal zu zögern, hat der Schrauben-Gaius in diesem hunderten von Möglichkeiten jeweils die richtigen Schachteln gefunden. Dass muss ihm erst einmal einer nachmachen, dem Gaius Pupus des Schraubenhandels.

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