Amtsschimmelkommunikation

Die derzeitige Situation macht es nötig mit diversen Ämtern und anderen offiziellen Autoritäten zu kommunizieren. Telefonisch geht das ja recht gut, sofern man jemanden erreicht. Doch sobald Unterlagen eingereicht werden sollen oder benötigt sind, fällt jede dieser Stellen binnen 1/10 Sekunden zurück in die Steinzeit und verweigert jedwede elektronische Kommunikation. Nein, PDF gehe gar nicht, Fax auch nicht, E-Mail ist sowieso Teufelszeug, man benutze es nur für Werbung und so, es müsse unbedingt Papier am besten noch in beglaubigter Form vorgelegt werden, sonst ginge rein gar nichts. Das Wort “Drucker” habe ich mich gar nicht erst getraut auszusprechen. Soviel zur Digitalisierung also.

Ich habe zwar mit der Rückständigkeit der diversen Stellen gerechnet, aber so wie es mich gerade trifft, dann doch wieder nicht. Die Neandertaler schämen sich nicht nicht mal für, es ist denen völlig normal und sie versuchen auch nichts anderes. In deren Hemisphären ist das Internet ist immer noch das blaue E auf dem Desktop, mit vielen nackten Menschen, wo böse Sachen passieren von denen man überall liest, Hexenwerk.

Also bekommen die Herrschaften ihr heiliges Papier, es hilft alles wehren und argumentieren nicht. Deswegen stehe ich in der PostAgentur und muss mich erstmal erkunden was ein Brief heutzutage kostet. Mit 3-4 Seiten DIN-A4 kostet das 0,90€. Der freundliche Mensch schaut leicht irritiert, weil ich mich ob des lächerlichen Betrages und der stark verzögerten Kommunikationswege auch amüsiert zeige. Sorry, sage ich, soweit ich mich erinnere habe ich meinen letzten Brief verschickt, als die Jahreszahlen noch mit 200 begannen. Wie kann ich den sicherstellen, dass die Briefpost auch ankommt? Per Einschreiben und Rückschein, käme dann auf ca. 5€. Ich lache lauter auf. Hat er nicht verstanden.

Muss ich mich wohl fügen. Ob ich die Briefe besser mit Wachs verschließen soll? Keine Ahnung ob die armen Leutchen in den Poststellen mit Klebestreifen und ähnlichem überhaupt umgehen können.

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schwachfug

// RANT Anfang// Die Paketstation hat ein neues Feature, das Passwort auf der Chipkarte gilt nicht mehr. Zur Verbesserung der Sicherheit braucht man jetzt die Karte und eine mTAN, die als SMS ans Handy kommt, sobald das Paket in die Station eingelegt wird. Heute war das erste Mal für mich. Es ist eine dümmliche Hantiererei mit der Karte und der SMS, ein Schwachfug und Armutszeugnis. IMHO bekommt die Post die Sicherheit ihrer Infrastruktur nicht auf die Reihe und deswegen gibt es nun diese tolle mTAN fü runs dummen Benutzer. Innovativ ist definitiv anderes. Außerdem ist mir heute beim ersten Abholen in diesem Prinzip zuerst die Karte, dann der Geldbeutel, dann fast das Handy und dann nochmal die Karte zu Boden gepurzelt. Als nächstes kommt vermutlich, dass man bei der Postfiliale die Abholung an der Paketstation schriftlich beantragen lassen muss, damit man seine mTAN mit der Post zugestellt bekommt. Wegen der Erhöhung der Sicherheit und so. Mensch Post, Du nervst. Was soll der Mist mit der Karte, die ist doch völlig nutzlos jetzt. Und außerdem, inwieweit ist das Verfahren Karte und PIN denn plötzlich so unsicher? Schließlich machen es die Banken mit der EC-Karte doch genauso und die müssen es doch in Sachen Sicherheit doch wissen…. // RANT Ende //

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Kein Grund nervös zu werden

Am Samstag lag eine Benachrichtigungskarte in Briefkasten, ein Einschreiben konnte nicht zugestellt werden. *gulp*

War ich irgendwo zu schnell? Nope, da bin ich mir sicher, da achte ich drauf, schon alleine deswegen weil ich die üblichen Absichten der Aufsteller, hier Umsatz zu generieren nicht gutheiße.

Habe ich was angestellt? Nope, außer den Videos aus dem Vienna Teng Konzert, die ich nach Aufforderung des Konzertveranstalters entfernen musste, wüsste ich nichts. Doch nach 2 Monaten noch ein juristisches Nachspiel zu starten?

Sonst habe ich auch keine Idee. Also wer schickt mir ein Einschreiben? Die Postagentur ist bis 18.00 Uhr offen. Montag traf ich um 18.09 Uhr ein, Dienstag und 18.14 Uhr. Ok, jetzt werde ich langsam nervös. Heute, am freien Tag passt es endlich. Der Postagenturmensch verlangt(!) meine Personalausweis. Der liegt natürlich im Auto. Ich erwische einen Blick auf den Umschlag, der umgedreht auf dem Tresen liegt. Nichts offizielles, der Umschlag ist weder orange, noch grau-blau noch sonst wie aus recyceltem Papier, es ist ein aus Packpapier gezimmertes Ding. Irgendwie auch wieder beruhigend. Der Ausweis liegt also im Auto, ich bin faul und sage, dass der Postbote bei Zustellung keinen Ausweis verlangt hätte. Das verwirrt den Postagenturmenschen offensichtlich, er müsse aber sagt er. Ich lege als Alternative meine Visitenkarten der Firma auf den Tisch und sage, ist fast so gut wie mein Klingelschild. Er bleibt hart, schaut nicht mal auf die Karte und besteht auf den Ausweis. Es bringt scheinbar nichts weiter mit ihm zu kämpfen, so trotte zurück zum Parkplatz. Ich will den Umschlag haben. Jetzt.

Ich drehe ihn sofort um, aus China und jetzt dämmert es mir, dass dies eine leicht vergessene Bestellung ist, ein neues Decals für den Büro-Mac ist. *puh*

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vielen Dank DHL

Das Du gestern das so lange erwartete Päckchen wieder mitgenommen und keinem der umliegenden Nachbarn gegeben hast, weil ich ja nicht da war. Ich gestehe, ich bin ein Schuft. Stattdessen wirfst Du mir einen Zettel in den Briefkasten, dass ich es in der Postagentur hier am Ort abholen kann, am nächsten Werktag und nicht von 15.00 Uhr. Die lustige Agentur macht heute aber schon um 12.00 Uhr Schluss. Ist ja auch unzumutbar, die Leute auf dem Balkon unter unserer Wohnung zu fragen, ob sie das Ding mal eben annehmen würden, lieber nutzt Du Deine neuen und zugegebenermaßen schicken Informationsformulare in gelb und allem Schnick-Schnack. Nur mein Päckchen werde ich vor Montag wohl nicht bekommen.

Ach so, Du solltest wissen, dass die Anderen das meist so machen, dass beim Nachbarn geklingelt wird und man mir dann einen Zettel einwirft, wo das Päckchen liegt, dauert nur 1 Minute länger. Aber es wird sicher schon seinen Grund haben, warum Du das nicht ebenso machst. Und die Kunden fröhlich zur Postagentur bestellt, damit sie auch den neuesten Marketing-Trash in Augenschein nehmen. Hat ja auch was für sich

Notiz an mich: Lieferanten ordentlich falten und fragen welcher Volldepp dort nicht wie bei der Bestellung angegeben meine Paketstationsadresse benutzt hat.   Ja, ich bin gerade etwas gereizt, es wäre halt wichtig gewesen.

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Bauchladennervgedöns

Ohne Briefmarken oder Möglichkeiten sich welche auszudrucken muss man leider dorthin wo es welche gibt. Kommt man jedoch nur um läppische 5 Minuten nach der offiziellen Öffnungszeit in die örtliche Postagentur hat man Pech, so ist da nun mal. Ob nun die Besatzung im Postdress rauchend vor dem Laden steht oder nicht, ist auch nicht weiter wichtig. Auch Pause muss sein, sehe ich selbst nichts anderes. Ich jedoch hätte entweder die Kutte ausgezogen, oder wäre woanders rauchen gegangen, oder wäre über meinen Schatten gesprungen und hätte die Marke halt noch schnell verkauft. Ich bin aber nicht sie, also muss ich geläutert (komme das nächste Mal gefälligst pünktlich!) in die Hauptpost. Das bringt meinen Zeitplan leicht durcheinander, weil ich es nicht leiden kann grundlos zu spät zu einer Verabredung zu kommen. Die beste Tochter von allen und ich wollen nach der Schule einen Fast-Food-Thai in der Innenstadt ausprobieren.

Die ‘Hauptpost’ hat man seinerzeit so geschickt platziert, dass man quasi nur per pedes zu ihr gelangt. Parkplätze in der Nähe gibt es nur dann, wenn Anwohner zuvor verstorben sind, oder man sich mittels unvertretbarer Gewalt kurzerhand einen Stellplatz kapert, doch das ist eine andere Geschichte. Nach einem kurzen Fußmarsch (~5 Min) betritt man dann die mit allerlei Tand in schiefen Pappregalen bestückte Schalterhalle. Doch bevor man das tun darf was man in der Post üblicherweise tut, muss man sich an einer massiven Prospektverteilerin vorbei schälen. Die versucht einem durchaus vehement ein buntes Papier aufzuwängen. Ich will aber nicht, ich brauch Briefmarken, sonst nichts und außerdem bin ich in Zeitdruck. Das “Nein Danke” fällt einen Tuc zu harsch aus, wofür ich mich direkt wieder entschuldige und sie mir wohl aus Dankbarkeit erneut den Zettel an die Jacke heften will. Ich will aber immer noch nicht, zumal auf dem Weg zum Servicepoint (scheiß Unternehmensberater mit ihrem dämlichen Denglisch-Fetisch) kein Mülleimer ist, in den man den Kram gleich entsorgen könnte, sonst hätte ich ihn ihr ja abgenommen. So lasse ich sie mit einem gezwungen freundlichen Lächeln stehen und gehe weiter, um mich letztlich endlich am Servicepoint in die kurze Schlange einzureihen.

Alle Schalter sind besetzt und so schaue ich mich um, vermeide jedoch den Blickkontakt mit der sich sachte heranpirschenden Prospektverteilerin. Denn die hat scheinbar erkannt, dass die hier Wartenden nicht flüchten können. Man wird mit blödsinniger Postwerbung aus einem direkt vor dem Servicepoint aufgebauten Flachbildschirm zwangsbeschallt. Der iPod liegt im Auto, wo sonst. Kommt man also nicht drum herum. Schaut man geradeaus ist dort das Gezappel, schaut man um sich steht überall Nippes und Zeugs herum, war keiner in einer Post sucht oder braucht. Auf deutsch: Falle. Sie traut sich nicht so richtig und ich habe Glück, ich bin dran und darf endlich sagen, dass ich Briefmarken brauche.

Er kruschelt in einer seiner Schubladen vor sich und fragt beiläufig, ob ich denn auch ein Griokonto hätte. “Briefmarken guter Mann” sage ich “sonst nichts. Ich stehe mit meinem Wagen arg ungünstig und mag mich daher weder nett unterhalten, noch Erfahrungen austauschen. Ich möchte was viele in der Post möchten, in meinem Fall ‘Briefmarken’ und sonst nichts.” Er nickt und ich fühle mich als Gewinner. Wir wickeln weiter unser Postgeschäft ab, ich zahle und er lässt sich verdächtig viel Zeit mit dem Wechselgeld. Vermutlich damit er fragen kann, ob ich schon Yello-Strom hätte? *argh – in Gedanken flippe ich gleich aus* “Nein” sage ich, “ich will auch keinen Strom. Ich wollte Briefmarken und Post aufgeben und nun warte ich auf mein Wechselgeld. Kein Strom, kein Konto, hier ist die Post. Die Post kümmert sich um die Post und um sonst nichts.” Er sagt nicht, sondern legt still und ohne Blickkontakt mein Wechselgeld auf den Tresen. Ich fische die Münzen zusammen, während mir fast einer der 8(!) Prospektaufsteller, die durchaus handwerklich geschickt rund um den Schalter postiert sind, umfällt. Einen schönen Tag noch. Ja danke, Ihnen auch.

Die sollten besser aufhören Tante Emma zu spielen und ihren verdammten Job machen, damit haben sie weiß Gott genug zu tun. Übrigens, keinen Knollen am Schlittchen, ich war gerade noch auf die Minute pünktlich *puh* und der Thai war auch nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Das Essen ging, die Wirtsleute dort sind irgendwie komisch. Wir müssen wohl weiter suchen.

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