Raul Midon in Kölner Stadtgarten

Wir wurden sabotiert, weil gemäß der gestrigen Vorbereitungen unser Routenplan völlig wertlos gemacht wurde. Um uns an der Teilnahme des Konzerts zu hindern, wurde kurzerhand die komplette Autobahn komplett gesperrt, die wir laut Plan zu fahren hatten. Eine wirkliche und unglaubliche Frechheit. Aber so leicht lassen wir uns nicht abschütteln und schon gar nicht von recht unauffällig platzierten Umleitungsschildern und für uns zu späten Radiowarnungen. Kurzerhand sind wir etwas ratlos in Köln-Klettenberg runter und quasi blind nach Köln hinein. Wir haben uns zum Hauptbahnhof durch gehangelt und dort einen sehr armen Taxifahrer um seinen Lohn und verdientes Brot gebracht, indem ich ihn nur fragte, ob er uns denn den Weg weisen könne. Ihm wollte also partout nicht einfallen, wie er uns schicken könnte (ein blödes Arschloch ist wohl immer dabei), eine 2. sehr viel freundlichere Person (eine Frau) gab uns freundlich, im etwas gebrochenen Deutsch aber herzlich lächelnd bereitwillig Auskunft. Sie scheute sich auch nicht, uns einen schönen Abend im Stadtgarten zu wünschen, klasse die Frau. In diesem Zusammenhang: Taxifahrer immer hinten in der Schlage nach dem Weg fragen, nie vorne. Mürrisch schauen können die alle irgendwie, oder vielleicht auch nur in Köln, ich weiß es nicht. Hinten an der Schlange zu fragen ist nach meiner Auffassung jedenfalls besser.

2 Minuten vor offiziellem Konzertanfang standen wir dann, jeder mit einem Getränk versorgt, in der Tür zum Konzertsaal im Stadtgarten. Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert. Perfekt!

Raul Midon in Kölner Stadtgarten am 22.11.2009

Der Stadtgarten selbst scheint eine ganz witzige Lokalität zu sein. Etwas schedderig (so was mag ich ja, verleiht dem Lokal irgendwie Charakter) und ein sehr angenehmer Saal, mit einer wie sich später erfreulicherweise entpuppte richtig guten Akustik. Wir kamen auch gleich positiv mit der kölnischen Mentalität in Berührung. Keine Berührungsängste oder Scheu der Menschen um uns herum, sehr sympathisch. Der Meister wollte sich etwas feiern lassen und verspätete sich um 15 Minuten, also leisteten wir uns etwas zusätzlichen Smalltalk zum Zeitvertreib.

Es gab keine Vorgruppe, er wurde gegen 20.20 auf die Bühne geführt (btw. er ist blind), auf seinen Stuhl gesetzt, er gab ein kurzes Hallo in die Runde und dann spielte er 90 Minuten ohne Pause durch. Sehr geile Musik, eine tolle Atmosphäre sowie Stimmung im Haus und ein Raul Midon wie ich ihn mir immer vorstellte. Bescheiden, ohne Attitüde auf der Bühne, ein netter Kerl. Ob nun Blues, Jazz oder Pop, selbst Reggae vollführt er virtuos auf seiner Gitarre. Dabei schraubt er seine Stimme in ungeahnte Höhen, ohne dabei den Ton zu verfehlen.

Das Konzert war im Gesamten großartig, spitze, klasse, selbst die Gattin war und ist noch begeistert. Einzigartig was dieser Mann mit seiner Gitarre und Stimme alles anstellen kann. Teilweise wandelt er durchaus würdig auf Al Jarreaus Spuren, indem er Gitarre, Stimme und begleitende Töne (z.B. Mundtrompete) scheinbar gleichzeitig ins Mikrophon gab. Ein unglaublich toller Musiker, der sich auch nicht scheute zu improvisieren.

Neugierig auf gestern? Kostprobe – bitte sehr:

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Bitte entschuldigt das teilweise heftige Gewackel, die DigiCam freihändig hoch zu halten ist mit zunehmender Dauer gar nicht so einfach.

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