Sachen machen – Urlaubstag 1

  • 2 Tassen Kaffee auf der Couch am frühen Morgen zur eigentlich üblichen Ab-ins-Büro-Zeit und FAZ gelesen, oberflächlich herum gegammelt
  • Nach 6 Wochen mal wieder zum Rückensport gegangen, es war mir einfach zu warm zu Sport, alles aua.
  • zu Hause dann erstmal frühstücken, duschen, Kaffee
  • ein wenig in Steam spielen (CS:GO und Polarity)
  • etliches im Internet gelesen
  • gegen 13.30 nach Mainz in die leere Wohnung um Zählerstand abzulesen. Gaszähler ist natürlich im Keller und wer hat den Kellerschlüssel nicht dabei?
  • Auf der Bank die neue defekte VISA reklamiert, die PIN gilt nicht. Ich war bestimmt schon 10 Jahr nicht mehr auf der Bank, sonst immer als online oder telefonisch gemacht. Nach 10 Minuten am Schalter keine Lust mehr auf Menschen in einer Bank bekommen. Meine Schuld ist es nicht und doch muss ich die neue VISA bezahlen.  
  • Die beste Tochter von allen von der Arbeit abgeholt abgeholt und gemeinsam bei Nonna Luigi sehr leckere Nudeln gegessen.
  • In der Wohnung der besten Tochter mittels der zu Hause nicht länger benötigten PowerLan-Adapter das zu dünne WLan für die PS4 durch LAN ersetzt (44mbit gegenüber 13mbit). 
  • Einen unserer Koffer zum packen für die Insel verbracht. 
  • kurzes Shopping (DM ist so ANSTRENGEND)
  • Beim aus dem Parkplatz rangieren beinahe einen übermütigen Radfahrer erwischt. Er sich mächtig aufgeregt, ich mich tüchtig erschrocken. Ich habe zwar angesichts der engen Strassen wie immer einmal rund geblickt bevor ich langsam raus bin, ihn aber nicht gehen. Sein Deutsch war nicht das Beste, deswegen habe automatisch auf englisch versucht ihn zu beruhigen. Er liess ich nicht beruhigen und beleidigen muss ich mich auch nicht lassen, also lies ich ihn alleine weiter toben und fuhr weg.
  • Ein warmes Croissant vom Bäcker geholt und es mit etwas Marmelade  genüsslich verspeist. Vor Ort. 
  • Zu Hause, Wäsche machen, müde gearbeitete Gattin bekochen, räumen
  • wieder etwas gespielt, einiges im Internet gelesen
  • lustlos TV geschaut
  • sightseeing in iTunes …. eigentlich Bücher- und Musikwunschlisten eingesehen, um evtl. Kandidaten für den Urlaub auszumachen. 

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Beschimpfung des Tages

Ich hoffe Du verreckst.
 

Anlässlich einer augenscheinlich stark erregten Dame in der Mainzer Altstadt, die fest der Meinung war wir hätten ihr den Parkplatz genommen. Ob wir uns vorgedrängelt tatsächlich haben? Nun, ich glaube nicht, sie stand 10 Meter weiter und telefonierte in aller Seelenruhe außen an ihr Auto gelehnt, erst als Sie uns auf den freiwerdenden Parkplatz zusteuern sah, stieg sie flink ein, setzte den Rückwärtsgang und blinkte. Allerdings in der falschen Richtung, doch das kann ja mal passieren. 

Außerdem sei sie schliesslich Anwohnerin und die hätten immerhin ein Vorrecht auf die öffentlichen Parkplätze. Nun, erwiderte ich, von einem Vorrecht (*hihi nice try) könne nicht die Rede sein, dazu war nicht zu ersehen, dass sie einen Parkplatz sucht oder den just freiwerdenden Parkplatz für sich beansprucht und last-not-least: wer zuerst kommt parkt auch zuerst. Das diese meine Einstellung jetzt nicht zwingend de-eskalierend wirkt ist mir klar, insofern habe ich mir die Beschimpfung sicherlich verdient. Außerdem auch gelernt, das ein simpler Parkplatzstreit unglaubliche Mengen an überflüssigem Fremd-Adrenalin ausschütten kann.

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Parkplatzräuber

Ich habe jemandem den Parkplatz geklaut, dabei war ich näher dran als er, jedoch scheint er länger gewartet zu haben. Manchmal ist das halt so, er kurbelt sein Fenster hinunter und brüllt mir in englisch einige Verwünschungen zu. Mit den Händen mache ich eine shit-happens Geste und erledigte damit die Sache. Wer zuerst kommt, hat zuerst. Er schimpft noch ein wenig, kurbelt sein Fenster wieder hoch und gibt übertrieben viel Gas, als er an mir vorbei rauscht. Es ist mir irgendwie unangenehm. 

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yuh haf do dreif do rüwwer

Auf einem Parkplatz warten wir auf die Gattin, weil sie ‘nur mal eben schnell was erledigen muss’. Schnell. Die Klima ist aus, die Fenster sind auf und ich genieße das laue Lüftchen zusammen mit der wenig prallen Sonne. Das Radio steht auf AFN, was ich hin und wieder sehr gerne höre. Zum einen übt es mein Gehör und die Fähigkeit auch Schnellsprechern im englischen leichter leichter folgen zu können. Also was heißt leichter, wenn die Sprecher losfetzen ist alles zu spät, doch hege ich die Hoffnung, das was hängen bleibt. Mir gibt es jedenfalls das Gefühl hin und wieder was zu lernen und außerdem auch mal andere Musik zu hören.

Ok, also der Parkplatz ist gut belegt, und daher stehe ich nicht auf einem Platz, sondern an der Seite im Fahrweg, jedoch ist ausreichend Platz damit Fahrzeuge problemlos vorbei kommen, so man denn sein Lenkrad benutzen kann. Eine Tussi in Stöckelschuhen starkst auf dem unebenen und unbefestigten Untergrund an mir vorbei und schaut mich im Vorbeigehen ganz komisch an. Die Musik war etwas lauter, aber so laut nun auch wieder nicht. Im Rückspiegel sehe ich das Heck eines großen Volvo-Kombi, in den sie umständlich einsteigt. Nach einer kurzen Zeit parkt sie derart umständlich aus einer lkw-fähigen Parktasche aus, dass es schon unterhaltsam war, großes Kino also. Ich schätze derweil den verbleibenden Fahrweg aus und entscheide, dass trotz der beachtlichen Größe noch ausreichend Platz ist und sie an mir vorbeikommen müsste. Tut sie aber nicht, sie hält hinter mir und lässt die Lichthupe hektisch blinken. Lässig winke ich ihr aus dem Fenster zu, dass sie vorbei fahren möge. Den Gefallen tut sie uns aber nicht, sondern steigt lieber aus. Das knirschen und klackern Ihrer Absätze kommt auf mich zu. Sie bleibt vor meinem Fenster stehen und bückt sich etwas zu mir herunter. Das Radio gibt den Sprecher wieder, als er irgend einen Infospot für die Militärs in Wiesbaden abspult. Als ich “Hi” sage, erwidert sie “Yuh haf do dreif do rüwwer”. Ich reagiere nicht, weil ich sie echt nicht verstehe. “Los, anderschtand yu, pliiis driwe doch do rüwwer” schallt es mir entgegen, dabei fuchtelt sie mit den Armen zu einer Stelle, etwas abseits des Fahrweges. Ah so, sie will, dass ich das Schlittchen dorthin fahre, weil sie womöglich nicht vorbei kommt. Sie ist so köstlich unbeholfen, sie glaubt wohl ich könne wegen des englischen Radios kein Deutsch. Ok, ich spiele mit. Zum Zeichen meines Einverständnisses zeige ich ebenso mit beiden Händen an die gleiche Stelle und nicke eifrig mit dem Kopf. Sie ist erleichtert und “jäsjäs, dreif doch do rüwwer, nau pliiis”. Ich nicke wieder und sage ganz höflich und in deutsch, dass Zeichensprache in aller Welt wunderbar viele Probleme lösen kann, wenn man sie denn geschickt einsetzt. Es gibt keine Worte, die ihr Gesicht in dem Moment hätte beschrieben können. Sie lacht kurz aber genervt auf, winkt mich ab und starkst zum Wagen zurück. Bis sie wieder drinnen sitzt, habe ich das Feld geräumt und sie kann vorbei.

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