Wasser ahoi

Seit etwa 2 Jahren kämpfte ich mit Wasser an Stellen wo es nun beileibe nicht hin gehört. Die Beifahrerseite des Wagen ähnelte zeitweise mehr einem Sumpfgebiet, als einem von Menschen begehbaren Innenraum. Zuerst dachte ich es wäre eine der im hinteren Fussraum deponierten kleinen Wasserflaschen geplatzt, doch die schiere Menge machte diese Ahnung gleich wieder wett. Auch ignorieren half nicht, denn die Glucks- und Sprudelgeräusche beim Fahren wurden so laut, dass ein entspanntes und reueloses Fahren nicht mehr möglich war. Da das Wasser unter dem Teppich war und ich kein Werkzeug habe um den Sitz aus dem Wagen zu hieven (Gurtrückholmechanismus gibt es auch noch), entschied ich mich den Teppich an 2 Stellen zu öffnen, um so an die schwammigen Dämmmatten zu kommen. Die liessen sich auch dann gut aus dem Flussbett schneiden und in den Keller zum trocknen verfrachten. Ich wurde des Zeitungsvorrates eines großteils der Nachbarschaft habhaft und stopfte diesen in die Hohlräume unter dem Teppich, um die Feuchtigkeit zu binden und den Wagen auf die Weise wieder trocken zu legen. Nach etwa 2 Wochen täglichem Wechseln der Zeitungen wurde der Wagen auch wieder trocken und ich hoffte den Wassereintritt nun easy zu finden. Doch der Wasserablaufkasten im Motorraum, die Regenabläufe, die Kanten, die Fenstergummies waren alle bombendicht. Ich fasste mir ein Herz und fuhr mit dem Wagen durch die Waschstrasse, ganze 3 Mal. Kein Wasser. Im Herbst 2014 stopfte ich die trockenen Dämmmatten wieder an ihre Stelle und dachte erstmal nicht mehr dran.

Die kalte Jahreszeit kam und die Scheiben des Corsa waren zeitweise so schlimm vereist, dass eine morgendliche Enteisung zeitlich kaum zu machen war.  Was macht man, wenn die Autoscheiben innen eine Eisschicht in einer gefühlten Stärke von >1 mm tragen? Das Wasser war also wieder da, quasi über Nacht. Mangels Garage erstand ich ein “Häubchen” um es über den Opel zu werfen und belies es erst einmal dabei. Geborenes Wasser auf gummierten Auto-Teppich ist störrisch wie Hölle. Der Corsa wurde quasi eingemottet, bis in den Frühling nahm ich mir vor. Hin und wieder öffnete ich unter der Haube die Fenster, damit über den Luftaustausch kein Schimmel entstehen konnte. Im Frühling machte ich mich wieder dran, den Innenraum trocken zu legen, Matten raus, Zeitungen schnorren, ausstopfen, tauschen, lüften, warten. Ein erneuter Stresstest in der Waschanlage verlief wieder negativ. Zu der Zeit begann ich den unsympathischen Teil der Nachbarschaft unter Generalverdacht zu stellen, ob von dort vielleicht ein gestörter Vollpfosten sein Unwesen treiben könnte und ich seinen Sinn für Humor korrigieren muss. Den Gedanken verwarf ich aber ob seiner Absurdität und verbrachte stattdessen den Wagen in die Werkstatt. Dort machte man diverse kleine Tests an den ‘bekannten’ Stellen, fand aber ebensowenig wie ich. Der Wagen war zudem wieder trocken und ich fuhr wieder, bis Mitte Sommer 2015.

Das verräterische Gluckern und Sprudeln nach heftigen Regenfällen (das Häubchen hatte ich mal vergessen aufzuziehen) deutet mir an, dass es mal wieder an der Zeit wäre die Zeitungen einzusammeln. Die Arbeit des Trockenlegens ging mir jedes Mal leichter und flotter von der Hand. Wir fuhren dann in den Sommerurlaub, der Corsa bliebt unter der Haube. Im Oktober 2015 wehte es nachts die Haube vom Wagen, nur damit der Regen ordentlich Angriffsfläche hatte.  Ich war maximal genervt, mir gingen sogar die vulgären Schimpfworte für Opel und den Corsa aus, aber es half nichts. Matten, Zeitungen, Haube, Stillstand. Den Winter über nutzten wir den Wagen der Gattin, der Corsa hielt Winterschlaf. Im März 2016 ging ich mal wieder auf die Suche, mehrfache Waschstrassendurchfahrten, Hochdruckreiniger, Wassereimer, nichts.

Die Schnauze gestrichen voll gab ich knirschend kleinbei und brachte das Dreckding mit dem Auftrag zur Werkstatt die Leckage zu suchen und zu finden. Wenn dabei der Wagen zerlegt werden müsse, sollen sie das halt tun. Wenn Sie sich jetzt fragen, warum ich den Wagen nicht verkauft habe möchte ich anmerken, dann der durchaus ernstgemeinte Versuch an der Unverschämtheit und Unverfrorenheit meiner autokaufenden Mitmenschen gescheitert ist. Details will ich hier nicht erwähnen, zumal ich dabei recht schnell in die Ecke des Fremdenhasses und der ethnologischen Pauschalverurteilung käme. Außerdem bin ich kein Schwein und verkaufe etwas und erwähne einen bekannten Mangel nicht.

3 Tage später ward es dann geschafft, der Ablauf des Wasserkastens im Motorraum war nicht verstopft und auch nicht frei. Ab einer gewissen Menge Wasser konnte es nicht mehr abfliessen, es staute zurück in die Karosserie. Jedoch nicht so wie es die Autobauer mal geplant haben in einen Seitenholm des Wagens außerhalb des Fahrgastraums, sondern in den Türholm, dort sammelte es sich bis es ein gewisses Niveau erreicht war und floss dann beim Fahren über die Türschweller in den Innenraum. Man fand altes Laub, dass sich im Laufe der Zeit tief in den Ablauf gearbeitet hatte und dort sein Unwesen trieb. Das investierte Geld schmerzt etwas, weil ich grundsätzlich bessere Verwendungsmöglichkeiten für Geld habe, als es in Autos zu investieren, jedoch ich habe mein Auto wieder.

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man stelle sich vor

Ich beklage, dass im Opel alle 4 Lüftungsdüsen im Innenraum defekt sind. Der Versuch der eigenen manuellen Reparatur wird durch partielle Unfähigkeit und die mangelhaften verwendeten Materialien leider zunichte gemacht. Der Austausch der Teil gegen neuwertige Ware käme auf etwas um die 100€, ohne Einbau. Das Plastik ist von der Sorte wie bei Margarine-Schalen verwendet wird, nur billiger.

In der Werkstatt diskutierte ich mit dem Leiter, dass bei einem 4-fachen aka. Komplettausfall aller Bauteile durchaus ein Serienfehler angenommen werden darf und ich trotz des Alters des Wagens auf eine kulante Übernahme der Kosten dränge. Wenn er mir nicht helfen können, möge er mir bitte einen Ansprechpartner bei Opel nennen, weil auf die zentrale Adresse hat es Opel nicht nötig zu antworten, das habe ich schon versucht.

Antwort: Der Fehler zählt gar nicht als Serienfehler, weil der Defekt zwar an 4 Bauteilen vorliegt, aber der Fehler ja wohl identisch wäre, demnach zähle er nur als ein Fehler.

Ich war baff über diese einfache und doch so einleuchtende Begründung. Hätte ich auch selbst drauf kommen können, ich Dummerle.

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was man halt so macht

Innerhalb weniger Wochen sind während dieses Sommers am Opel alle Luftdüsen ausgefallen. Wobei, was heisst ausgefallen? Der Luftstrom konnte nicht mehr ausgerichtet, kontrolliert oder einzeln abschaltet werden. Die Lüftung funktioniert dabei schon, vielmehr sind die Regulierklappen am Armaturenbrett nicht mehr funktional. Der Dreh-Knopf unten greif nicht mehr, die Fächer im Hintergrund sind auf einer willkürlichen Position festgeklemmt.

Duese

Während des Sommers störte mich das weniger, da ich wegen der weiterhin nicht reparierten Klimaanlage sowieso öfter das Fenster geöffnet hatte. Doch jetzt im Winter, wo die warme Luft schon besser ausgerichtet sein muss, stört es schon. Natürlich könnte man auch mit einem Stöckchen die Klappen ausrichten, aber da sträubt sich dann doch meine Fähigkeit zum Gleichmut. Was also tun?

Die bequeme Variante: austauschen lassen.
Keine Option, das muss auch anders gehen. Ganz so unbegabt mit den Händen bin ich dann doch nicht.

Die mittel-bequeme Variante: ausbauen und selbst austauschen.
Nach 10 Minuten und portionierter gutmütiger Gewalt ist der äußere Ring entfernt und darunter kommt ein verklemmter Einsatz zum Vorschein, der die Klappen und die Regulierung in einem quadratischen Kasten fixiert. Den Kasten aus seiner Halterung zu lösen ist kniffliger als erwartet, weil man an den blödsinnigsten Stellen kleine federnde Wiederhaken eingebaut hat, damit diese Baugruppe auch ordentlich im Armaturenbrett hält. Scheinbar beschäftigen sich die Opel-Ingenieure wirklich nur mit dem Zusammenbau und vergessen die Option der möglichen Zerlegung völlig. – Die Baugruppe ist haptisch betrachtet billigstes China-Plastik, weich und biegsam und ich verstehe nicht, wie dieser Schund überhaupt die ersten 3 Jahre schon durchhalten konnte. Der Kracher kommt, als ich in einem Ersatzteilkatalog feststelle, dass jeder dieser Einsätze in neu doch tatsächlich 24,95€ kosten soll. Und ich brauche 4 davon. NEVER!

Die unbequeme Variante: selbst reparieren.
Die Fummelei um die Baugruppe zu erlegen ist eine Herausforderung, gerade für Menschen mit nicht winzig kleinen Händen. Zwangsläufig wird aus gutmütigen Krafteinsatz dann eher rohe Gewalt, denn der billige Plastik ist erstaunlich widerspenstig. Dann zerfällt das Ding urplötzlich in zig Einzelteile und man hat Mühe alles wieder beisammen zu halten, denn billiger Plastik scheint einen Fluchtreflex zu entwickeln, sobald dieser aus seinen Halterungen befreit wird. Nach 30 Minuten und 5 Anläufen war es wieder zusammengebaut und fertig zur Montage. Die anderen 3 gingen dann wieder schneller, weil Übung. Eine Hilfe war auch das Youtube-Video (click) eines englischen Opel Fahrers (dort heisst die Ingenieurkunst allerdings Vauxhall – nicht das etwas ändern würde, ich mein ja auch nur).

Ergebnis: 2 kleine Schnittwunden am Zeigefinger und Daumen (Schnittwunden haben bei mir schon fast Tradition), ca. 100 Euro gespart, einige Kratzer am Armaturenbrett (weil die Außenringe verflixt schwer zu lösen sind, wenn so gar keine Ahnung davon hat, wie genau die festgemacht wurden und man das o.g. Video zu spät findet) und einen guten Teil des nachmittäglichen Sonntags damit verbracht, dem verbrecherischen Opel-Ingenieur schlimmste vorstellbare Krankheiten an den Hals zu wünschen.

Wer jetzt im meinem Opel auch nur versucht die Lüftungsdüsen anzufassen, bekommt von mir sofort auf die Finger. Klar?

 

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ein Aquarium das keines mehr ist

Der Corsa war in der Werkstatt. Nach 3 Tagen Stille hielt ich es dann doch nicht mehr aus und rief an. Man sei ratlos, denn man wisse weiterhin nicht wie das Wasser in den Innenraum käme. *gulp Mir schwante Schlimmes in Form einer saftigen Rechnung für die Maßnahmen. Derweil spricht der Werkstattleiter freundlich weiter. Man habe Berieslungen ausgeführt, einen Kärcher bemüht und den Wagen auch im dicksten Regen über Nacht draußen stehen lassen. Nüscht. Es tät ihm leid, ich könne den Wagen wohl besser wieder abholen.

Fast schon ängstlich frage ich, wie viele Stellen die Rechnung im Summenfeld wohl haben wird. Nüscht, sagt er trocken. Wenn sie etwas gefunden hätten, dann hätte es eine Rechnung gegeben, aber so nicht. *Pause* Außer Danke, brachte ich nichts raus.

Was wäre Opel ohne Vertragswerkstätten wie Opel Beltz in Wiesbaden Erbenheim. Richtig. Nüscht!

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fast trockenes Aquarium

Ich habe weiterhin keine Ahnung, wie sich das Wasser in den Corsa arbeitet. Nahezu jeder der es mitbekommt sagt mir, da wäre nur ein Abfluss verstopft (ja super) oder streut Häme in Form von Wasserwitzen über mich. Damit kann ich gut umgehen, meine Zeit kommt auch noch. tongue Die Abflüsse, die ich mithilfe google lokalisiert habe, sind übrigens nicht verstopft.

In meinem Zorn auf den Wagen habe ich die Spalten auf der gesamten Beifahrerseite mit durchsichtigem Paketband flächig abgeklebt, ich wurde der Wassermassen nicht mehr Herr. Am schlimmsten Tag habe ich zwei Becher aus dem Innenraum geschöpft. Die Werkstatt war leider völlig ausgebucht und mit dem Problem zu einer fremden Werkstatt zu gehen, daran mochte ich erst gar nicht dran denken (ich bin nunmal in solchen Dingen extrem misstrauisch.) Die Klebestreifen haben zumindest den Wasser-Nachschub wirksam stoppen können.

Nun stopfe ich seit Tagen in alle möglichen feuchten Ecken des Beifahrerraums so viele Tageszeitungen wie nur reingehen und ich bekommen kann, um die ‘verteilte’ Nässe unter den Teppichen heraus zu ziehen, was auch recht gut funktioniert. Es ist unglaublich wie viel Wasser so eine normale Tageszeitung aufnehmen und halten kann. Heute nun sind die Zeitungen nur noch ein klein wenig klamm, nicht mehr nass und der Wagen kommt am Dienstag endlich in die Werkstatt.

Wünscht mir bitte Glück und einen Schaden, den Opel gar nicht abwarten kann in Kulanz übernehmen zu wollen. Soweit das Wunschdenken. Mir ist aber auch klar, dass ich ohne ein Fernsehteam von Spiegel-Online im Rücken vermutlich lediglich einen herzhaften Furz des Opel-Kundendienstleiters zu hören bekommen, wenn überhaupt.

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