wieder zurück

KR aka. Krautreporter ist ein tolles Projekt, das war es schon damals bei der Gründung in 2014. Man wollte dort etwas anderes machen und ich dachte ich lasse sie mal mit einem kleinen Beitrag von mir voran machen. Als dann die ersten Schritte stattfanden begann ein Teil der Mitfinanzierer und -innen zu nerven. Man brach mit einer enervierenden Vehemenz zu dem Zeitpunkt blödsinnige Diskussionen um Sachen vom Stapel, die mich nur kopfschüttelnd vor dem Rechner verharren liessen. Es lies auch nicht nach, dann musste KR ein eigenes CMS bauen und wieder gab es Diskussionen von Spendern, die eigentlich die Klappe halten sollten. Natürlich war das Blödsinn zu dem Zeitpunkt so ein SoftwareMonster selbst aus dem Boden zu stampfen, aber sie haben es nunmal gemacht. Mir wurde es zu viel, die Plattform war aufgrund der völlig normalen AnfangsBugs kaum nutzbar und deswegen ich habe die Unterstützung dann nicht verlängert. Da muss man nicht in ein Forum schreiben und endlos drum herum debattieren, sondern handeln. 2 Klicks machen und Fertig.

Den Newsletter habe ich weiterhin gerne lesen, weil man dort gut schreibt. Nach 4 Jahren nun habe ich mir die Plattform nochmal angesehen und entschieden, dass ich deren Artikel und Berichte weiterhin gut finde, das CMS ist mittlerweile so weit entwickelt, dass sie fabelhaft funktioniert und deswegen bin ich auch wieder dabei. Hallo KR. 

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ungebetene Rückmeldung

Eigentlich interessiere ich mich für regionale Nachrichten. Nur mag ich keine Zeitung aus Papier mehr haben, die ist mir zu sperrig und unpraktisch. Aber da hat man heutzutage ja weitere Möglichkeiten. Wobei, hat man wirklich?

Das zum Beispiel ist die WebSeite der hiesigen Zeitung, des Wiesbadener Kuriers:

einmal mit AdBlock

Wk mit adblockr

und noch einmal ohne AdBlock

Wk ohne adblock

Wundert es wirklich, dass Leute wie ich einen Browser mit AdBlocker nutzen? Bei dem zweiten Screenshot habe ich noch nicht den aggressiv gelben Werbe-Slider eingefangen, der sich einschiebt und das untere Fünftel der Seite verdeckt, bis man ihn wieder ausklickt. Oder der Slider, der von rechts kommt und auf weitere Inhalte verweist, fürchterlich stört und deswegen ebenfalls weggeklickt werden will. Ich verstehe, dass Werbung bei kostenlosen Angeboten im Web durchaus sein muss, um die Kosten zu deckeln. Aber da muss es doch noch andere Möglichkeiten geben, als den User durch unpassende Farben und aufdringliche Werbung, ablenkende Animationen fast schon mit Gewalt wieder von der Seite zu treiben.

Doch wie komme ich denn überhaupt auf die Seite? Fast ausschließlich durch einen kostenlosen RSS-Feed, den der WK auf seiner WebSeite anbietet. Der Feed präsentiert sich im Reeder jedoch ‘sehr nüchtern’:

Bildschirmfoto 2014 07 12 um 09 57 33

Keine Teaser zum anlesen, nur die Überschrift mit einem dahinter liegendem Link zum Artikel (siehe oben) und wie in dem Beispiel manchmal auch ein Bild. Es ist also mehr eine Gefühlssache, ob man sich den Artikel in die Leseliste von Safari (wegen AdBlock) schiebt oder nicht. Lesen im Reeder geht gar nicht (siehe 2. Screenshot oben)

Aber da gibt es ja auch noch die Möglichkeit den Kurier auf dem iPad in einer sogenannten Kiosk-App zu lesen. Hier mal ein kurzes Video vom Handling der App:

Auch das ist meiner Meinung nach äußerst einfalls- und lieblos umgesetzt. Das Lesen der Zeitung auf dem iPad ist eine Qual, ich kämpfe mehr mit der Zeitung anstatt sie zu studieren. Für das sogenannte ePaper möchte die Rhein-Mail Verlagsgruppe 20,90€ im Monat haben. 20,90€ für eine nutzerfeindliche (you heard me) App sind eindeutig 19,90€ zuviel. Mir ist völlig klar, dass eine ordentliche nutzungsfreundliche Zeitungs-App wie z.B. der heise Verlag für die c’t oder andere seiner Magazine anbietet entsprechend Geld kostet, doch das ist doch gut angelegt. Die Leser, die sich über diese App für ein Abo entscheiden, bringen das Geld doch wieder rein. Einfach nur die Zeitung als PDF einzustellen und den Leser dann damit kämpfen lassen war vielleicht zwischen 2000 und 2002 üblich, da gab es halt nichts anderes. Aber doch heute nicht mehr.

Ach ja, dann bleibt dann noch die Option das ePaper am MacBook zu nehmen. Leider kann ich dann die Zeitung aber eben nur im Browser lesen, nicht aber auf dem iPad in der Kiosk-App. Ich soll auch hier den Browser nehmen, die Ausgabe als PDF herunterladen und mich dann hindurchzwängen, oder das PDF vom Mac auf das iPad kopieren (Nutzung der iCloud geht übrigens prima).

Das ist meiner Meinung nach völlig unausgegoren. Wenn kein vernünftiges Angebot vorhanden ist, wird auch die Nachfrage nie werden. Der Markt regelt die Nachfrage und die Nachfrage den Markt. Oder habe ich hier unrecht?

@Rhein-Main Verlagsgruppe
Sehr gerne möchte ich Abonnent der ePaper Version des Wiesbadener Kuriers werden und dabei zwingend nicht das Gefühl haben, die für die Inhalte angemessenen 20,90€ auch gleich in den Ausguss hätte kippen können. Mit der umständlichen Handhabung und der nutzerfeindlichen Umsetzung der App, oder dem Handling der Inhalte verkommt das Lesen der sicherlich sorgsam erstellten Inhalte für mich zur Qual und irgendwann würde ich das Abo dann doch wieder abbestellen, oder wie just gerade passiert erst gar nicht dafür entscheiden.

Auch wegen der enttäuschenden Erfahrung hier bin ich gespannt und hoffe sehr, dass die Krautreporter sich geschickter anstellen werden. Im September soll es losgehen. Das sind  dann zwar keine regionalen Nachrichten, doch wenn es gelingt wirkt dies vielleicht als Signal für andere Zeitungsmedien. Und wenn es nur ein Model wie die frühere Netzeitung wäre, die Abonnenten (ich war damals einer) ein komplett werbefreies Nachrichtenportal anbot, alle anderen sahen Werbung auf der Seite. Leider konnte die Netzeitung mit dem Model als solche nicht überleben und ist mittlerweile eine Art “Aggregator-Portal für gesammelte Nachrichten aus allen möglichen Quellen. Ja, ich will gerne Geld ausgeben, aber ich will auch etwas dafür haben das mich zufrieden stellt.

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die Einen reden über Journalismus, die Anderen über Geschlechter

Das Projekt Krautreporter will versuchen guten Onlinejournalismus zu liefern. Das finde ich gut und deswegen unterstütze ich das auch. Und plötzlich diskutieren Menschen darüber, warum im derzeitigen Redaktionsteam der Krautreporter so wenig Frauen sind, ja es wird eine richtige Debatte losgetreten.

Nach etlichen Zeilen darüber bei Twitter und an andere Stelle (googlen könnt ihr sicher selbst) bin ich genervt und meide ab hier weitere Beiträge zu dem Thema. Bisher war mir gar nicht bewusst, dass ich Publikationen lese und gelesen habe, von denen ich mich im Vorgriff nicht überzeugt habe wie gleichmäßig die Geschlechter in der Redaktion aufgeteilt sind. Vermutlich hätte ich so manche Kaufentscheidung anders gefällt, wenn ich mich vorher informiert hätte.

Ich schwanke zwischen amüsiert sein und einem Kopf-Tisch-Reflex. Es ist durchaus befremdlich welche erstaunliche Befindlichkeiten geweckt wurden, die mit einem Journalismus-Projekt wie Krautreporter so gar nichts zu tun haben. Lasst sie doch mal anfangen, oder stellt was eigenes auf die Beine, oder geht zurück in den Sandkasten und kloppt euch dort um Schaufel und Förmchen. Aber nur mit den Jungs. // Wer mich nun als Chauvinisten oder schlimmer beschimpfen mag, darf dies gerne unten tun. Ich klinke mich aus.

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