Also so komisch bin ich ja auch nicht.

Shoppen ist für mich so ein Lustding, wenn es nicht sein muss ist es lästig, wenn es zufällig kann, macht es Laune und ich finde dann auch.

Bei Schuhen ist das etwas schwieriger, weil Herrenschuhe sind bei weitem nicht so vielfältig sortiert wie bei Damen. Insofern habe ich beim Stadtgang immer ein ScanAuge offen, wenn ich an Schuhgeschäften vorbei gehe. So auch am Samstag, als ich ein paar knöchelhohe Llyods sah, die mir auf Anhieb gefielen. Rein und die Dinger mal in die Hand nehmen. Wenn es mal so einfach wäre, denn die Auslage ist mit der Innenpräsentation noch lange nicht identisch. Erfolglos suche ich in den überladenen Regalen, wundere mich über den Geschmack anderer Menschen und warte bis eine Verkaufskraft sich mir zuwendet.

Eine Dame findet mich, wir sprechen und sie holt den Schuh. Leider nicht in der erbetenen Größe, sondern etwas größer. Vielleicht fällt der ja kleiner aus, macht er aber leider nicht. Sie könne ihn gerne passend bestellen, aber dann müsste ihn denn auch abnehmen. Das mag ich aber nicht zusagen, weil zu gross und am Fuß sehen sie zwar immer noch gut für mich aus, aber in der passende Größe läuft es sich vielleicht nicht sonderlich gut und damit kann ich dann nicht. Dann würde es ihr leid tun, ich solle ich 3-4 Wochen nochmal reinschauen, dann gäbe es eine neue Lieferung und vielleicht wären die dann dabei. Sprachs verabschiedete sich sehr höflich und ging zum nächsten wartenden Kunden. Ich war nicht sauer, zuerst jedenfalls.

Beim späteren Espresso im Stamm-Cafe trat dann doch Säuerlichkeit zutage. Dann will ich mal Geld ausgeben und darf nicht ohne mich blind zu verpflichten. Sicher kann ich vom Einzelhandel nicht erwarten ausgerechnet für mich und dann wenn ich überraschend will sofort alles parat zu haben. Es ist halt enttäuschend und das spontane Lustding ist gleich wieder vorbei, denn auf die Jagd möchte ich nicht, weil ich auch nicht muss.

Und dann mache ich heute Morgen den Newsletter von brandsforfriends auf und

Nun ja. Preislich liegen die natürlich etwas günstiger als in der Stadt. Mein diesbezügliches schlechtes Gewissen wich jedoch der Lust sich die Schuhe in passender Größe an die Füße zu stecken, ohne sich endgültig verpflichten zu müssen. Daraufhin schallt die Gattin, dass ich sowieso zunehmend auch meine Kleidung aus dem Internet beziehe und das sie das nicht unbedingt gut fände. Eine kurze Suche im MailArchiv gibt ihr leider Recht, zumindest in den letzten Monaten bin ich online ist Sachen Kleidung sehr viel kauffreudiger als offline in einer Fußgängerzone oder ShoppingMall.

Aha. z.b. meine Lieblingsboxershorts bekomme ich nur online gekauft, in den diversen Wäschegeschäften die ich immer wieder mal besuche will man mir nur die lokale Ware präsentieren, die mag ich nicht, weil mir diese Qualität den Preis nicht wert ist. Ehrlich, welcher Arbeitnehmer zahlt denn für ein paar Boxer >25€ ohne sich über den Preis (das sind 50Mark! für ein paar Herrenunterhosen!) zu wundern und dann hast Du noch am Ende noch Restfäden dran die sich ziehen. Die Gattin gibt mir Recht und muss zur Arbeit. Komische Zeiten sind das.

oder so

Die Gattin und die beste Tochter von allen wollen in einen Laden in Darmstadt zum Einkauf. Nicht das es hier in der Nähe nicht auch Geschäfte gäbe, aber dieses eine eben nicht. Aus Gründen mag ich nicht mit und so ziehen die Beiden alleine los.

Doch Moment, wie müssen wir denn fahren? Gibt ja genug Möglichkeiten sich Routen berechnen und ausdrucken zu lassen. Moment sag ich, das geht auch besser. Auf dem Mac gibt es ja seit 10.8 auch Karten. Die auf dem heimischen Mac berechnete Route bekommt die beste Tochter von allen via iMessage direkt aufs iPhone geschickt. Danke Papa.

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Auch das kann heutige Technik. Einfach und schlicht – praktisch.

nervshopping

Supermom bringt mich auf etwas ….. Gestern beim Mantel kaufen ist mir mal wieder ein um sich greifendes Phänomen richtig sauer aufgestoßen. Mich nervt dieses Shop-im-Shop-System in Warenhäusern unsäglich, man stolpert doch immer wieder in einen s.Oli.ver, es.prit, Tom.Ta.lor oder was-auch-immer-Bereich, die ihr Zeugs meist anders arrangiert haben, die Ware sonst aber weitestgehend dieselbe ist. Vielfalt sieht für mich anders aus.

Man ist es ja mittlerweile gewohnt sich selbstständig mit der Warenauslage zu beschäftigen und dann nur am Ende der Suche bei hektisch agierenden Kasslerinnen anzustehen, die das neue Stück mehr oder weniger vorsichtig in die Tüten stopfen. Meist möchte ich mich auch alleine umsehen, aufdringliches Personal treibt mich direkt wieder aus dem Laden heraus. Und doch weiß ich es zu schätzen, wenn Personal bei Bedarf zu Stelle ist und kompetent und freundlich helfen kann, Tipps gibt oder Fragen beantwortet.

Szenario: Eine Fläche von bestimmt 2.000m³, 9 Markenshops auf der Fläche verteilt, in dem jeweils eine leidlich motivierte Verkäuferin herum wandert, sich mit Kunden unterhielten, willkürlich an der Ware zuppelten und so irgendwie schon sehr beschäftigt aussahen. Die Gattin hatte einen guten Mantel gefunden, nur ohne Preisschild. So legte ich mir den Mantel über den Arm, schaute mich um und ging auf die erste Warenzupplerin zu. Die sah mich auf sie zukommen und drehte sich direkt um. surprised Na gut, sie mag nicht, also schaute ich zur nächsten, die ebenso in einem abgrenzten Bereich (Be.tty Bar.clay) stand und telefonierte. Ich fand eine andere Dame, die tatsächlich einfach nur so da stand und geradeaus schaute. Ich ging auf sie zu und fragte ob sie mir helfen könne den Preis für den Mantel zu ermitteln, weil das Schild leider fehlte. Es täte ihr sehr leid, sie wäre nur für die Marke Bi.Ba zuständig (ausschweifende Handbewegung über die Ständer), sie können mir nicht helfen. Auf die Frage wer mir den bitte helfen könne, wusste sie auch keine richtige Antwort, ich solle irgendwo da hinten schauen. Wäre es nicht für die Gattin gewesen, ich hatte das Ding an Ort und Stelle fallen gelassen und wäre gegangen, doch so biss ich mir auf die Lippen und wanderte weiter umher.

Aufgrund der Erfahrung mied ich weitere Damen unter einem Firmenschild anzusprechen, sondern suchte eine Person mit einem Kauf.hof-Schild am Revers. Für meinen Teil sah ich genauso aus wie ein Kunde, der Hilfe suchte, doch keine der umstehenden Damen fand sich bereit zumindest einmal einen Schritt auf mich zu zu machen. Ich fand nach gefühlten 10 Minuten endlich jemand in der hintersten Ecke beim einsortieren von Ware (Hausmarke) und bekam dann auch prompt die erbetene Auskunft.

Der Mantel ist es letztlich geworden, aber nur weil die Gattin es unbedingt wollte. Dennoch wird zukünftig der Kauf.hof in Wiesbaden in der persönlichen Liste der möglichen Kaufquellen für Damenkleidung ganz weit hinten angesiedelt.

Schweigen

Die Gattin hätte gerne einen neuen Mantel, aus Wolle, schön dick, übers Knie sollte er gehen, Knöpfe, Kragen zum hochstellen, grau/silbergrau meliert. Eine lösbare Aufgabe.

Ein Laden mit reichlich Auswahl, sie probiert #1 – #5 (schrecklich bis grauslich, Schnitt, Wohlfühlfaktor und überhaupt), wir suchen weiter, es folgen #6 – #10, dann #11 – #15, #16 – #17 sind gut, kosten aber weit über dem selbst gesteckten Budget von 120€. Wir verlassen den Laden, weil hier wird das nichts. Beim Herausgehen laufen wir an der Herrenabteilung vorbei, mir fällt ein Mantel ins Auge, grau, dezentes Fischgrätenmuster, mittellang, schöner Kragen, Knöpfe, ich bleibe stehen, die Gattin schaut derweil Pullover. Ich greife den Mantel in meiner Größe, passt, Spiegel sagt auch alles ist gut, Preisschild ist erfreulich oft überklebt, Marke? Egal. Ich geh zur Kasse, 49€. #w00t

Dann zurück zur Gattin, die immer noch am selben Pulloverstapel ist. Sie sieht mich mit der großen Tüte und zieht fragend die Brauen hoch. “Mein neuer Mantel”, sage ich. Sie lugt hinein, fragt dann wann ich den denn bitte gekauft hätte? “Gerade eben, als Du…” “Als ich bei den Pullovern war?”, schneidet sie mir das Wort ab. “Ähm, ja”. “In den 2 Minuten?” “Ja, gefällt er Dir nicht?” Sie dreht auf dem Absatz und geht eiligen Schrittes nach draußen um eine zu rauchen. Schweigen, auch als ich mich zu ihr stelle. ( )